Richterbund kritisiert neues Gesetz gegen Einschüchterungsklagen

Richterbund kritisiert neues Gesetz gegen Einschüchterungsklagen

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Richterbund kritisiert neues Gesetz gegen Einschüchterungsklagen

Berlin () – Der Deutsche Richterbund (DRB) hat deutliche Kritik am geplanten Gesetz gegen sogenannte Einschüchterungsklagen geübt.

„Wer sich zum Beispiel gerichtlich gegen persönlichkeitsrechtsverletzende Berichte eines Mediums wehren will, für den würde das zu weit gefasste Gesetz ebenfalls neue Hürden errichten, die einen effektiven Rechtsschutz erschweren oder sogar vereiteln können“, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

Es sei zwar „fatal, wenn kritische Stimmen im öffentlichen demokratischen Diskurs durch missbräuchliche Klagen und juristische Einschüchterungen abgeschreckt würden“, so Rebehn. Dem einen Riegel vorzuschieben, sei ein richtiges Ziel der Bundesregierung. „Der jetzt vorgelegte Gesetzentwurf schießt aber über das Ziel hinaus“, hob er hervor.

Rebehn forderte, dass die Bundesregierung den Gesetzentwurf „auf die Mindestanforderungen der zugrundliegenden EU-Richtlinie“ zurückführen und „gezielter auf die intendierten Fälle rechtsmissbräuchlicher Klagen zuschneiden“ solle.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will mit einem neuen Gesetz sogenannte Einschüchterungsklagen gegen missliebige Beiträge in den Medien und der Öffentlichkeit sanktionieren. Man dürfe nicht zulassen, dass Stimmen mit missbräuchlichen Klagen unterdrückt werden, „nur weil sie einzelnen nicht passen“, hatte die SPD-Politikerin Ende Juni in Berlin erklärt. Hubig will damit eine EU-Regelung, die sogenannte Anti-SLAPP-Richtlinie („Strategic Lawsuits Against Public Participation“), umsetzen.

Anlass der Richtlinie war der Umgang mit der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia, die 2017 ermordet wurde. Zuvor wurde die auf Korruption spezialisierte Journalistin mit Verleumdungsklagen überzogen. Eine sieben Seiten lange, fachliche Stellungnahme des Richterbundes warnt nun vor „verheerenden Auswirkungen für Rechtssuchende, die gerichtlichen Schutz gegen persönlichkeitsrechtsverletzende Äußerungen suchen“. Mit der dem Gesetz zugrundeliegenden Definition „wäre beinahe jedes presse- und äußerungsrechtliche Verfahren ein missbräuchliches Gerichtsverfahren“, schreiben die DRB-Fachleute.

Der von der Bundesregierung geplante Gesetzentwurf sieht unter anderem ein Beschleunigungsgebot für mutmaßlich missbräuchliche Klagen vor, um sie frühestmöglich abweisen zu können. Zudem soll die Klägerseite in solchen Fällen für die voraussichtlichen Kosten des Prozesses auch für die Beklagtenseite eine Sicherheit leisten und darüber hinaus auch mit besonderen Gebühren belegt werden können.

In seiner Stellungnahme warnt der Richterbund nun vor einer „Überlastung“ der Gerichte, „wenn Rechtspfleger im Rahmen eines Kostenfestsetzungsverfahrens prüfen müssten, ob individuell vereinbarte Rechtsanwaltsgebühren, etwa Stundenhonorare, noch angemessen sind und damit erstattungsfähig wären“. Zudem hebt der Richterbund hervor, dass sogenannte SLAPP-Verfahren vor deutschen Gerichten „bisher so gut wie unbekannt sind“.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Schild mit der Aufschrift „Angeklagter“ (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Sven Rebehn, Stefanie Hubig, Daphne Caruana Galizia

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Deutscher Richterbund (DRB), Bundesregierung, EU, SPD, Anti-SLAPP-Richtlinie.

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Der Deutsche Richterbund übt scharfe Kritik am geplanten Gesetz gegen Einschüchterungsklagen, da es effektiven Rechtsschutz für Betroffene von Persönlichkeitsrechtsverletzungen gefährden könnte und fordert eine Anpassung des Entwurfs an die grundlegenden EU-Vorgaben.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

Der Hintergrund für die Kritik des Deutschen Richterbundes am geplanten Gesetz gegen Einschüchterungsklagen liegt in der Bedenken, dass das Gesetz, anstatt Schutz zu bieten, effektiven Rechtsschutz für Betroffene von Persönlichkeitsrechtsverletzungen erschweren könnte. Der Anstoß für die EU-Richtlinie und das Gesetz war der Umgang mit der ermordeten maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia, die zuvor mit zahlreichen Klagen überzogen wurde.

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Der Deutsche Richterbund (DRB) hat scharfe Kritik am geplanten Gesetz gegen Einschüchterungsklagen geübt und warnt, dass es den Rechtsschutz für Betroffene von Persönlichkeitsrechtsverletzungen erschweren könnte. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig verteidigt das Gesetz als notwendige Maßnahme zur Bekämpfung von missbräuchlichen Klagen, um kritische Stimmen im öffentlichen Diskurs zu schützen.

Welche Konsequenzen werden genannt?

Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind: neue Hürden für effektiven Rechtsschutz, mögliche Vereitelung effektiven Rechtsschutzes, verheerende Auswirkungen für Rechtssuchende, Überlastung der Gerichte, Unsicherheit über Erstattungsfähigkeit von Rechtsanwaltsgebühren.

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Sven Rebehn, dem Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB), zitiert. Er kritisiert das geplante Gesetz gegen Einschüchterungsklagen und warnt, dass es neue Hürden für diejenigen schaffen würde, die sich gegen persönlichkeitsrechtsverletzende Berichte wehren möchten, was den effektiven Rechtsschutz erschweren könnte.

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Berlin ist nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern auch ein pulsierendes Zentrum für Kunst, Musik und Kultur. Die Stadt hat eine dynamische Geschichte, die sich in ihren vielen historischen Gebäuden und Museen widerspiegelt. Mit über 3,7 Millionen Einwohnern ist sie die bevölkerungsreichste Stadt in Deutschland. Berlin bietet eine aufregende Mischung aus modernem Leben und traditionellen Werten, die sowohl Einheimische als auch Touristen anzieht. Jedes Jahr finden zahlreiche Festivals und Veranstaltungen statt, die die kreative Energie der Stadt zelebrieren.

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