Politik: Koalitionsdialog Berlin
Berlin () – Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, ist beunruhigt von der „großen Nervosität“ innerhalb der CDU und appelliert an die Union, weiter zusammen am gemeinsamen Reformprojekt zu arbeiten. Ob das unbedingt unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz sein müsste, ließ Wiese im Fernsehsender „Welt“ offen.
Er sei nicht zufrieden gewesen mit den Äußerungen des Bundeskanzlers, dass Bürger als „faul“ hingestellt worden seien. „Diese Debatte über Lifestyle-Teilzeit oder dass bestimmte Berufsgruppen Nutznießer sind. Das hat alles nicht geholfen.“ Wenn man Reformen machen wolle, dann müsse man die Bürger auch mitnehmen. Da müssten sie selbstkritisch hinschauen. Auch der Bundeskanzler müsse hier eine andere Tonlage auf den Weg bringen. Dennoch sei er sehr davon überzeugt, dass sie als Koalition mit der Union es hinbekommen müssten, dass sie es aus der demokratischen Mitte heraus schaffen, dieses Land zu regieren, so Wiese.
Auf die Frage, ob die SPD denn auch ohne Bundeskanzler Friedrich Merz in der Regierung verbleiben würde, antwortete Wiese ausweichend: Man habe schon den Eindruck, dass „ein bisschen die Nerven momentan blank liegen“ innerhalb der CDU. Aber er könne nur noch mal an den Koalitionspartner appellieren, jetzt wirklich wieder in die Spur zu kommen, Dinge gemeinsam mit ihnen auch besser zu machen. Auch Markus Söder habe gestern gesagt, sie wollten diese Koalition letztendlich zum Erfolg führen. Und daran arbeiteten sie jetzt gemeinsam, nach dem Sonntag, auch nach den Landtagswahlen, hier die richtigen Entscheidungen für das Land zu treffen.
Die Forderung des Vorsitzenden des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion, Christian von Stetten, nach Absetzung von SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas hält Wiese für kontraproduktiv: Wenn die Bürger eins nicht sehen wollten, dann seien es solche Äußerungen, so Wiese. Was die Bürger auch nicht wollten, sei, dass man sich auf offener Bühne streite. Solche Äußerungen seien definitiv nicht hilfreich. Eine Trennung von Ministeramt und Parteivorsitz bei der SPD lehnte Wiese ab.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Dirk Wiese, Friedrich Merz, Markus Söder, Christian von Stetten, Bärbel Bas
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
SPD-Bundestagsfraktion, SPD, CDU, CDU/Union, Bundeskanzler, Friedrich Merz, Fernsehsender Welt, Koalitionspartner, Markus Söder, Unionsfraktion, Christian von Stetten, Parlamentskreis Mittelstand, SPD-Arbeitsministerin, Bärbel Bas, Ministeramt, Parteivorsitz der SPD, Landtagswahlen
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
SPD-Parlamentarischer Geschäftsführer Dirk Wiese kritisiert die „Nervosität“ in der CDU, fordert die Union zu mehr Zusammenarbeit am Reformprojekt auf und warnt vor kontraproduktiven Streitforderungen wie der nach Absetzung von Bärbel Bas.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Äußerungen des Bundeskanzlers, Bürger als „faul“ hingestellt zu haben und die daraus folgende Debatte über Lifestyle-Teilzeit sowie bestimmte Berufsgruppen als Nutznießer
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Dirk Wiese beschreibt eine „große Nervosität“ bzw. „Nerven blank“ innerhalb der CDU
- Er verweist darauf, dass die Äußerungen des Bundeskanzlers („faul“, Debatte über Lifestyle-Teilzeit und Nutznießer bestimmter Berufsgruppen) nicht geholfen hätten
- Wiese fordert eine andere Tonlage und dass Reformen die Bürger mitnehmen müssten
- Die SPD halte Forderungen nach Absetzung von Arbeitsministerin Bärbel Bas für kontraproduktiv
- Wiese kritisiert, dass man sich „auf offener Bühne“ streite, und sagt, das sei für die Bürger nicht gewollt
Welche Konsequenzen werden genannt?
- SPD fordert, dass Bürger bei Reformen mitgenommen werden und Reformen nur mit einer passenden Tonlage umgesetzt werden
- Appell an die Union, wieder konstruktiv auf einem gemeinsamen Reformkurs zu arbeiten
- Forderung nach Selbstkritik der Beteiligten, um Lösungen zu verbessern
- Erwartung, dass die Koalition aus der demokratischen Mitte heraus erfolgreich regieren kann
- Hinweis, dass parteiinterne Spannungen innerhalb der CDU nicht weiter eskalieren sollen
- Ablehnung öffentlicher Streitigkeiten, da diese als nicht hilfreich gelten
- Kritik an einer geforderten Absetzung von SPD-Ministerinnen, weil sie als kontraproduktiv bewertet wird
- Zurückweisung einer Trennung von Ministeramt und Parteivorsitz bei der SPD
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja – Dirk Wiese wird mit mehreren direkten Stellungnahmen/Äußerungen zitiert (z. B. zu Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz und zur Koalitionsarbeit mit der CDU).
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