Verbraucherrechte im Luftverkehr (Politik)
Berlin () – Der Deutsche Richterbund begrüßt Pläne von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), die Schlichtungsverfahren bei Beschwerden von Fluggästen zu vereinfachen.
„Es stärkt die Verbraucherrechte, wenn Flugreisende ihre Entschädigungsansprüche wegen verspäteter oder ausgefallener Flüge künftig schneller außergerichtlich durchsetzen können“, sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Die Regelungen für die Schlichtungsstellen sind teilweise noch zu kompliziert, was Entscheidungen verzögert.“ Nur wenn Verbraucher schnell und einfach zu ihrem Recht kommen könnten, würden die Schlichtungsverfahren für Reise- und Luftverkehrsfälle weiteren Zulauf haben.
Hubig bringt an diesem Freitag einen Verordnungsentwurf für ein flexibleres Schlichtungsverfahren beim Bundesamt für Justiz auf den Weg. Sie sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Wir wollen, dass mehr Streitigkeiten im Luftverkehr durch Schlichtung gelöst werden – und schaffen dafür die richtigen Anreize. Deshalb machen wir die Verfahren flexibler und sorgen zugleich dafür, dass es sich für Fluggesellschaften nicht lohnt, Schlichtungsverfahren einfach auszusitzen.“
Rufen Fluggäste die Schlichtungsstelle des Bundesamts für Justiz (BfJ) an, muss diese bisher in jedem Fall einen Schlichtungsvorschlag ausarbeiten – auch dann, wenn eine Fluggesellschaft auf das Verfahren gar nicht reagiert. Die Neuregelung sieht vor, dass die Schlichtungsstelle nach eigenem Ermessen auf einen Vorschlag verzichten kann. Die gewonnene Zeit soll den Verfahren zugutekommen, in denen eine Einigung realistisch ist.
Rebehn hofft, dass die neue Schlichtungsverordnung zur Entlastung der Amtsgerichte beiträgt, die in diesem Jahr „voraussichtlich erneut mehr als 100.000 Entschädigungsklagen von Passagieren gegen Airlines bewältigen müssten“.
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Passagiere vor Informationstafel am Frankfurter Flughafen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Sven Rebehn, Stefanie Hubig
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutscher Richterbund, Bundesjustizministerium, Stefanie Hubig, SPD, Bundesamt für Justiz, Sven Rebehn, Kölner Stadt-Anzeiger, Amtsgerichte, Fluggesellschaften, Passagiere (Fluggäste), Frankfurter Flughafen
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand an diesem Freitag statt, also nicht als konkretes Datum genannt (im Text steht ausdrücklich: „Hubig bringt … an diesem Freitag“).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurter Flughafen, Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Deutsche Richterbund begrüßt die Pläne von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, Schlichtungsverfahren bei Flugverspätungen/-ausfällen zu vereinfachen und zu beschleunigen, damit Passagiere Entschädigungsansprüche schneller außergerichtlich durchsetzen können und zugleich die Amtsgerichte entlastet werden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Laut Text: Verzögerungen, weil die Regelungen für die Schlichtungsstellen teilweise noch zu kompliziert sind, sodass Entscheidungen länger dauern
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Deutsche Richterbund begrüßt die Pläne von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig zur Vereinfachung der Schlichtungsverfahren für Fluggastbeschwerden und sieht darin eine Stärkung der Verbraucherrechte
- Bundesregierung will nach Angaben von Hubig mehr Streitigkeiten im Luftverkehr durch Schlichtung lösen und dafür die Verfahren flexibler machen, zugleich soll es für Fluggesellschaften unattraktiv werden, Schlichtungsverfahren auszusitzen
- Erwartete Wirkung durch die Neuregelung soll sein, dass Verfahren schneller werden können, weil die Schlichtungsstelle künftig in bestimmten Fällen nach Ermessen auf einen Vorschlag verzichten darf
- Richterbund erhofft sich Entlastung der Amtsgerichte, da dadurch weniger bzw. schneller bearbeitete Entschädigungsstreitigkeiten zu erwarten sind
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Schnellere außergerichtliche Durchsetzung von Entschädigungsansprüchen bei verspäteten oder ausgefallenen Flügen
- Vereinfachung der Abläufe bei Schlichtungsverfahren für Reise- und Luftverkehrsfälle
- Weniger Verzögerungen durch weniger komplizierte Regelungen der Schlichtungsstellen
- Entlastung der Amtsgerichte durch geringere Zahl von Entschädigungsklagen
- Günstigere Anreizstruktur für Fluggesellschaften, Schlichtung nicht auszusitzen
- Höhere Wahrscheinlichkeit von Einigungen, weil gewonnene Zeit Verfahren mit realistischen Einigungschancen zugutekommt
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Der Deutsche Richterbund wird mit Zitaten zitiert (u. a. Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn) sowie Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, die Stellung nimmt.
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