Bundesregierung genehmigte Ausfuhr von Dual-Use-Gütern in den Iran
Veröffentlicht
Berlin/Teheran () – Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren weiter Ausfuhren sogenannter Dual-Use-Güter in den Iran genehmigt – also von Produkten, die sich sowohl zivil als auch militärisch verwenden lassen. Das zeigen Listen des Bundeswirtschaftsministeriums, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet.
Noch 2021 betrug demnach der Gesamtwert dieser Ausfuhren 140 Millionen Euro, damals ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. 2022 sank das Volumen zwar deutlich, dennoch billigten die deutschen Behörden Dual-Use-Exporte im Wert von 16,8 Millionen Euro. Als Dual-Use-Güter gelten zum Beispiel verschiedene Werkstoffe, Luftfahrtelektronik, Schiffstechnik und Sensoren.
Ex-Ministerin Julia Klöckner, wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, fordert: „Dual-Use-Güter dürfen nicht mehr in den Iran gelangen.“ Auch das „mögliche Einfrieren von Geldern oder Sanktionieren von iranischen Banken, die Terror-Organisationen wie die Hamas und Hisbollah finanzieren“, müsse umgehend geprüft werden.
Tatsächlich sind Transaktionen iranischer Banken in der EU bisher nicht eingefroren worden. Im Gegenteil: Allein in Deutschland wurden seit 2018 zwei neue Niederlassungen iranischer Banken zugelassen. Das teilte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf Anfrage mit. Zu Regelverstößen iranischer Banken wollte die Behörde wegen ihrer „gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht“ keine Angaben machen.
Auch Ralf Stegner, Obmann der SPD im Unterausschuss Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, sagte der „Welt am Sonntag“: „Es ist allgemein ein großes Problem, dass zu viele sogenannte Dual-Use-Güter immer noch an Staaten wie Iran und Russland geliefert werden, teilweise direkt oder eben über Umwege. Das müssen wir endlich wirksam einschränken und europäisch regeln. Wir dürfen diesen Ländern nicht auch noch die Werkzeuge liefern, um den Frieden in Europa und der Welt immer wieder zu bedrohen.“
Für Michael Roth (SPD), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, ist der zurückhaltende Kurs gegenüber dem Iran „völlig unverständlich“. „Das iranische Regime hat sich seit 2015 weiter radikalisiert und ist noch gefährlicher geworden. Unsere Iran-Politik hat sich aber kaum verändert“, sagte Roth. Er fordert: Deutschland sollte sich in der EU für ein Handels- und Wirtschaftsembargo einsetzen, das nur humanitäre Güter ausspart.
Wenn es dir Spaß gemacht hat, könntest du vielleicht noch einen Kommentar abgeben. Danke. 👍
Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis:
Container (Archiv)
Das könnte Sie auch interessieren:
Erzeugerpreise für Dienstleistungen sinken 20. März 2024 Wiesbaden () - Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2023 um 2,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2022 gesunken. Das war der erste…
Importpreise im Dezember weiter mit starkem Rückgang 31. Januar 2024 Wiesbaden () - Die Importpreise waren im Dezember 2023 um 8,5 Prozent niedriger als im Dezember 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte,…
Statistisches Bundesamt bestätigt BIP-Zahlen für viertes Quartal 25. Februar 2025 Statistisches Bundesamt bestätigt BIP-Zahlen für viertes Quartal Wiesbaden () - Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im vierten Quartal 2024 gegenüber dem Vorquartal preis-, saison-…
Deutsche Wirtschaft 2025 leicht gewachsen 15. Januar 2026 Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland 2025 Berlin () - Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im Jahr 2025 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis)…
Billige Energie lässt Importpreise weiter sinken 28. November 2025 Wirtschaftsdaten: Preisentwicklung in Deutschland Wiesbaden () - Die Importpreise in Deutschland waren im Oktober um 1,4 Prozent niedriger als im letzten Jahr. Das teilte das…
Stärkster Rückgang der Importpreise seit Anfang 2024 23. Dezember 2025 Wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland 2025 Wiesbaden () - Die Importpreise in Deutschland sind im November 2025 um 1,9 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Dies…
Erzeugerpreise für Dienstleistungen 2024 gestiegen 21. März 2025 Erzeugerpreise für Dienstleistungen 2024 gestiegen Wiesbaden () - Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen in Deutschland sind im Jahresdurchschnitt 2024 um 2,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2023…
Außenhandel mit E-Autos gewinnt zunehmend an Bedeutung 6. Mai 2024 Wiesbaden () - Der Außenhandel mit Elektroautos gewinnt zunehmend an Bedeutung - vor allem die Exporte haben zuletzt deutlich zugelegt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)…
Klöckner pocht auf Wahlrechtsreform 11. Juli 2025 Berlin () - Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) wirbt für eine umfassende Wahlrechtsreform. "Es steht im Koalitionsvertrag drin, dass das alles überarbeitet werden sollte", sagte Klöckner…
Importpreise im Dezember deutlich niedriger 30. Januar 2026 Wirtschaftliche Entwicklung der Importpreise in Wiesbaden Wiesbaden () - Die Importpreise waren im Dezember 2025 um 2,3 Prozent niedriger als im Dezember 2024. Dies war…
Deutsch-Iranische Handelskammer warnt vor neuen Iran-Sanktionen 20. April 2024 Hamburg () - Die Deutsch-Iranische Handelskammer mit Sitz in Hamburg warnt vor schärferen Sanktionen gegen den Iran. "Wir wenden uns deutlich gegen weitere Sanktionsmaßnahmen im…
Importpreise zu Jahresbeginn weiter rückläufig 27. Februar 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen in Wiesbaden 2026 Wiesbaden () - Die Importpreise sind im Januar 2026 um 2,3 Prozent niedriger als im Januar 2025 gewesen.Im Dezember 2025…
Klöckner weist Kritik an Regenbogenfahnen-Entscheidung zurück 9. Juli 2025 Berlin () - Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat die Kritik an ihrer Entscheidung, die Regenbogenfahne nicht zum Christopher Street am Reichstagsgebäude zu hissen, vehement zurückgewiesen.…
Zahl der Geburten auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren 2. Mai 2024 Wiesbaden () - Im Jahr 2023 wurden in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen rund 693.000 Kinder geboren. Die Zahl der Geburten sank damit auf den niedrigsten…
Güterumschlag in deutschen Seehäfen legt 2025 zu 10. März 2026 Wirtschaftliche Entwicklungen im deutschen Seeverkehr Wiesbaden () - Der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen ist im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent gestiegen.…
Erzeugerpreise im September gesunken 20. Oktober 2025 Wirtschaftsanalysen aus Wiesbaden im September Wiesbaden () - Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind im September 2025 um 1,7 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Im…
Klöckner will im Bundestag für Debatte mit Anstand sorgen 25. März 2025 Klöckner will im Bundestag für Debatte mit Anstand sorgen Berlin () - Julia Klöckner (CDU) will als neu gewählte Bundestagspräsidentin für eine gesittete Debatte im…
Geburtenrate fällt auf niedrigsten Stand seit 2009 20. März 2024 Wiesbaden () - Die Geburtenrate in Deutschland ist innerhalb der vergangenen beiden Jahre deutlich zurückgegangen. Sie fiel von 1,57 Kindern pro Frau in 2021 auf…
Immer mehr rechtsmotivierte Vorfälle an Schulen 21. Juni 2025 Berlin () - In Deutschland hat es 2024 an jedem einzelnen Schultag mindestens zehn rechtsmotivierte Vorfälle gegeben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung…