Politik: Schutz Jugendlicher vor sexualisierter Gewalt
Berlin () – Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) fordert, Jugendliche zwischen 14 und 18 besser vor sexualisierter Gewalt zu schützen als bisher.
„Da, wo es Strafbarkeitslücken gibt, muss der Gesetzgeber nacharbeiten“, sagte Prien dem Magazin ZDF-Frontal. Konkret geht es um Fälle, bei denen Jugendliche in besonderen Abhängigkeitsverhältnissen zu oftmals bedeutend älteren Tatpersonen stehen – zum Beispiel in der Schule. „Wenn ein 50-Jähriger und eine 14-Jährige zusammen eine sexuelle Beziehung haben, spricht vieles dafür, dass das auch etwas mit einem Machtgefälle und mit Abhängigkeiten zu tun hat“, sagte Prien. Dies sei ein Bereich, bei dem der Gesetzgeber „anknüpfen könnte“.
Das Magazin berichtet in der Dokumentation „Tatort Schule – Missbrauch durch Lehrer“ unter anderem über den Fall einer damals 14-jährigen Berliner Schülerin. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen gegen den doppelt so alten Lehrer ein. Zur Begründung teilte sie mit, es sei „eher selten“, dass Personen „über 14 Jahre generell nicht in der Lage sind, Bedeutung und Tragweite sexueller Beziehungen angemessen zu erfassen“. Das Verfahren wurde auch eingestellt, weil die Betroffene die Schule gewechselt hatte und so kein schulischer Kontakt mehr zum tatverdächtigen Lehrer bestand.
Im Strafgesetzbuch ist der Tatbestand des sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen im Paragraf 174 geregelt. Staatsanwaltschaften müssen bei Ermittlungen entscheiden, ob zwischen Täter und minderjährigem Opfer ein Abhängigkeitsverhältnis besteht. Diskussionen gibt es auch um den Paragraf 182 Abs. 3 StGB. Hier geht es um die fehlende Fähigkeit des Opfers zur sexuellen Selbstbestimmung, die nicht nur vom Alter, sondern auch der Entwicklungsreife abhängt. Hier könnte der Gesetzgeber nachschärfen, wenn er Priens Forderungen folgt.
Sexueller Missbrauch durch Lehrer „ist eine besonders brutale und grausame Art, Kindern und Jugendlichen Schaden zuzufügen“, sagte Prien. Gerade das Abhängigkeitsverhältnis machen die Taten „besonders verwerflich“. Der Staat habe „hier die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu schützen.“
Der ehemalige Lehrer der Berliner Schülerin wurde am 12. Juni 2026 vom Berliner Landgericht in erster Instanz zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt – wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. In dem Verfahren ging es um vier andere seiner ehemaligen Schülerinnen. Er hat Revision eingelegt.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Karin Prien am 09.10.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Karin Prien, ZDF-Frontal, Berliner Staatsanwaltschaft, Berliner Landgericht
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Karin Prien, CDU, Bundesfamilienministerium, ZDF-Frontal, ZDF, dts Nachrichtenagentur, Berliner Staatsanwaltschaft, Berliner Landgericht, Strafgesetzbuch (StGB), Gesetzgeber, Schule, Lehrer
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis (Verurteilung des ehemaligen Lehrers) fand im Zeitraum bis zum 12. Juni 2026 statt – konkret am 12. Juni 2026 (Urteil in erster Instanz).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) fordert, den Schutz von Jugendlichen (14–18) vor sexualisierter Gewalt gezielter zu verbessern, etwa indem der Gesetzgeber bei Strafbarkeitslücken in Abhängigkeitsverhältnissen wie zwischen Lehrer und minderjähriger Schülerin nachschärft.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Gesetzgeberische Strafbarkeitslücken bei Fällen sexueller Gewalt in besonderen Abhängigkeitsverhältnissen zwischen Jugendlichen (14–18) und meist deutlich älteren Tatpersonen, etwa in der Schule
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Prien fordert im ZDF-Frontal eine Nachschärfung durch den Gesetzgeber wegen Strafbarkeitslücken
- Diskussion in der Öffentlichkeit laut Artikel über Anpassungen an Paragraf 174 sowie Paragraf 182 Abs. 3 StGB
- Aussage Prien: besonders brutale und grausame Art des Missbrauchs durch Lehrer, staatliche Schutzpflicht betont
Welche Konsequenzen werden genannt?
- bessere gesetzliche Absicherung zum Schutz von Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt
- Schließen von Strafbarkeitslücken durch den Gesetzgeber
- stärkere Berücksichtigung von Machtgefällen und Abhängigkeitsverhältnissen zwischen älteren Tatpersonen und minderjährigen Opfern
- mögliche Nachschärfung der Regelungen rund um fehlende Fähigkeit zur sexuellen Selbstbestimmung
- Stärkung der Schutzpflicht des Staates gegenüber Kindern und Jugendlichen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Karin Prien wird mit mehreren direkten Zitaten zitiert („Da, wo es Strafbarkeitslücken gibt, muss der Gesetzgeber nacharbeiten“, „Wenn ein 50-Jähriger und eine 14-Jährige zusammen eine sexuelle Beziehung haben…“, sowie weitere Aussagen).
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