Politik: Bahnzugangskontrollen in Berlin
Berlin () – Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) kann sich Zugangskontrollen an großen deutschen Bahnhöfen vorstellen. Im Fernverkehr könne es sinnvoll sein, den Zugang zu den Bahnsteigen stärker an eine gültige Fahrkarte zu knüpfen, sagte Bilger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
In anderen Ländern sei es teilweise üblich, dass man im Fernverkehr nur mit der Fahrkarte ans Gleis komme. Das System sei in Deutschland nicht direkt kopierbar, weil es historisch gewachsene Bahnhöfe gebe. Er halte den Ansatz aber grundsätzlich für sinnvoll und sehe Potenzial, ihn auch in Deutschland weiterzuentwickeln und praktisch zu erproben.
In anderen europäischen Ländern sind solche Kontrollen bereits verbreitet. In Frankreich gibt es laut der französischen Staatsbahn SNCF inzwischen an rund 20 Bahnhöfen Zugangsschleusen, über die nur Reisende mit gültiger Fahrkarte auf den Bahnsteig gelangen. Dazu zählen unter anderem die großen Pariser Bahnhöfe sowie Stationen in Lyon, Marseille, Lille, Rennes und Nantes. Die Fahrkarte wird dabei vor dem Zugang zum Bahnsteig elektronisch kontrolliert. Auch in Großbritannien gibt es solche Zugangskontrollen. Laut National Rail müssen Reisende an vielen Bahnhöfen Ticketschranken passieren, um zu den Bahnsteigen zu gelangen. An einigen größeren Bahnhöfen wird der Zugang zum Bahnsteig erst freigegeben, wenn der Zug zum Einsteigen bereit ist.
Bilger sieht zugleich eine wachsende Bedrohung für die Verkehrsinfrastruktur. Es gebe leider viele Fälle, in denen Verkehrsinfrastruktur angegriffen werde – bei Schienenstrecken, der Energieversorgung, auf Wasserstraßen und im Flugverkehr, sagte er. Es sei eine neue Realität, der man sich sehr bewusst sei. An sensiblen Stellen müsse der Schutz verbessert werden, zudem müsse nach einem Vorfall eine schnelle Reaktion möglich sein. Auch die Digitalisierung könne helfen, Probleme früher zu erkennen.
Mit Blick auf Drohnenvorfälle an Flughäfen kündigte Bilger eine schnellere Ausstattung der internationalen Flughäfen mit Drohnendetektionstechnik an. Die Deutsche Flugsicherung habe vom Ministerium den Auftrag erhalten, entsprechende Technik zu beschaffen. Nicht jeder Drohnenvorfall sei allerdings vorsätzlich. Bei einem Termin am Frankfurter Flughafen sei ihm berichtet worden, dass ein Kindergeburtstag direkt neben dem Flughafen gefilmt wurde. Früher hätte man bei so einem Alarm den Flugbetrieb eingestellt. Heute werde die Lage zunächst sehr schnell aufgeklärt, so Bilger weiter. Zugleich müsse jedem privaten Drohnenpiloten klar sein, dass ein gefährlicher Eingriff in den Flugverkehr strafbar sei.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Steffen Bilger
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), dts Nachrichtenagentur, Funke-Mediengruppe, SNCF, National Rail
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, großer deutsche Bahnhöfe (Fernverkehr/Bahnsteige) (allgemein), Paris (mehrere Bahnhöfe), Lyon, Marseille, Lille, Rennes, Nantes, Großbritannien (mehrere Bahnhöfe), Frankfurter Flughafen, Flughafen (internationalen Flughäfen) (allgemein)
Worum geht es in einem Satz?
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hält stärkere Zugangskontrollen an großen Bahnhöfen – etwa die Verknüpfung des Bahnsteigzugangs mit einer gültigen Fahrkarte – grundsätzlich für sinnvoll und spricht zugleich über den Ausbau des Schutzes gegen Angriffe sowie schnellere Drohnendetektion an internationalen Flughäfen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Wachsende Bedrohung für die Verkehrsinfrastruktur durch Angriffe auf Schienenstrecken, Energieversorgung, Wasserstraßen und den Flugverkehr
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Keine spezifische Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf den Vorschlag im Artikel beschrieben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Stärkere Verknüpfung des Zugangs zu Bahnsteigen im Fernverkehr mit einer gültigen Fahrkarte
- Mögliche Einführung oder Weiterentwicklung von Zugangskontrollen auch an deutschen Bahnhöfen durch praktische Erprobung
- Verbesserung des Schutzes sensibler Stellen der Verkehrsinfrastruktur
- Notwendigkeit schneller Reaktionsfähigkeit nach Angriffen oder Störungen der Verkehrsinfrastruktur
- Unterstützung der Früherkennung von Problemen durch Digitalisierung
- Beschleunigte Ausstattung internationaler Flughäfen mit Drohnendetektionstechnik
- Schnellere und gezieltere Aufklärung von Drohnenalarmen zur Vermeidung unnötiger Flugbetriebsunterbrechungen
- Verstärkte Bewusstseinsbildung bei privaten Drohnenpiloten über strafbare gefährliche Eingriffe in den Flugverkehr
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) wird mit seiner Aussage zu möglichen Zugangskontrollen an Bahnhöfen sowie zur Drohnendetektion zitiert.
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