Thüringen: Rettungsdienst-Daten offenbaren Defizite
Erfurt () – Die Linke im Thüringer Landtag hat erhebliche Versäumnisse bei der Datenlage im Rettungsdienst beklagt. Anlass sind zwei Antworten der Landesregierung auf Kleine Anfragen zu Hilfsfristen, Eintreffzeiten und der Datengrundlage des Rettungsdienstes, wie die Fraktion mitteilte.
Im vergangenen Jahr haben die Zentralen Leitstellen in Thüringen 522.685 Einsätze an den Rettungsdienst vermittelt.
Nach Angaben der Linken wurden die Hilfsfristen regional sehr unterschiedlich eingehalten. Im Saale-Holzland-Kreis lag der Anteil nicht eingehaltener Fristen bei 42,8 Prozent, im Weimarer Land bei 35,5 Prozent, im Kyffhäuserkreis bei 28,5 Prozent, in Saalfeld-Rudolstadt bei 26,8 Prozent und in Sömmerda bei 26,4 Prozent.
Für Erfurt und Weimar hätten trotz Aufforderung keine Hilfsfriststatistiken vorgelegen – für Erfurt im Jahr 2023, für Weimar im Jahr 2024.
Die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin Lena Saniye Güngör bemängelte außerdem, dass der Landesregierung keine Informationen über nicht besetzte Rettungsmittel, Notarzteinsatzfahrzeuge, Rettungswachen oder Schichten vorlägen. Auch Daten zur Auslastung der Rettungsmittel, zur Bindungsdauer von Fahrzeugen, zu Übergabezeiten an Krankenhäusern und zur Verfügbarkeit geeigneter Rettungsmittel würden nicht übermittelt.
Dadurch bleibe unklar, ob Probleme durch Leitstellenprozesse, fehlende Vorhaltung, lange Fahrwege, Krankenhausübergaben oder Schnittstellenprobleme entstünden.
Güngör forderte daher eine landeseinheitliche, digitale und vergleichbare Rettungsdienststatistik, die nicht erst im Jahresrückblick greife. „Wer bei Rettungsfristen erst im Jahresrückblick und mit lückenhaften Daten hinschaut, erkennt Versorgungsprobleme zu spät“, sagte die Abgeordnete. Das Land müsse wissen, wo Risiken entstünden und welche Gegenmaßnahmen wirkten. „Rettungsdienst darf nicht nach Aktenlage verwaltet werden.
Er braucht ein belastbares Frühwarnsystem.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Lena Saniye Güngör
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die Linke, Thüringer Landtag, Landesregierung, dts Nachrichtenagentur, Zentralen Leitstellen in Thüringen, Saale-Holzland-Kreis, Weimarer Land, Kyffhäuserkreis, Saalfeld-Rudolstadt, Sömmerda, Erfurt, Weimar, Lena Saniye Güngör
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Worum geht es in einem Satz?
Die Linke im Thüringer Landtag kritisiert, dass die Landesregierung erhebliche Mängel in der Datenlage des Rettungsdienstes hat und fordert deshalb eine landeseinheitliche, digitale und lückenfreie Rettungsdienststatistik, weil sonst Versorgungsprobleme (z. B. bei Hilfsfristen) zu spät erkannt würden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- zwei Antworten der Landesregierung auf Kleine Anfragen zu Hilfsfristen, Eintreffzeiten und der Datengrundlage des Rettungsdienstes
- unterschiedliche Einhaltung der Hilfsfristen in verschiedenen Regionen
- für Erfurt (2023) und Weimar (2024) trotz Aufforderung fehlende Hilfsfriststatistiken
- fehlende Informationen zu nicht besetzten Rettungsmitteln, Notarzteinsatzfahrzeugen, Rettungswachen oder Schichten
- fehlende Daten zu Auslastung der Rettungsmittel, Bindungsdauer von Fahrzeugen, Übergabezeiten an Krankenhäusern und Verfügbarkeit geeigneter Rettungsmittel
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Nicht beschrieben, wie Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf die Kritik der Linken reagiert haben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unklare Versorgungs- und Risiko-Lage im Rettungsdienst wegen lückenhafter Daten zu Einhaltung von Hilfsfristen und Einsatzqualität
- Mögliche Verzögerung bei der Identifikation von Versorgungsproblemen, weil Daten erst zeitverzögert und regional unvollständig ausgewertet werden
- Fehlende Einschätzbarkeit, ob Probleme durch Leitstellenprozesse fehlende Vorhaltung lange Fahrwege oder Krankenhausübergaben entstehen
- Unklarheit über die Ursachen von Defiziten mangels Informationen zu nicht besetzten Rettungsmitteln Notarzteinsatzfahrzeugen Rettungswachen und Schichten
- Unzureichende Datengrundlage zur Beurteilung von Auslastung Bindungsdauer und Übergabezeiten wodurch die Steuerung von Verbesserungsmaßnahmen erschwert wird
- Fehlende Vergleichbarkeit und Kontrollmöglichkeit zwischen Regionen durch uneinheitliche bzw. nicht vorhandene Hilfsfriststatistiken
- Erschwerte Wirksamkeitsprüfung von Gegenmaßnahmen weil Risiken und Auslöser nicht frühzeitig erkennbar sind
- Bedarf an einem landeseinheitlichen digitalen Frühwarnsystem zur rechtzeitigen Erkennung von Risiken im Rettungsdienst
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Die gesundheits- und pflegepolitische Sprecherin Lena Saniye Güngör macht in der Antwort direkte Kritik („Wer bei Rettungsfristen erst im Jahresrückblick…“, „Rettungsdienst darf nicht nach Aktenlage verwaltet werden. Er braucht ein belastbares Frühwarnsystem.“).
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