Politik in Landwirtschaft: Förderung von Frauen in Hamburg, Bremen und Niedersachsen
Hamburg () – Hamburg, Bremen und Niedersachsen wollen Frauen in der Landwirtschaft stärker absichern und haben eine gemeinsame Initiative auf den Weg gebracht. Das teilte die Hamburger Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft am Mittwoch mit.
Der Beschlussvorschlag soll auf der Agrarministerkonferenz vom 23. bis 25. September in Würzburg beraten werden.
Die drei Länder wollen erreichen, dass die Leistungen von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben sichtbarer werden und ihre soziale, wirtschaftliche und rechtliche Stellung verbessert wird.
Anlass ist auch das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft. Frauen übernehmen auf Höfen vielfältige Verantwortung, etwa in Betriebsorganisation, Buchhaltung, neuen Einkommenszweigen, Direktvermarktung oder im sozialen Gefüge ländlicher Räume.
Zugleich sind sie in Betriebsleitungen, bei Hofnachfolgen und in Entscheidungsgremien deutlich unterrepräsentiert. Nach Daten, die der Beschlussvorschlag aufgreift, werden landwirtschaftliche Betriebe im Durchschnitt zu rund 90 Prozent von Männern geleitet.
Die Initiative fordert den Bund auf, konkrete Verbesserungen bei der sozialen Absicherung, der eigenständigen Altersvorsorge, dem Mutterschutz für selbstständige Landwirtinnen, den Förderprogrammen sowie bei Hofübernahmen und Existenzgründungen auf den Weg zu bringen.
Zudem dringen die Länder auf ein dauerhaftes Monitoring der Agrarförderung nach Geschlecht. Direktzahlungen, Maßnahmen der ländlichen Entwicklung und nationale Förderprogramme sollen geschlechterdifferenziert ausgewertet und regelmäßig veröffentlicht werden.
Damit soll mehr Transparenz geschaffen und Förderinstrumente gezielter weiterentwickelt werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf der besseren Vereinbarkeit von Familie und landwirtschaftlicher Selbstständigkeit. Selbstständige Unternehmerinnen tragen auch während Schwangerschaft, Geburt und Familiengründung Verantwortung für Betrieb, Tiere, Beschäftigte und wirtschaftliche Entscheidungen, verfügen aber bislang nicht über einen vergleichbaren gesetzlichen Mutterschutz.
Die Länder sprechen sich deshalb dafür aus, einen wirksamen Mutterschutz für selbstständige Unternehmerinnen in der Landwirtschaft zu schaffen, der Schutzumfang und Schutzdauer vergleichbar absichert. Geeignete Finanzierungsmodelle sollen geprüft und umgesetzt werden.
Darüber hinaus soll die Beteiligung von Frauen in Gremien der ländlichen Entwicklung gestärkt werden.
Die Länder setzen sich für eine verbindliche bundesweite Frauenquote in Entscheidungsgremien der ländlichen Entwicklung ein. Über die entsprechenden Schritte soll der Bund zur Frühjahrs-Agrarministerkonferenz 2027 schriftlich berichten. Auch bei Hofnachfolgen und Betriebsgründungen sollen bestehende Hürden abgebaut werden.
Mit Blick auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 sollen die Möglichkeiten zur gezielten Förderung von Frauen konsequent genutzt und Fördervoraussetzungen sowie Antragsverfahren daraufhin überprüft werden, ob sie Frauen unbeabsichtigt benachteiligen.
Katharina Fegebank (Grüne), Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, erklärte, Frauen seien auf vielen Höfen das eigentliche Rückgrat. Ihre Arbeit sei oft nahezu unsichtbar.
Eine zukunftsfeste Landwirtschaft brauche die Kompetenz von Frauen, auch in Führungspositionen.
Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte sagte, trotz hoher Arbeitsmotivation und großen Einsatzes verfügten bis heute nur wenige Frauen über Betriebseigentum. Deshalb sei es wichtig, ihre wirtschaftliche Absicherung zu unterstützen und ihre Position in den Betrieben rechtlich zu stärken.
Henrike Müller, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der Freien und Hansestadt Bremen, erklärte, Frauen trügen auf landwirtschaftlichen Betrieben jeden Tag Verantwortung, oft sichtbar, oft im Hintergrund.
Ihre Leistungen und Interessen seien in Strukturen, Förderverfahren und Entscheidungsprozessen noch nicht ausreichend abgebildet.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Katharina Fegebank, Miriam Staudte, Henrike Müller
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Vereinte Nationen, Agrarministerkonferenz, Bund, Grüne, Freie und Hansestadt Bremen, Gemeinsame Agrarpolitik
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: Mittwoch (genauer Tag nicht genannt) – Beratung der Agrarministerkonferenz vom 23. bis 25. September in Würzburg.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Würzburg
Worum geht es in einem Satz?
Hamburg, Bremen und Niedersachsen wollen im Rahmen einer gemeinsamen Initiative Frauen in der Landwirtschaft besser sozial, wirtschaftlich und rechtlich absichern, ihre Leistungen sichtbarer machen und dafür konkrete Bundesmaßnahmen sowie geschlechterdifferenziertes Monitoring und stärkere Beteiligung in Gremien anstoßen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft der Vereinten Nationen
- Unterrepräsentation von Frauen in Betriebsleitungen, bei Hofnachfolgen und in Entscheidungsgremien
- Durchschnittlich rund 90 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe werden von Männern geleitet
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Keine konkrete Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf die Initiative beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Soziale Absicherung und eigenständige Altersvorsorge von Frauen auf landwirtschaftlichen Betrieben werden verbessert
- Mutterschutz für selbstständige Landwirtinnen wird eingeführt und vergleichbar abgesichert
- Förderprogramme werden gezielter weiterentwickelt und geschlechterdifferenziert ausgewertet
- Hofübernahmen und Existenzgründungen werden unterstützt und bestehende Hürden abgebaut
- Vereinbarkeit von Familie und landwirtschaftlicher Selbstständigkeit wird gestärkt
- Beteiligung von Frauen in Gremien der ländlichen Entwicklung wird gestärkt
- Über einen verbindlichen Ansatz für eine bundesweite Frauenquote werden Frauen in Entscheidungsgremien stärker vertreten
- Fördervoraussetzungen und Antragsverfahren werden im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 überprüft, um unbeabsichtigte Benachteiligungen zu vermeiden
- Ein dauerhaftes Monitoring der Agrarförderung nach Geschlecht sorgt für regelmäßige Transparenz und Veröffentlichung der Ergebnisse
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es werden Stellungnahmen/Reaktionen von Katharina Fegebank, Miriam Staudte und Henrike Müller zitiert.
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