IW beziffert Kosten des Sondierungspapiers auf 60 bis 80 Milliarden
Veröffentlicht
News - Politik - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe
IW beziffert Kosten des Sondierungspapiers auf 60 bis 80 Milliarden
Köln () – Die bei der Sondierung zwischen Union und SPD verabredeten Vorhaben würden die öffentlichen Haushalte laut einer Schätzung aus dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit 60 bis 80 Milliarden Euro jährlich belasten.
„In der Tat kommt man beim Aufsummieren auf einen mittleren bis höheren zweistelligen Milliardenbetrag an zusätzlichen konsumtiven Ausgaben und Steuererleichterungen“, sagte IW-Finanzwissenschaftler Tobias Hentze dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Wenn wir von einem Gesamtbetrag von 60, 70 oder 80 Milliarden Euro sprechen, dann verteilt sich dies auf Bund, Länder und Kommunen. 40 Prozent entfallen auf Länder und Kommunen“, so Hentze weiter.
Allein die Senkung der Unternehmenssteuer sowie die Schaffung zusätzlicher Investitionsanreize werden Hentze zufolge jährliche Einnahmeausfälle und Zusatzausgaben in Höhe von mindestens 20 Milliarden Euro auslösen. Durch die Senkung der Stromsteuer und der Netzentgelte kämen weitere zehn Milliarden Euro hinzu. Die geplante Senkung der Umsatzsteuer für die Gastronomie taxiert der IW-Forscher auf vier Milliarden Euro, genauso wie die Steuerausfälle durch die Einführung eines Rentnerfreibetrags sowie von steuerfreien Überstunden.
Die Ausweitung der Mütterrente werde etwa 4,5 Milliarden Euro pro Jahr kosten, die Wiedereinführung von Kaufanreizen für Elektroautos zwei bis drei Milliarden Euro, die Erhöhung der Pendlerpauschale 2,5 Milliarden Euro, die Fortsetzung des Deutschlandtickets drei Milliarden Euro und die Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung mehrere 100 Millionen Euro. Abhängig von der konkreten Ausgestaltung sind laut Hentze die Einnahmeausfälle durch eine steuerliche Entlastung des Mittelstands. „Da kann man über zehn Milliarden, 20 Milliarden oder 50 Milliarden Euro sprechen“, sagte er.
Zwar würden nicht sämtliche Belastungen auf einmal anfallen, allerdings stelle sich dennoch die Frage, wie eine schwarz-rote Koalition diese Politik finanzieren wolle, so Hentze. „Im Sondierungspapier wird das Bürgergeld angesprochen. Aber die Konsolidierungsbestrebungen fallen insgesamt nicht gerade ambitioniert aus“, kritisierte er.
Wenn es dir Spaß gemacht hat, könntest du vielleicht noch einen Kommentar abgeben. Danke. 👍
Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis:
Markus Söder, Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Saskia Esken am 08.03.2025
Das könnte Sie auch interessieren:
IW warnt vor Verschiebebahnhof im Bundeshaushalt 8. Juli 2025 Köln () - Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnt in einer neuen Studie davor, die Bundesregierung könne das Infrastruktur-Sondervermögen als Verschiebebahnhof nutzen und…
Öffentliches Finanzierungsdefizit zurückgegangen 5. April 2024 Wiesbaden () - Der Öffentliche Gesamthaushalt hat im Jahr 2023 rund 4,1 Prozent mehr ausgegeben und 6,4 Prozent mehr eingenommen als 2022. Einnahmen von 1.860,0…
Höhere Gesundheitsausgaben im Jahr 2022 25. April 2024 Wiesbaden () - Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent oder 22,6 Milliarden Euro auf 497,7 Milliarden Euro…
Ingenieure warnen vor Scheitern des Schuldenpakets 7. April 2025 Ingenieure warnen vor Scheitern des Schuldenpakets Berlin () - Der Fachkräftemangel in technischen Berufen gefährdet laut dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) den Erfolg des von…
Gesundheitsausgaben 2024 wieder gestiegen 16. April 2025 Gesundheitsausgaben 2024 wieder gestiegen Wiesbaden () - Die Gesundheitsausgaben in Deutschland dürften im Jahr 2024 wieder gestiegen sein. Das geht aus Schätzungen des Statistischen Bundesamts…
Öffentliche Bildungsausgaben steigen deutlich 11. Dezember 2025 Bildungsausgaben in Deutschland 2024 Wiesbaden () - Die Bildungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind im Jahr 2024 auf rund 198 Milliarden Euro gestiegen. Wie…
Wirtschaft fordert von Union und SPD "mutige Reformagenda" 22. März 2025 Wirtschaft fordert von Union und SPD "mutige Reformagenda" Berlin () - In der deutschen Wirtschaft wächst die Sorge vor fehlendem Reformwillen bei Union und SPD…
IW: Jeder zweite Euro aus Sondervermögen zweckentfremdet 9. November 2025 Wirtschaft und Infrastruktur in Köln Köln () - Bis zu jeder zweite Euro aus dem 500 Milliarden Euro umfassenden "Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität" könnte…
Deutschland meldet deutlich niedrigeren Leistungsbilanzüberschuss 14. März 2025 Deutschland meldet deutlich niedrigeren Leistungsbilanzüberschuss Frankfurt/Main () - Deutschland hat seinen traditionell starken Leistungsbilanzüberschuss angesichts der schwelenden Wirtschaftskrise deutlich reduziert. Wie die Deutsche Bundesbank am…
IW hält Erhöhung des Kinderfreibetrags für richtig 23. Januar 2024 Köln () - Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält den Plan des Finanzministers für richtig, allein den Kinderfreibetrag zu erhöhen. "Der jetzt zur Diskussion…
Deutsche Exporte in die USA brechen ein 20. Januar 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen zwischen Deutschland und USA Wiesbaden () - Infolge der Zollpolitik der US-Regierung haben sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA im Jahr…
Schuldenberg der öffentlichen Haushalte wächst weiter an 26. März 2025 Schuldenberg der öffentlichen Haushalte wächst weiter an Wiesbaden () - Der öffentliche Gesamthaushalt ist beim nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2024 mit 2.509,0 Milliarden Euro verschuldet…
Staat reduziert Beitrag zu Gesundheitskosten drastisch 24. Juli 2025 Wiesbaden () - Im Jahr 2023 hat der Staat knapp 75,7 Milliarden Euro beziehungsweise 15,4 Prozent der laufenden Gesundheitsausgaben in Deutschland in Höhe von 491,6…
Öffentliche Schulden zum Jahresende 2023 gestiegen 27. März 2024 Wiesbaden () - Der Öffentliche Gesamthaushalt ist beim nicht-öffentlichen Bereich zum Jahresende 2023 mit 2.445,4 Milliarden Euro verschuldet gewesen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am…
Gaspreise für Haushalte leicht gesunken 30. September 2025 Wirtschaftliche Entwicklung der Energiepreise in Deutschland Wiesbaden () - Die privaten Haushalte in Deutschland haben im 1. Halbjahr 2025 im Durchschnitt 12,13 Cent je Kilowattstunde…
Sparquote in Deutschland leicht gesunken 28. Oktober 2025 Wirtschaft: Sparverhalten der Haushalte in Deutschland Wiesbaden () - Die privaten Haushalte in Deutschland haben saisonbereinigt im ersten Halbjahr dieses Jahres 10,3 Prozent ihres Einkommens…
China wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands 19. November 2025 Wirtschaft: Außenhandel Deutschlands im Wandel Wiesbaden () - Mit einem Außenhandelsumsatz von 185,9 Milliarden Euro von Januar bis September 2025 hat China die Vereinigten Staaten…
Köln ist eine der ältesten Städte Deutschlands und begeistert Besucher mit ihrem bemerkenswerten Geschichtshorizont. Die beeindruckende Architektur des Kölner Doms, der als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet ist, zieht jährlich Millionen von Touristen an. Zudem ist Köln ein Zentrum für Kunst und Kultur, mit vielen Museen, Theatern und Veranstaltungen, die das ganze Jahr über stattfinden. Die Stadt ist auch für ihre lebendige Karnevalstradition bekannt, die Einheimische und Touristen gleichermaßen feiert. Mit einer vielfältigen Bevölkerung und einer dynamischen Wirtschaft bleibt Köln ein wichtiger Standort in der Rhein-Ruhr-Region und darüber hinaus.