Politik: Abschlagsfreie Rente in Berlin
Berlin () – Constanze Janda, Co-Vorsitzende der Rentenkommission, hält die Empfehlung zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren für „zentral“.
Sie sei keineswegs nur eine unter vielen und damit auch nicht verzichtbar, sagte Janda dem „Tagesspiegel“. Wenn man sie fragen würde, welche der 33 Empfehlungen nicht so wesentlich sei, wäre ihr die zur abschlagsfreien Rente auf gar keinen Fall eingefallen. Sie sei „wirklich zentral“, weil diese Rentenart jedes Jahr Kosten in Milliardenhöhe mit sich bringe und das Geld dringend anderweitig gebraucht werde.
Früher oder später müsse die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ohnehin abgeschafft werden, weil sie nicht nachhaltig finanzierbar sei. Wenn nicht jetzt, dann schlage das die nächste Rentenkommission wieder vor. Bis dahin zahlten die Jüngeren drauf.
Über die derzeitige politische Debatte zeigte Janda sich verärgert. Die Verantwortlichen in der Politik machten es sich zu einfach. Die Wähler fänden bestimmte Aspekte ungerecht, also lasse man es bleiben und fertig. Das sei sehr unreflektiert. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nütze überhaupt nicht den Menschen, für die sie gedacht gewesen sei. Der Dachdecker zahle für den früheren Ruhestand gut situierter Büroangestellter drauf. Für die Finanzierung der neuen, kapitalgedeckten Säule seien ohnehin zwei zusätzliche Beitragspunkte eingeplant. Das könne nur funktionieren, wenn nicht auch noch die abschlagsfreie Rente Milliardensummen auffresse.
Zur Debatte um Ausnahmeregelungen sagte Janda, die Kommission habe eine Rentenart konzipiert, die speziell auf Menschen abziele, die aus gesundheitlichen Gründen wirklich nicht mehr bis zur Regelaltersgrenze arbeiten könnten. Dann würde, anders als derzeit, tatsächlich der Dachdecker profitieren. Außerdem habe die Kommission von vornherein klargemacht, dass es bei der Abschaffung der abschlagsfreien Rente Übergangsfristen geben müsse. Fünf Jahre halte sie für realistisch.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Constanze Janda
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Rentenkommission, Tagesspiegel
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Constanze Janda, Co-Vorsitzende der Rentenkommission, hält die Empfehlung zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren für „zentral“, weil sie jährlich Milliarden koste, nicht nachhaltig finanzierbar sei und vor allem Jüngere belastet.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Empfehlung zur Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren wurde als zentral eingeordnet
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Constanze Janda zeigt sich über die politische Debatte verärgert
- Verantwortliche in der Politik würden sich laut ihr zu einfach machen
- Die Politik stelle ungerechte Aspekte als Wählerwünsche dar und lasse es dabei „bleiben und fertig“
- Von der abschlagsfreien Rente würden laut ihr insbesondere die eigentlich vorgesehenen Menschen nicht profitieren
- Jüngere müssten den Angaben zufolge die Kosten bis zur Abschaffung tragen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Jährlich steigende Kosten in Milliardenhöhe, die anderweitig dringend gebraucht werden
- Ein weiterer finanzieller Druck auf die nachfolgenden Generationen
- Die fehlende Nachhaltigkeit der Finanzierung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren
- Eine Erschwerung der Finanzierung der neuen kapitalgedeckten Säule, falls zusätzliche Ausgaben bestehen bleiben
- Benachteiligung der ursprünglich adressierten Personengruppe, während andere Berufsgruppen eher belastet werden
- Politische Debatten können als unreflektiert kritisiert werden, weil als ungerecht empfundene Punkte einfach aufgegeben werden
- Notwendigkeit von Übergangsfristen für die Abschaffung, um die Auswirkungen abzufedern
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja — Constanze Janda (Co-Vorsitzende der Rentenkommission) wird mit ihrer Stellungnahme zitiert.
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