Wohnungsmarkt in Deutschland: Herausforderungen durch neues Gesetz
Berlin () – Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) könnte nach Einschätzung von Verbänden dazu führen, dass sich die Zahl der verfügbaren Mietwohnungen in Deutschland deutlich verringert. Der Eigentümerverband Haus und Grund prognostiziert einen Rückgang auf dem Mietmarkt um bis zu drei Millionen Wohnungen, berichtet die „Bild“ (Donnerstagausgabe).
Grund dafür sei, dass Millionen Wohnungen mit Gasetagenheizungen betrieben werden und der Einbau einer Wärmepumpe vielfach nicht möglich sei, sagte Verbandspräsident Kai Warnecke der Zeitung. Vermieter seien daher gezwungen, neue Gasheizungen einzubauen und müssten sich in der Folge an den Heizkosten der Mieter beteiligen. „Die Kostenrisiken werden mit der neuen Regelung unkalkulierbar“, sagte Warnecke. Man werde vielen Vermietern deshalb nicht empfehlen können, ihre Wohnungen weiter zu vermieten.
Auch die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands SoVD, Michaela Engelmeier, warnt vor einem spürbaren Rückgang der verfügbaren Mietwohnungen. Sie sehe die Gefahr, dass Eigentümer aufgrund des Kostendrucks ihre Immobilien eher verkaufen, statt zu vermieten. Das würde die Lage am Wohnungsmarkt weiter verschärfen und die Mieten weiter nach oben treiben. Das wäre absolut kontraproduktiv für rund drei Millionen Betroffene, sagte Engelmeier der „Bild“.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wies die Warnungen zurück. „Die Kritik ist für uns nicht nachvollziehbar, da der Entwurf eine notwendige Flexibilität bei der Heizungswahl schafft“, sagte ihr Sprecher der Zeitung. Im parlamentarischen Verfahren könnten sich noch Änderungen ergeben.
Der Gebäudesektor verpasst aktuell regelmäßig die CO2-Einsparziele im Bundes-Klimaschutzgesetz und der EU-Klimaschutzverordnung. Die Ampel-Regierung hatte daher das Gebäudeenergiegesetz (GEG) reformiert und für den Einbau neuer Heizungen die Vorgabe aufgestellt, dass diese mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, also beispielsweise durch Wärmepumpen oder Solarthermie.
CDU/CSU und SPD will diese Regel nun mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) kippen. Stattdessen sollen neue Öl- und Gasheizungen mit einem steigenden Anteil an synthetischen Kraftstoffen und Biogas betrieben werden müssen. Die Kosten für diese wahrscheinlich teure Beimischung, die steigenden Netzentgelte sowie für den ebenfalls steigenden CO2-Preis beim Heizen soll in diesen Fällen künftig auf Mieter und Vermieter aufgeteilt werden. Experten erwarten allerdings, dass diese sogenannte „Biotreppe“ nicht ausreichen wird, um die Klimaziele im Gebäudebereich einzuhalten, sodass nach dem Lastenteilungsmechanismus der EU milliardenschwere Zahlungen auf die Steuerzahler zukommen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Satellitenschüssel an Wohnhaus (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Kai Warnecke, Michaela Engelmeier, Verena Hubertz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Haus und Grund, Sozialverband SoVD, Verena Hubertz, SPD, CDU/CSU, Ampel-Regierung, Experten
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden in Deutschland, insbesondere in Berlin, statt.
Worum geht es in einem Satz?
Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz könnte laut Verbänden die Verfügbarkeit von Mietwohnungen in Deutschland drastisch reduzieren, da Vermieter durch kostspielige Heizungsanpassungen gezwungen sein könnten, ihre Immobilien nicht mehr zu vermieten oder sogar zu verkaufen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Einführung des Gebäudemodernisierungsgesetzes
- Notwendigkeit zur Einsparung von CO2-Emissionen
- Umstellung auf erneuerbare Energien bei Heizungen
- Vorhandene Gasetagenheizungen in Millionen Wohnungen
- Kostenrisiken für Vermieter durch neue Regelungen
- Möglichkeit für Eigentümer, Immobilien zu verkaufen statt zu vermieten
- Anpassungen an Heizkosten durch Vermieter
- Kritik und Bedenken von Verbänden und Sozialverbänden
- Politische Auseinandersetzungen zwischen Parteien
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Verbände warnen vor Rückgang der Mietwohnungen um bis zu drei Millionen
- Eigentümerverband spricht von unkalkulierbaren Kostenrisiken für Vermieter
- Sozialverband sieht Gefahr, dass Eigentümer Immobilien verkaufen statt vermieten
- Bundesbauministerin weist Kritik zurück und betont Flexibilität der Regelung
- Reform zielt auf Einhaltung von CO2-Einsparzielen im Gebäudesektor
- CDU/CSU und SPD planen Änderungen zur Verwendung synthetischer Kraftstoffe und Biogas
- Experten zweifeln an der Wirksamkeit der neuen Regelung zur Erreichung der Klimaziele
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verringerung der verfügbaren Mietwohnungen um bis zu drei Millionen
- Eigentümer könnten Immobilien verkaufen anstatt sie zu vermieten
- Verschärfung der Situation auf dem Wohnungsmarkt
- Anstieg der Mieten
- Unkalkulierbare Kostenrisiken für Vermieter
- Aufteilung der steigenden Kosten auf Mieter und Vermieter
- Mögliche milliardenschwere Zahlungen auf Steuerzahler
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Verbandspräsident Kai Warnecke äußert sich besorgt über die neuen Regelungen und sagt, dass die Kostenrisiken aufgrund der neuen Regelung unkalkulierbar werden und viele Vermieter daher nicht empfehlen können, ihre Wohnungen weiter zu vermieten.
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