Linke fordert Neuaufrollung der Ermittlungen zu Brandanschlag in Lübeck

Politik: Forderung nach Neubewertung rechter Gewalt in MV

() – Die Linksfraktion im Landtag hat gefordert, die Ermittlungen zum tödlichen Brandanschlag auf ein Wohnhaus in der Lübecker Hafenstraße im Januar 1996 neu aufzurollen. Das teilte der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Michael Noetzel, am Montag nach der Sitzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses mit.

Bei dem Anschlag hatten zehn ihr Leben verloren.

Noetzel zeigte sich entsetzt über die Schilderungen eines Sachverständigen im Ausschuss. Unmittelbar nach der Tat seien vier Rechtsradikale aus Grevesmühlen trotz schwerwiegender Indizien in den Fokus geraten, die Ermittlungen hätten sich dann aber ausschließlich auf einen Bewohner des Hauses konzentriert.

Selbst nach zwei Freisprüchen dieses Mannes und zwischenzeitlichen Geständnissen der mutmaßlich rechtsextremen Täter habe die Staatsanwaltschaft nicht von ihrem Kurs abgelassen. Die Tat bleibe bis ungesühnt.

Der Politiker betonte, Mord verjähre nicht.

Er forderte eine umfassende Neubewertung sogenannter Altfälle rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Beratungsstelle gehe von mindestens 15 rechtsmotivierten Tötungsdelikten im Land aus, staatlich anerkannt seien aber nur fünf.

Für Betroffene und Hinterbliebene sei die Anerkennung einer rechten Motivlage enorm wichtig.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Justicia (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Michael Noetzel, Staatsanwaltschaft, Beratungsstelle

Wann ist das Ereignis passiert?

Das beschriebene Ereignis fand im Januar 1996 statt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:

Schwerin, Lübecker Hafenstraße, Grevesmühlen, Mecklenburg-Vorpommern.

Worum geht es in einem Satz?

Die Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern fordert eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zum tödlichen Brandanschlag von 1996 in Lübeck, da die ursprünglichen Ermittlungen sie auf einen unschuldigen Wohnungsinhaber statt auf die rechtsradikalen Täter konzentrierten.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Tödlicher Brandanschlag auf Wohnhaus in Lübecker Hafenstraße, Januar 1996
  • Verlust von zehn Menschenleben
  • Unzureichende Ermittlungen, Konzentration auf einen Bewohner
  • Verdacht auf die Beteiligung von vier Rechtsradikalen aus Grevesmühlen
  • Freisprüche des verdächtigten Bewohners
  • Geständnisse mutmaßlich rechtsextremer Täter
  • Fehlende Konsequenzen seitens der Staatsanwaltschaft
  • Forderung nach Neubewertung rechter Gewaltfälle in Mecklenburg-Vorpommern

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern fordert neue Ermittlungen zum tödlichen Brandanschlag von 1996
  • Innenpolitischer Sprecher Michael Noetzel äußert Entsetzen über Aussagen eines Sachverständigen
  • Vier Rechtsradikale standen unmittelbar nach der Tat im Fokus, Ermittlungen konzentrierten sich aber auf einen Wohnhausbewohner
  • Staatsanwaltschaft ließ trotz Freisprüchen und Geständnissen nicht von ihrem Kurs ab
  • Mord verjährt nicht, fordert umfassende Neubewertung alter Fälle rechter Gewalt
  • Beratungsstelle sieht mindestens 15 rechtsmotivierte Tötungsdelikte, nur fünf staatlich anerkannt
  • Anerkennung einer rechten Motivlage wichtig für Betroffene und Hinterbliebene

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Forderung zur Neubewertung von Altfällen rechter Gewalt
  • Unzureichende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
  • Unwürdige Behandlung der Opfer und Hinterbliebenen
  • Mangelnde Anerkennung rechter Motivlagen
  • Anhaltende Enttäuschung über die strafrechtliche Aufarbeitung
  • Beeinträchtigung des Vertrauens in die Justiz
  • Notwendigkeit für eine Beratungsstelle für Betroffene

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Michael Noetzel, dem innenpolitischen Sprecher der Linksfraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, zitiert, der sich entsetzt über die Schilderungen eines Sachverständigen äußert und eine Neubewertung rechter Gewalt fordert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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