Union und SPD gegen Komplett-Abschaffung freiwilliger Leistungen

Gesundheitspolitik in Berlin: Debatte um Zusatzleistungen

() – Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD erteilen der Forderung des Kassenärzte-Chefs eine Absage, die freiwilligen Leistungen der Krankenkassen abzuschaffen.

„Der Vorschlag, freiwillige Satzungsleistungen der Krankenkassen vollständig abzuschaffen, greift zu kurz und lenkt aus meiner Sicht vom eigentlichen Reformbedarf ab“, sagte Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, dem „Stern“.

Auch die Sozialdemokraten äußerten sich skeptisch. „Wer den Eindruck erweckt, man könne durch das Streichen einzelner Zusatzleistungen die gesetzliche nachhaltig sanieren, greift zu kurz“, sagte Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Beitragsmittel seien Solidarmittel, jede Ausgabe müsse am medizinischen und evidenzbasierten Nutzen gemessen werden. Doch: „Das strukturelle Finanzierungsproblem lösen wir damit nicht.“

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte gefordert, die freiwilligen Leistungen der komplett abzuschaffen. Dazu zählen etwa professionelle Zahnreinigungen, aber auch umstrittene Behandlungsmethoden wie .

„Symboldebatten über freiwillige Leistungen helfen nicht weiter“, sagte CDU-Gesundheitsexpertin Simone Borchardt. Sie pocht auf „echte Strukturreformen“, etwa bei der Effizienz in der Versorgung und dem Abbau von Doppelstrukturen. Auch würde die Abschaffung freiwilliger Leistungen die „strukturellen Finanzprobleme“ der gesetzlichen Krankenversicherung nicht lösen.

Ähnlich argumentiert SPD-Mann Pantazis. Leistungen ohne wissenschaftlich belegbaren Nutzen gehörten zwar auf den Prüfstand, sagte er. „Gleichzeitig müssen wir aber ehrlich bleiben: Selbst, wenn freiwillige Satzungsleistungen in einer Größenordnung von rund einer Milliarde eingespart würden, betrifft das nur einen Bruchteil der GKV-Gesamtausgaben von über 300 Milliarden Euro jährlich.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Arztpraxis für Allgemeinmedizin (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Simone Borchardt, Christos Pantazis, Andreas Gassen

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

CDU/CSU, SPD, Kassenärztliche Vereinigung (KBV), Stern

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin statt.

Worum geht es in einem Satz?

Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD lehnen die Forderung des Kassenärzte-Chefs ab, die freiwilligen Leistungen der Krankenkassen abzuschaffen, und betonen, dass dies die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung nicht löst und echte Reformen erforderlich sind.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Forderung des Kassenärzte-Chefs zur Abschaffung freiwilliger Leistungen
  • Skeptische Reaktionen der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD
  • Diskussion über Reformbedarf im Gesundheitssystem
  • Hinweis auf strukturelle Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Erwähnung von Leistungen mit und ohne evidenzbasiertem Nutzen
  • Forderung nach echten Strukturreformen in der Gesundheitsversorgung
  • Bedenken bezüglich Symboldebatten ohne substanzielle Lösungen
  • Finanzielle Angaben zu Einsparmöglichkeiten im Vergleich zu Gesamtausgaben der GKV

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD lehnen Forderung nach Abschaffung freiwilliger Leistungen der Krankenkassen ab
  • Simone Borchardt (CDU/CSU): Vorschlag greift zu kurz, lenkt vom Reformbedarf ab
  • Christos Pantazis (SPD): Streichung einzelner Zusatzleistungen saniert gesetzliche Krankenversicherung nicht nachhaltig
  • Beitragsmittel sind Solidarmittel, jede Ausgabe muss evidenzbasiert sein
  • Andreas Gassen (KBV) fordert vollständige Abschaffung freiwilliger Leistungen
  • CDU-Gesundheitsexpertin fordert echte Strukturreformen, Abschaffung hilft nicht bei strukturellen Problemen
  • Pantazis: Einsparungen bei freiwilligen Leistungen betreffen nur einen kleinen Teil der Gesamtausgaben der GKV

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Absage an die Abschaffung freiwilliger Leistungen der Krankenkassen
  • Fokus auf Reformbedarf und Strukturreformen gefordert
  • Skepsis gegenüber kurzfristigen Einsparungen
  • Einsparungen bei freiwilligen Leistungen betreffen nur einen geringen Teil der Gesamtausgaben
  • Notwendigkeit echter Effizienzsteigerungen in der Versorgung
  • Diskussion um wissenschaftlich unbelegte Leistungen erforderlich

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, spricht sich gegen die Abschaffung der freiwilligen Leistungen der Krankenkassen aus und betont, dass der Vorschlag vom eigentlichen Reformbedarf ablenkt.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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