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Debatte über Bau neuer Gaskraftwerke
Berlin () – Aus der SPD ist Skepsis gegenüber dem Bau neuer Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von bis zu 20 Gigawatt laut geworden.
„Mit dem Koalitionsvertrag haben wir uns auf `bis zu` 20 GW Gaskraftwerke verständigt, womit in Kombination mit den weiteren Aussagen, etwa zur Kosteneffizienz, zu den Klimaschutzzielen oder auch zur Stärkung von Speichern und Flexibilitäten sowie zur Nutzung aller Potenziale Erneuerbarer Energien, klar ist, dass jedes einzelne GW an zusätzlicher Gaskraftwerkskapazität gerechtfertigt werden muss“, sagte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Nina Scheer, der „Rheinischen Post“ (Dienstag).
Zudem adressiere der Koalitionsvertrag den Bedarf. „Große Potenziale können aus bereits installierter Bioenergie-Leistung mit mehr Flexibilisierung gezogen werden. Gleiches gilt für die heute aufgrund von Netzengpassgründen abgeregelten Wind- und PV-Anlagen“, so die SPD-Politikerin. Die Nutzung von diesen Strommengen solle laut Koalitionsvertrag deutlich ausgeweitet werden. „Diese Maßnahmen müssen bei den Rahmenbedingungen zur Kapazitätssicherung mit berücksichtigt werden. Die Kraftwerksstrategie und die Kapazitätssicherung werden im Koalitionsvertrag sachlich gemeinsam behandelt“, so Scheer weiter.
Die Grünen kritisieren die Pläne. „Der entscheidende Punkt für neue Gaskraftwerke ist der Umstieg auf grünen Wasserstoff. Ohne diesen Umstieg droht der Markt für grünen Wasserstoff zusammenzubrechen“, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Kellner der „Rheinischen Post“.
Mit Blick auf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) fügte Kellner an: „Die Kraftwerkspläne von Katherina Reiche sind vermutlich weder beihilfekonform in Brüssel noch berücksichtigen sie andere Technologien, wie Speicher. Das macht sie teuer. Cleverer wäre es, wenn Katherina Reiche auf den bereits fertigen Plan von Robert Habeck zurückgreifen würde.“
Die Union rechtfertigt ihr Vorhaben. „Der Bau neuer Gaskraftwerke ist kein Selbstzweck, es geht um die Gewährleistung von Versorgungssicherheit. Dazu brauchen wir so schnell wie möglich zusätzliche gesicherte Leistung“, sagte der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Andreas Lenz (CSU), der „Rheinischen Post“. „Deshalb muss jetzt die erste Tranche der Ausschreibungen möglichst schnell auf den Weg gebracht werden“, so der CSU-Politiker.
Die Bundesnetzagentur habe bereits Anfang 2023 in ihrem Versorgungssicherheitsbericht einen Bedarf 17 GW bis 21 GW bis 2031 festgestellt, der BDI gehe beispielsweise von wesentlich höheren Bedarfen aus. „Bei der Ampel variierten die Zahlen, auch damals stand eine zusätzliche Kapazität von 23,8 GW im Raum“, so Lenz. „Bundesministerin Katherina Reiche führt derzeit in Brüssel intensive Gespräche mit der EU-Kommission, um möglichst schnell zu einer beihilferechtlichen Verständigung zu kommen. Durch einen technologieoffenen und marktwirtschaftlichen Kapazitätsmechanismus, der ebenfalls zeitnah auf den Weg gebracht werden muss, gilt es, auch Flexibilitäten, Speicher und zum Beispiel Biogasanlagen und KWK einzubinden“, so der CSU-Energiepolitiker weiter.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Gasleitung (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Nina Scheer, Michael Kellner, Katherina Reiche, Robert Habeck, Andreas Lenz
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
SPD, Rheinische Post, Grünen, Katherina Reiche, CDU, Robert Habeck, Union, CSU, Bundesnetzagentur, BDI, Ampel, EU-Kommission, Biogasanlagen, KWK
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Innerhalb der SPD gibt es Bedenken gegenüber dem Bau neuer Gaskraftwerke mit bis zu 20 Gigawatt, während die Grünen einen Fokus auf grünen Wasserstoff fordern und die Union den Bau zur Sicherstellung der Energieversorgung rechtfertigt, wobei unterschiedliche Ansichten zur Notwendigkeit und den Alternativen bestehen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Der Hintergrund für die Skepsis in der SPD über den Bau neuer Gaskraftwerke ist die Notwendigkeit, den Ausbau an Gaskapazitäten mit den Klimazielen und Kosteneffizienz in Einklang zu bringen. Es wird betont, dass alternative Optionen, wie die Flexibilisierung bestehender erneuerbarer Energien, besser genutzt werden sollten, anstatt zusätzliche Gaskraftwerke zu bauen. Dies steht im Kontext einer breiteren Diskussion über die Energieversorgungssicherheit und den Übergang zu grünen Technologien, wie Wasserstoff.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel wird beschrieben, dass innerhalb der SPD Skepsis gegenüber dem Bau neuer Gaskraftwerke herrscht, während die Grünen auf die Notwendigkeit des Umstiegs auf grünen Wasserstoff hinweisen. Die Union hingegen verteidigt den Bau neuer Gaskraftwerke als notwendig für die Versorgungssicherheit und fordert schnelle Ausschreibungen zur Kapazitätssicherung.
Welche Konsequenzen werden genannt?
Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind:
Skepsis gegenüber dem Bau neuer Gaskraftwerke, jedes GW an Gaskraftwerkskapazität muss gerechtfertigt werden, Bedarf an Flexibilität und Speicherung wird adressiert, Nutzung von Bioenergie und abgeregelten Anlagen soll ausgeweitet werden, Umstieg auf grünen Wasserstoff ist entscheidend, Markt für grünen Wasserstoff könnte zusammenbrechen, Gaskraftwerkspläne könnten teuer sein, Versorgungssicherheit muss gewährleistet werden, Bedarf von 17 GW bis 21 GW bis 2031 festgestellt, weitere Gespräche mit der EU-Kommission zur beihilferechtlichen Verständigung nötig.
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Nina Scheer, der energiepolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, zitiert. Sie äußert Skepsis gegenüber dem Bau neuer Gaskraftwerke und betont, dass jede zusätzliche Gaskraftwerkskapazität gerechtfertigt werden muss, unter Berücksichtigung von Kosteneffizienz, Klimaschutzzielen und den Potenzialen erneuerbarer Energien.
Berlin – Zentrum der deutschen Energiepolitik
Berlin, die pulsierende Hauptstadt Deutschlands, spielt eine zentrale Rolle in der Diskussion um die deutsche Energiezukunft. Die Stadt ist nicht nur politisches Herz des Landes, sondern auch ein Ort, an dem wichtige Entscheidungen zu Klimaschutz und Energieversorgung getroffen werden. In den letzten Jahren hat Berlin zahlreiche Initiativen gestartet, um die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern und den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung zu unterstützen. Die Debatte über den Bau neuer Gaskraftwerke zeigt, wie komplex die Herausforderungen sind, denen sich die Hauptstadt gegenübersieht. Durch den Dialog zwischen den verschiedenen politischen Akteuren wird deutlich, dass Berlin weiterhin an der Spitze der Energiestrategie Deutschlands stehen will.
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