Thüringen setzt Tourismusstrategie bis 2035
Erfurt () – Thüringen hat die Leitlinien für die Tourismuspolitik bis 2035 festgelegt. Das hat das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum am Dienstag mitgeteilt.
Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) hat die neue Tourismusstrategie vorgestellt, mit der sich zuvor auch das Kabinett in seiner Sitzung befasst hat.
Das Papier schreibt die bisherige Tourismusstrategie fort und setzt den Rahmen für die Entwicklung des Reiselandes Thüringen in den kommenden zehn Jahren.
Im Mittelpunkt der Strategie steht nicht mehr die einzelne Sehenswürdigkeit, sondern das touristische Gesamterlebnis. Boos-John sagte, Thüringen biete viele attraktive Ziele, hochwertige Erlebnisse und spannende Reiseanlässe.
Künftig sollten diese stärker aus der Gästeperspektive zusammengedacht werden. Urlaub bestehe nicht nur aus dem Besuch einzelner Orte, sondern müsse als durchgehende Dienstleistungskette verstanden werden, von der Erstinformation und Buchung über Anreise, Unterkunft und Mobilität bis zu Gastronomie, Kultur- und Freizeitangeboten.
Diese Elemente sollen leicht kombinierbar und möglichst einfach buchbar sein.
Als Markenstärken nennt die Strategie Natur als Resonanzraum, Persönlichkeiten als Ideengeber und Quelle geistiger Inspiration sowie Räume, die Geschichten tragen. Gebündelt werden sie unter der Dachmarke „Thüringen. Das Grüne Herz Deutschlands“.
Boos-John verwies auf einen intensiveren Wettbewerb um Gäste und auf Veränderungen durch Digitalisierung, Fachkräftemangel, demografischen Wandel und neue Reisegewohnheiten.
Der Anspruch sei nicht einfach mehr Tourismus, sondern mehr Qualität und mehr Wertschöpfung.
Tourismus ist für Thüringen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der touristische Bruttoumsatz stieg von rund 3,1 Milliarden Euro 2014 auf rund 4,2 Milliarden Euro 2024. 2025 wurden knapp 3,9 Millionen Ankünfte und mehr als 10 Millionen Übernachtungen gezählt.
Hinzu kamen zuletzt durchschnittlich rund 72,5 Millionen Tagesreisen pro Jahr.
Die Umsetzung erfolgt in den sechs Entwicklungsfeldern Produkt, Betriebe, Digitalisierung, Finanzierung und Organisation, Marketing sowie Mobilität. Qualität soll als gemeinsame Klammer über alle Bereiche hinweg gelten.
Bis 2035 soll der touristische Bruttoumsatz nominal um 30 Prozent auf 5,42 Milliarden Euro steigen.
Der Anteil des Tourismus an der Gesamtwertschöpfung soll von 5,3 auf 5,6 Prozent wachsen, die Zahl der Übernachtungen um fünf Prozent auf rund 10,55 Millionen zunehmen und die Bettenauslastung von 34,5 auf 39,5 Prozent erhöht werden. Die Gästezufriedenheit soll mindestens Note 1,5 erreichen, die Weiterempfehlungsrate mindestens 95 Prozent betragen und die Zahl der mit Reisen für alle zertifizierten Betriebe und Angebote von 115 auf 190 wachsen.
Die Strategie soll jährlich überprüft, 2030 zwischenevaluiert und 2035 abschließend evaluiert werden.
Vorgestellt werden soll sie am 28. September auf den Thüringer Tourismustagen, am 29. September beginnen Workshops zur Umsetzung.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Colette Boos-John
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, CDU, das Kabinett Thüringens
Wann ist das Ereignis passiert?
Dienstag, 15. September 2026 (Erwähnt: „am Dienstag“).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Erfurt, Thüringen
Worum geht es in einem Satz?
Thüringen hat mit einer neuen Tourismusstrategie bis 2035 Leitlinien vorgestellt, die das touristische Gesamterlebnis aus der Gästeperspektive stärken und dabei mehr Qualität sowie höhere Wertschöpfung anstreben.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Intensiver Wettbewerb um Gäste
- Veränderungen durch Digitalisierung
- Fachkräftemangel
- Demografischer Wandel
- Neue Reisegewohnheiten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) hat die Tourismusstrategie vorgestellt und dabei den Fokus auf das touristische Gesamterlebnis betont
- Das Kabinett hatte sich zuvor in seiner Sitzung mit der Strategie befasst
- Weitere konkrete Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien werden im Artikel nicht beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Erhöhung des touristischen Bruttoumsatzes bis 2035 um nominal 30 Prozent auf 5,42 Milliarden Euro
- Steigerung des Anteils des Tourismus an der Gesamtwertschöpfung von 5,3 auf 5,6 Prozent
- Zunahme der Übernachtungen um fünf Prozent auf rund 10,55 Millionen
- Anhebung der Bettenauslastung von 34,5 auf 39,5 Prozent
- Erreichen einer Gästezufriedenheit von mindestens Note 1,5
- Erhöhung der Weiterempfehlungsrate auf mindestens 95 Prozent
- Wachstum der Zahl der mit Reisen für alle zertifizierten Betriebe und Angebote von 115 auf 190
- Jährliche Überprüfung der Strategie
- Zwischenevaluation im Jahr 2030
- Abschließende Evaluation im Jahr 2035
- Beginn von Workshops zur Umsetzung am 29. September
- Vorstellung der Strategie am 28. September auf den Thüringer Tourismustagen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) wird mit Aussagen zur neuen Tourismusstrategie zitiert.
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