DGB will Abgeordnete und Selbstständige in Rentenversicherung holen

DGB will Abgeordnete und Selbstständige in Rentenversicherung holen

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Gesellschaftliche Herausforderungen der Rentenfinanzierung in Deutschland

Berlin () – Um die Rente auch dann ausreichend finanzieren zu können, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen, hat sich die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, dafür ausgesprochen, den Kreis der Einzahler in die gesetzliche Rentenversicherung zu erweitern.

„Wir können und müssen die Rentenversicherung stabilisieren – vor allem, indem mehr Menschen einzahlen“, sagte Fahimi den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Vor allem müssen die Selbstständigen miteinbezogen werden – auch aus Eigeninteresse. Viele Selbstständige landen derzeit im Alter in der Grundsicherung“, sagte sie.

Auch Abgeordnete sollten in die Rentenversicherung einbezogen werden, auch wenn der stabilisierende Effekt dadurch sehr überschaubar sei. Um mehr Einzahler zu haben, brauche man zudem mehr Beschäftigung. „Die erzielen wir, indem wir die Menschen nachhaltiger in den Arbeitsmarkt integrieren, durch mehr Zuwanderung aus dem Ausland und indem weibliche Beschäftigte nicht mehr so oft in die Teilzeit gedrängt werden“, sagte Fahimi.

Eine Einbeziehung der Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung lehnte die DGB-Vorsitzende dagegen ab: „Die Diskussion über Beamte bringt uns nicht weiter.“ Das Alimentationsgebot sei ein verfassungsrechtlicher Grundsatz, die Gesetzgebungskompetenz liege bei den Bundesländern und die Umstellung wäre für die Länderkassen nicht zu finanzieren, argumentierte Fahimi.

Neben mehr Einzahlern sprach sich die DGB-Chefin für höhere Steuerzuschüsse aus: „Versicherungsfremde Leistungen muss der Bund vollständig aus Steuermitteln finanzieren und die Alterung der Gesellschaft durch eine gesamtgesellschaftliche Finanzspritze abfedern.“ Das demografische Problem werde sich ab 2035 relativieren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge aufgrund von Sterbefällen wieder weniger werden würden.

Eine Debatte über eine höhere Lebensarbeitszeit lehnte Fahimi ab. „Wer 45 Jahre gearbeitet hat, sollte einen Anspruch auf einen ungekürzten Rentenbezug haben.“, sagte die DGB-Chefin. Nach dieser Zeit habe man sich „seine Rente redlich verdient“. Man müsse sich fragen, was ein gerechtes Rentensystem sei: „Wenn jemand erst mit 32 Jahren zu arbeiten anfängt, aber im selben Alter in Rente geht wie jemand, der mit 16 Jahren eine Ausbildung beginnt, dann kann man sich fragen: Ist das gerecht?“

Würde man eine Mindestanzahl an Versicherungsjahren leisten müssen, sodass derjenige, der mit 32 Jahren ins Berufsleben einsteige auch erst mit 77 Jahren in Rente gehen könne, wäre der Aufschrei groß, so Fahimi. Sie wolle eine solche Lösung nicht, aber es passe nicht zusammen, dass man bei denjenigen, die mit 16 Jahren angefangen hätten zu arbeiten, es in Ordnung finden würde, über ein höheres Renteneintrittsalter zu diskutieren.

Auch müsse man die gesundheitlichen Folgen in den Blick nehmen. „Wir haben aber auch steigende Zahlen bei Erwerbsunfähigkeiten und Langzeiterkrankungen. Die Lebenserwartung steigt eben nicht für alle gleich“, sagte Fahimi.

Skeptisch zeigte sich die Gewerkschaftsbundvorsitzende mit Blick auf die von der schwarz-roten Bundesregierung geplante Aktivrente. Sie bezweifle, dass die Aktivrente viel Mehrbeschäftigung bringen werde. „Sie wird wahrscheinlich eher zu Mitnahmeeffekten bei denen führen, die ohnehin schon im Alter arbeiten“, sagte Fahimi. Sie habe nichts dagegen, dass wer wolle und könne, auch über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeite. „Es darf aber nicht passieren, dass Menschen bis ins hohe Alter arbeiten müssen, weil ihre Rente nicht ausreicht“, warnte Fahimi.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Yasmin Fahimi

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Funke-Mediengruppe, schwarz-rote Bundesregierung

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Das beschriebene Ereignis findet in Berlin statt.

Worum geht es in einem Satz?

Yasmin Fahimi, die Vorsitzende des DGB, fordert eine Erweiterung des Kreises der Einzahler in die gesetzliche Rentenversicherung, insbesondere durch die Einbeziehung von Selbstständigen, während sie eine Diskussion über die Einbeziehung von Beamten ablehnt und höhere Steuerzuschüsse zur Stabilisierung des Rentensystems fordert.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Notwendigkeit der Stabilisierung der Rentenversicherung
  • Alternde Gesellschaft und Weggang geburtenstarker Jahrgänge
  • Hohe Anzahl von Selbstständigen in Grundsicherung im Alter
  • Bedarf an mehr Einzahlern zur Finanzierung
  • Forderung nach erhöhten Steuerzuschüssen für die Rentenversicherung
  • Demografische Herausforderungen bis 2035
  • Diskussion um gerechtes Rentensystem und Renteneintrittsalter
  • Anstieg von Erwerbsunfähigkeiten und Langzeiterkrankungen
  • Skepsis gegenüber der Aktivrente und deren Auswirkungen auf die Beschäftigung

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Yasmin Fahimi fordert Erweiterung des Kreises der Einzahler in die gesetzliche Rentenversicherung
  • Einschluss von Selbstständigen in die Rentenversicherung angesprochen
  • Vorschlag zur Erhöhung von Beschäftigung durch Integration in den Arbeitsmarkt und Zuwanderung
  • Ablehnung der Einbeziehung von Beamten in die Rentenversicherung
  • Forderung nach höheren Steuerzuschüssen zur Finanzierung versicherungsfremder Leistungen
  • Ablehnung einer Debatte über höhere Lebensarbeitszeit
  • Hinweis auf Ungerechtigkeiten im Rentensystem bezüglich Arbeitsanfang und Renteneintritt
  • Warnung vor gesundheitlichen Folgen und steigenden Zahlen bei Erwerbsunfähigkeiten
  • Skepsis gegenüber der geplanten Aktivrente und deren Auswirkungen auf die Beschäftigung im Alter

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Notwendigkeit, Rentenversicherung zu stabilisieren
  • Erweiterung des Kreises der Einzahler
  • Einbeziehung von Selbstständigen in die Rentenversicherung
  • Gefahr, dass Selbstständige im Alter in Grundsicherung landen
  • Erhöhung der Beschäftigung erforderlich
  • Bedarf an nachhaltiger Integration in den Arbeitsmarkt
  • Notwendigkeit von mehr Zuwanderung
  • Vermeidung von Teilzeitarbeit bei weiblichen Beschäftigten
  • Ablehnung der Einbeziehung von Beamten
  • Forderung nach höheren Steuerzuschüssen
  • Finanzierung versicherungsfremder Leistungen durch den Bund
  • Gesellschaftliche Finanzspritze zur Abfederung der Alterung
  • Relativierung des demografischen Problems ab 2035
  • Ablehnung einer Debatte über höhere Lebensarbeitszeit
  • Anspruch auf ungekürzten Rentenbezug nach 45 Jahren Arbeit
  • Diskussion über Gerechtigkeit im Rentensystem
  • Vermeidung einer Mindestanzahl an Versicherungsjahren
  • Berücksichtigung gesundheitlicher Folgen
  • Zunehmende Erwerbsunfähigkeiten und Langzeiterkrankungen
  • Skepsis bezüglich der geplanten Aktivrente
  • Gefahr von Mitnahmeeffekten bei der Aktivrente
  • Warnung vor unzureichender Rente und Notwendigkeit, bis ins hohe Alter zu arbeiten

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Yasmin Fahimi, der Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), zitiert. Sie betont die Notwendigkeit, die Rentenversicherung zu stabilisieren, indem mehr Menschen einzahlen.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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