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Vorinstallierte Software – problematisch oder nur ärgerlich?

Vorinstallierte Software – problematisch oder nur ärgerlich?

Da sind der PDF-Reader, die Erweiterung für den Browser und der Virenscanner – wer einen neuen Computer kauft, der bekommt die vorinstallierte Software gleich mitgeliefert. Viele ärgert ein derart vollgestopfter PC und sie fragen sich, ist diese vorinstallierte Software nur ein Ärgernis oder versteckt sich dahinter vielleicht ein Problem? Ein neuer Rechner ist immer eine tolle Sache, denn es gibt keinen Datenmüll und auch keine Altlasten, aber was so unberührt erscheint, ist es in Wirklichkeit leider nicht.

Nicht nur das Betriebssystem

Für die vorinstallierte Software haben die Computerexperten einen Namen, sie nennen sie Crap- oder Bloatware, angelehnt an das englische Wort für etwas, das aufgebläht ist. Genau das ist der PC auch, aber das, was die Käufer ärgert, ist für die Hersteller völlig selbstverständlich, denn die vorinstallierte Software ist so etwas wie ein Geschenk, denn die Nutzer wünschen sich angeblich die zusätzlichen Apps und möchten „unterhalten“ werden. Aber die Hersteller weisen auch darauf hin, dass die Software einfach wieder zu entfernen ist. Nicht alle Hersteller möchten ihren Kunden etwas Gutes tun, Unternehmen wie zum Beispiel Asus bieten ein System namens Giftbox, also Geschenkbox an und die Kunden können auswählen, welche Programme sie installieren möchten und welche nicht.

Ist vorinstallierte Software nützlich?

Eine vorinstallierte Software ist primär dazu gedacht, den Kunden zu unterstützen, wenn er seinen PC einrichtet und tatsächlich ist nicht alles, was vorinstalliert wird, auch automatisch schlecht. Aber es gibt unterschiedliche Abstufungen, einiges ist wichtig für den PC, wie zum Beispiel die Treiber für die Hardware. Aber auch die Tools, die vom Hersteller direkt auf den Rechner kommen, wie ein Akkumanagement in einem Notebook, können nützlich sein, Pflicht sind sie allerdings nicht. Vieles ist jedoch nur der sogenannte optische Ballast, wie ein Office-Paket, ein PDF-Reader oder auch ein Virenscanner. Diese Programme werden häufig als Testversion mitgeliefert und können einige Monate kostenlos genutzt werden.

Gibt es ein Sicherheitsrisiko?

Die Crapware beeinträchtigt die Leistung des Computers nicht sonderlich, mal abgesehen vom Virenscanner, der das System ausbremsen kann. Was sich aber als Problem darstellt, das ist die fehlende Sicherheit, denn je mehr Software auf dem Rechner zu finden ist, umso größer ist auch das Risiko einer Sicherheitslücke. Immer wieder gibt es Probleme mit der Software, die die Hersteller vorinstalliert haben, so auch 2015, als es bei Lenovo mit der Software „Superfish“ Ärger gab. Die Crapware war eine Art Einfalltor für Hackerangriffe aller Art. Ärger gab es auch bei Dell mit sehr unsicheren Zertifikaten für die verschlüsselte Übermittlung von Daten. 2016 entdeckten Experten zudem einige „Hintertüren“ in den automatischen Tools für Updates bei gleich mehreren Herstellern. Es sind diese Unsicherheiten, die nach einer radikalen Lösung verlangen, wenn es um unerwünschte Software auf dem neuen Rechner geht.

Die Software neu ansetzen

Sicherheitsexperten raten den Käufern von neuen Computern dazu, das komplette System neu aufzusetzen. Das geht deutlich schneller, als die Programme alle einzeln zu löschen. Besonders schnell und einfach funktioniert diese Runderneuerung unter Windows 10, denn hier gibt es ein sogenanntes Medienerstellungstool. Mit nur wenigen Mausklicks erstellt dieses Tool eine Kopie der Installation, aber ohne den nervigen Ballast. Wer hingegen die mitgelieferte Software doch lieber einzeln löschen möchte, der muss sich in die Untiefen der Systemsteuerung von Windows begeben. Dort findet man unter „Software“ die Möglichkeit, sich alle installierten Programme anzeigen zu lassen, um sie dann zu entfernen. Aber welche Programme können ohne Gefahren gelöscht werden? Grundsätzlich gilt, alles, was den Namen Microsoft trägt, ist sehr wahrscheinlich wichtig für das System und sollte daher nicht gelöscht werden. Das Gleiche gilt auch für Programme aus der Softwareliste, die nicht im Startmenü auftauchen, denn auch das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass sie wichtig für das System sind.

Bild: © Depositphotos.com / djv

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de