Gesellschaft: Streit um Arbeits- und Rentenpolitik in Berlin
Berlin () – Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi hat deutliche Kritik an den zentralen Aussagen von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) zur Renten- und Arbeitszeitpolitik geäußert.
Fahimi wies Klingbeils Satz zurück, Deutschland müsse „aufhören, ein früheres Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu fördern“. Diese Aussage sei „falsch“, sagte Fahimi dem „Tagesspiegel“ (Dienstagsausgabe). Klingbeils Forderung, längeres Arbeiten stärker zu fördern, lehnte Fahimi ab. Wer länger arbeiten wolle, könne dies bereits, sagte sie – vielen fehle aber schlicht die Möglichkeit. „Über 55-jährige Arbeitslose finden außerdem selten noch einen guten Job“, sagte sie. Die gestiegene Erwerbsquote sei kein Erfolg der Rente mit 67, sondern einer verbesserten Arbeitsmarktpolitik.
Fahimi wies außerdem Klingbeils jüngste Aussage, die Gesellschaft müsse insgesamt mehr arbeiten, zurück. Sie verneinte die Frage, ob Klingbeil damit recht habe. „Deutschland hat kein Problem mit dem Arbeitsvolumen, hier wird grundsätzlich genug gearbeitet“, sagte sie: „Oder was soll der Industriearbeiter, der gerade auf Kurzarbeit ist, von solchen Aussagen halten? Oder die 120.000 Menschen, die 2025 in der Industrie ihren Job verloren haben?“
In Vollzeit-Jobs werde in Deutschland „nicht weniger gearbeitet als im europäischen Ausland“, sagte Fahimi. Deutschland habe eine überproportional hohe Teilzeit-Quote, was aber „ein Grund zur Freude, nicht zur Klage“ sei, denn damit sei die Frauen-Erwerbsquote deutlich gestiegen.
Den Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder für eine Stunde Mehrarbeit pro Woche wies die DGB-Chefin zurück. „Das sind technokratische Zahlenspiele, die an der Realität vorbeigehen“, sagte sie. Söder sei für die Vereinbarung von Wochenarbeitszeiten nicht zuständig. „Dieses politische Reinfummeln in Tarifvertragsverhandlungen ist der Versuch, die darin stattfindenden Verteilungskompromisse aufzuweichen“, sagte Fahimi. „Das verbitte ich mir.“
Kritisch äußerte sich Fahimi zudem zu Klingbeils Befürchtung, die SPD werde zu sehr als Partei der Transferleistungsempfänger wahrgenommen. Dieses Feedback müsse die SPD „sehr ernst nehmen“, sagte sie, und wieder stärker einem klaren Kurs sozialer Gerechtigkeit folgen, statt sich in „kleinteiligen Kompromissen“ zu verlieren. „Das Profil der SPD ist offenbar zu unscharf“, sagte die einstige SPD-Generalsekretärin.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Yasmin Fahimi, Lars Klingbeil, Markus Söder
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
DGB, Lars Klingbeil, SPD, Tagesspiegel, CSU, Markus Söder.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi kritisierte scharf die Aussagen von Vizekanzler Lars Klingbeil zur Renten- und Arbeitszeitpolitik, wies seine Forderungen nach längerer Arbeitszeit zurück und forderte eine klare politische Ausrichtung der SPD auf soziale Gerechtigkeit.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Kritik von DGB-Vorsitzender Yasmin Fahimi an Vizekanzler Lars Klingbeil
- Ablehnung von Klingbeils Aussagen zur Renten- und Arbeitszeitpolitik
- Diskussion über frühzeitigen Ruhestand und längeres Arbeiten
- Erwähnung der Schwierigkeiten für über 55-Jährige, neue Jobs zu finden
- Aussage über die gestiegene Erwerbsquote und verbesserte Arbeitsmarktpolitik
- Rückweisung von der Forderung nach zusätzlicher Arbeitszeit pro Woche
- Kritik am politischen Eingriff in Tarifverhandlungen
- Forderung nach klarer sozialer Gerechtigkeitspolitik der SPD
- Wahrnehmung der SPD als Partei der Transferleistungsempfänger
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi kritisiert Vizekanzler Lars Klingbeil stark
- Fahimi lehnt Klingbeils Aussage zu früherem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben ab
- Sie betont, dass viele über 55-Jährige kaum gute Jobs finden
- Fahimi widerspricht der Aussage, die Gesellschaft müsse mehr arbeiten
- Sie weist auf die bestehende Arbeitsvolumen in Deutschland hin
- Kritisiert Vorschlag von Markus Söder für zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche
- Warnt vor politischer Einflussnahme auf Tarifverträge
- Erinnerung an SPD, wieder klaren Kurs sozialer Gerechtigkeit zu verfolgen
- Betont, das Profil der SPD sei zu unscharf
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kritik an Aussagen zur Renten- und Arbeitszeitpolitik
- Ablehnung längerer Arbeitszeiten
- Hinweis auf Schwierigkeiten für über 55-jährige Arbeitslose
- Verneinung des Problems mit dem Arbeitsvolumen
- Ablehnung der Idee mehrerer Arbeitsstunden pro Woche
- Warnung vor technokratischen Eingriffen in Tarifvertragsverhandlungen
- Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit innerhalb der SPD
- Hinweis auf unscharfes Profil der SPD
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme der DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi zitiert, die deutliche Kritik an den Aussagen von Vizekanzler Lars Klingbeil zur Renten- und Arbeitszeitpolitik äußert.
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