Politik: Pünktlichkeitsziele bei der Bahn verschärfen
Berlin () – Der Fahrgastverband Pro Bahn rät Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), die Pünktlichkeit von Zügen strenger zu definieren und sich neue Berater zu suchen.
Bilger solle die Gelegenheit für eine „ehrliche Pünktlichkeitsbewertung“ nutzen, sagte der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Lukas Iffländer dem Tagesspiegel. Verspätungen sollten ab drei Minuten zählen wie in der Schweiz statt ab sechs Minuten, und ausgefallene Züge sollten als verspätet gelten.
Iffländer sagte, der Minister werde sich sehr anstrengen müssen, die Boni „richtig zu gestalten“. Bisher hätten die Bahnmanager das Ministerium „immer ausgetrickst“. Da ausgefallene Züge nicht als unpünktlich gälten, seien einst so viele Halte ausgelassen worden, bis der Zug auf seiner Rückfahrt wieder pünktlich gewesen sei. Der damalige Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla habe „dicke Boni“ kassiert, als schon klar war, dass das Netz die Generalsanierungen braucht. Daher sollte der Minister sich bei der Gestaltung von denjenigen beraten lassen, die nicht schon bisher die Bonusgestaltung gemacht und entsprechende Lücken hinterlassen hätten.
Ausschließlich die Pünktlichkeit sollte aber nicht bewertet werden, sagte Iffländer, da man auch diese austricksen könne. So habe die ehemalige Bahnvorständin Daniela Gerd tom Markotten verkündet, „dass man plane, notwendige Baustellen nicht durchzuführen, um die Pünktlichkeit kurzfristig zu erhöhen. Das konnte zum Glück verhindert werden.“
Generell müsse das Bundesverkehrsministerium mehr auf die Branche und Verbände hören, sagte der Pro-Bahn-Chef. Beim Dialog zur Infrastrukturgesellschaft InfraGO habe man mehrere Vorschläge gemacht, wie die Boni zu gestalten seien, sodass sie nicht ausgetrickst werden können. Diese seien aber nicht umgesetzt worden.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Steffen Bilger, Lukas Iffländer, Ronald Pofalla, Daniela Gerd tom Markotten
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Pro Bahn, Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), Tagesspiegel, Bahnmanager, Ronald Pofalla, Daniela Gerd tom Markotten, Bundesverkehrsministerium, InfraGO
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, die Regeln zur Zugpünktlichkeit strenger und transparenter zu definieren (z. B. Verspätungen ab 3 Minuten sowie ausgefallene Züge als verspätet), damit Boni nicht wie bisher durch „Austricksereien“ der Bahnmanager umgangen werden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Empfehlung von Pro Bahn an Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, die Pünktlichkeit strenger zu definieren
- Forderung, Verspätungen ab drei Minuten statt ab sechs Minuten zu zählen und ausgefallene Züge als verspätet zu behandeln
- Vorwurf, Bahnmanager hätten das Ministerium bei der Bonusgestaltung bislang „ausgetrickst“
- Hinweis auf Praxis, bei der Halte ausgelassen wurden, bis der Zug auf Rückfahrt wieder pünktlich war
- Bezug auf Ankündigung von Daniela Gerd tom Markotten, geplante notwendige Baustellen nicht durchzuführen, um die Pünktlichkeit kurzfristig zu erhöhen
- Behauptung, dass Vorschläge aus dem Dialog zur Infrastrukturgesellschaft InfraGO zur Bonusgestaltung nicht umgesetzt wurden
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Pro Bahn kritisiert, dass Bahnmanager das Ministerium bei der Bonusgestaltung „immer ausgetrickst“ hätten
- Pro Bahn fordert Bundesverkehrsminister Steffen Bilger auf, die Pünktlichkeit strenger zu definieren und sich neue Berater zu suchen
- Pro Bahn setzt sich dafür ein, dass Verspätungen ab drei Minuten zählen und ausgefallene Züge als verspätet gelten
- Pro Bahn sagt, frühere Bonusanreize hätten Fehlanreize begünstigt, etwa ausgelassene Halte bis zur Rückfahrt zur „Pünktlichkeit“
- Pro Bahn verlangt mehr Dialog des Bundesverkehrsministeriums mit der Branche und Verbänden, da Vorschläge zum Boni-Dialog bei InfraGO nicht umgesetzt worden seien
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Strengere Definition der Pünktlichkeit von Zügen nach einem veränderten Bewertungsmaßstab
- Höhere Berücksichtigung von Verspätungen ab drei Minuten statt erst ab sechs Minuten
- Ausgefallene Züge würden künftig als verspätet gelten
- Neubewertung der Bonusgestaltung für Bahnmanager mit stärkerer Ausrichtung an echter Pünktlichkeit
- Verhindern von Anreizwirkungen, die zu ausgefallenen Halten oder taktischen Entscheidungen zur Pünktlichkeitsoptimierung führen
- Mehr Einfluss von Verbänden und der Branche auf die Ausgestaltung von Bonusregelungen
- Umsetzungsvorgaben und Dialogergebnisse zur Infrastrukturgesellschaft InfraGO sollen stärker berücksichtigt werden
- Beratung des Verkehrsministers durch Personen, die nicht bereits zuvor an der Bonusgestaltung mitgewirkt haben
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Der Pro-Bahn-Bundesvorsitzende Lukas Iffländer nimmt Stellung und kritisiert Bilgers Vorgehen zur Bonus- und Pünktlichkeitsbewertung.
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