Bürgergeld: Ministerium fürchtet hohe Kosten durch Arbeitspflicht

Politik in Sachsen-Anhalt: Arbeitspflicht-Diskussion

() – Der Vorstoß von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven (CDU) zur Einführung einer Arbeitspflicht für Bürgergeld-Empfänger stößt im Bundesarbeitsministerium von Bärbel Bas (SPD) auf Skepsis.

Zwar könnten Arbeitsgelegenheiten „dazu beitragen, Tagesstrukturen zu stabilisieren und Mitwirkungsbereitschaft zu fördern“, sagte eine Sprecherin der „Bild“ (Montagausgabe) auf Anfrage. Entscheidend sei, „dass sie zeitlich befristet, individuell begründet und in eine weiterführende Integrationsstrategie eingebettet sind“.

Die operative Ausgestaltung liege im Ermessen der Jobcenter vor Ort.

Zu beachten seien aber auch die Kosten. „Die Bereitstellung von gemeinnützigen Arbeitsgelegenheiten ist mit hohen Kosten und einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, zum Beispiel weil die Arbeitsgelegenheiten organisiert und die beaufsichtigt werden muss. Es entstehen also Kosten zusätzlich zu den weiterlaufenden Regelleistungen“, so die Sprecherin.

„Vorrangiges Ziel muss es deswegen stets sein, Bürgergeldbeziehende in reguläre Beschäftigung zu integrieren.“

Schulze verteidigte seine Forderung.

„Arbeitspflicht – das geht, und das muss sein. Und der bürokratische Aufwand wird verhältnismäßig klein sein“, sagte er der Zeitung.

„Wenn man es will, kriegt man es hin. Wenn man es nicht will, erfindet man Ausreden, so wie das Bundesarbeitsministerium.“

Er werde in Sachsen-Anhalt vormachen, dass eine Arbeitspflicht möglich ist, so Schulze.

Er werde „in den nächsten Tagen“ in Sachsen-Anhalt einen Zeitplan vorlegen. „Der Staat darf sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen, der Sozialstaat schon gar nicht.“

Nach Artikel 12 des Grundgesetzes darf in niemand zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden.

Die einzigen Ausnahmen hiervon sind gerichtlich angeordnete Freiheitsentziehungen und eine allgemeine, für alle gleiche, öffentliche Dienstpflicht. Bürgergeldempfänger können nach Paragraf 16d SGB II zu sogenannten Arbeitsgelegenheiten verpflichtet werden.

Sie sollen dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit dienen. Die Teilnahme gilt als Mitwirkungspflicht und kann bereits jetzt mit einer Kürzung des Bürgergeldes sanktioniert werden.

Eine strengere Arbeitspflicht hatte zuerst die AfD-Bundestagsfraktion ins gebracht.

Im Oktober 2023 hatte sie vorgeschlagen, dass Arbeitslosengeldempfänger, die „Bürgerarbeit“ verweigern, statt Barmitteln nur noch Sachdienstleistungen erhalten sollen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Jobcenter (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Sven Schulze, CDU, Bärbel Bas, SPD, Jobcenter, Bild, Bundesarbeitsministerium, AfD-Bundestagsfraktion

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Sachsen-Anhalt.

Worum geht es in einem Satz?

Der Vorschlag von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze zur Einführung einer Arbeitspflicht für Bürgergeld-Empfänger findet im Bundesarbeitsministerium Skepsis, da die hohe Kosten und der bürokratische Aufwand für gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten berücksichtigt werden müssen, während Schulze betont, dass seine Forderung umsetzbar ist.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Vorstoß von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze zur Einführung einer Arbeitspflicht
  • Skepsis im Bundesarbeitsministerium unter Bärbel Bas
  • Ziel der Stabilisierung von Tagesstrukturen und Förderung der Mitwirkungsbereitschaft
  • Hohe Kosten und Verwaltungsaufwand für gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten
  • Forderung nach Integration in reguläre Beschäftigung
  • Schulzes Verteidigung der Arbeitspflicht und geringem bürokratischen Aufwand
  • Hinweis auf Artikel 12 des Grundgesetzes und Ausnahmen im Arbeitsrecht
  • Vorschlag der AfD-Bundestagsfraktion zur Einschränkung von Leistungen für Arbeitslosengeldempfänger

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Vorstoß zur Arbeitspflicht von Ministerpräsident Schulze (CDU) stößt auf Skepsis im Bundesarbeitsministerium
  • Sprecherin betont Wichtigkeit von zeitlich befristeten, individuell begründeten Arbeitsgelegenheiten
  • Hinweis auf hohe Kosten und Verwaltungsaufwand bei der Bereitstellung von Arbeitsgelegenheiten
  • Vorrangiges Ziel soll Integration in reguläre Beschäftigung sein
  • Schulze verteidigt seine Forderung und kündigt Zeitplan an
  • Hinweis auf das Grundgesetz, welches Zwangsarbeit verbietet
  • AfD hat zuerst strengere Arbeitspflicht ins Gespräch gebracht

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Skepsis im Bundesarbeitsministerium
  • Möglichkeit der Stabilisierung von Tagesstrukturen
  • Förderung der Mitwirkungsbereitschaft
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  • Hohe Kosten und Verwaltungsaufwand für Arbeitsgelegenheiten
  • Kosten zusätzlich zu Regelleistungen
  • Ziel der Integration in reguläre Beschäftigung
  • Möglichkeit der Sanktionierung durch Kürzung des Bürgergeldes
  • Strengere Arbeitspflicht als politisches Thema
  • Vorschlag der AfD zu Sachdienstleistungen statt Barmitteln

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums zitiert, die Skepsis gegenüber dem Vorstoß von Sven Schulze äußert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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