Politik in Deutschland: AfD-Zuspruch und Brandmauer
Berlin () – Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fällt die Union laut der vom Institut Yougov gemessenen Wählergunst bundesweit auf ein neues historisches Tief.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden laut der Umfrage aktuell nur noch 18 Prozent CDU/CSU wählen – und damit zwei Prozentpunkte weniger als bei der Yougov-Umfrage im August.
Die AfD bleibt demnach stärkste Partei und kommt jetzt auf 29 Prozent, das bedeutet ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vormonat. Die Grünen gewinnen ebenfalls einen Prozentpunkt hinzu und kommen jetzt auf 16 Prozent. So stark notierten die Grünen zuletzt im Mai 2023.
Die SPD stabilisiert sich und kommt auf 13 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als im August. Die Linke verliert dagegen zwei Prozentpunkte und kommt im September auf 10 Prozent. Die FDP bleibt unverändert bei 5 Prozent. Das BSW gewinnt einen Prozentpunkt hinzu und liegt jetzt bei 4 Prozent. Sonstige Parteien kommen auf 5 Prozent.
Weitere Ergebnisse der Umfrage: Trotz des Erfolgs der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hält die Mehrheit der Bürger die AfD für rechtsextrem. 59 Prozent sind dieser Meinung, 30 Prozent sehen es anders. 11 Prozent sind unentschieden.
Wähler der Grünen (97 Prozent), SPD (89 Prozent) und der Linken (82 Prozent) sind ganz überwiegend der Ansicht, dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist. Das Meinungsbild unter Wählern von CDU/CSU ist im Vergleich weniger ausgeprägt, aber noch immer deutlich: 69 Prozent halten die AfD für rechtsextrem, 22 Prozent für nicht rechtsextrem. 9 Prozent sind unentschieden.
Unter AfD-Wählern halten sind immerhin 4 Prozent der Meinung, die Partei sei rechtsextrem, 88 Prozent sehen es anders und 8 Prozent sind unentschieden.
Im Vergleich zu Mai 2025 hat sich die Meinung der Öffentlichkeit nicht verändert: Damals waren 61 Prozent der Meinung, dass die AfD rechtsextrem ist, 29 Prozent waren der Ansicht, dass die AfD nicht rechtsextrem ist und 10 waren unentschieden.
Während sich die Einschätzung der AfD nicht verändert hat, verändern die Bürger ihre Sicht auf die Brandmauer. Im September sind laut Yougov 51 Prozent der Meinung, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich ausschließen sollten. 40 Prozent sind der Ansicht, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen sollten, 9 Prozent sind unentschieden.
Im Vergleich zu August 2026 (28. bis 31.08.2026) hat sich das Meinungsbild zur Brandmauer verändert: Damals waren 44 Prozent der Meinung, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit nicht grundsätzlich ausschließen sollten. 46 Prozent wollten dagegen, dass die anderen Parteien eine Zusammenarbeit grundsätzlich ausschließen. 10 Prozent waren unentschieden.
Die Brandmauer spaltet die Anhängerschaften: Wähler von SPD (grundsätzlich ausschließen: 71 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 22 Prozent), den Grünen (grundsätzlich ausschließen: 76 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 15 Prozent) und der Linken (grundsätzlich ausschließen: 73 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 18 Prozent) sind mehrheitlich der Meinung, dass andere Parteien eine Zusammenarbeit ausschließen sollten. Unter Wählern von CDU/CSU gibt es dagegen keine Mehrheit für die Brandmauer (grundsätzlich ausschließen: 38 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 55 Prozent). Erwartungsgemäß lehnen Wähler der AfD die Brandmauer ab (grundsätzlich ausschließen: 3 Prozent, nicht grundsätzlich ausschließen: 94 Prozent).
Yougov hatte die aktuellen Zahlen per Online-Panel vom 11. bis 14. September erhoben, 2.161 Personen wurden befragt.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Friedrich Merz, Tino Chrupalla
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Union, CDU/CSU, AfD, Grüne, SPD, Linke, FDP, BSW, Sonstige Parteien, Institut Yougov, dts Nachrichtenagentur
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum/Zeitraum des Ereignisses (soweit vorhanden):
- 11. bis 14. September (Erhebung der Yougov-Zahlen per Online-Panel)
- Zusätzlich im Text genannt als Vergleichszeitraum: 28. bis 31.08.2026 (August-Referenz zur Brandmauer)
- Im Text außerdem: „eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt“ (kein konkretes Datum genannt)
Wenn du nur ein einzelnes Datum brauchst: 11. bis 14. September.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin (dts Nachrichtenagentur)
Worum geht es in einem Satz?
Eine Woche nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und vor weiteren Wahlen verzeichnet die Union laut Yougov bundesweit ein historisches Tief (nur noch 18 % für CDU/CSU), während die AfD stärkste Kraft bleibt (29 %) und die Frage nach einer „Brandmauer“ gegen die AfD sowie deren Einstufung als rechtsextrem die öffentliche Debatte weiter stark prägen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die dadurch ausgelösten Verschiebungen in der Wählergunst
- Die Erwartung, dass die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin unmittelbar bevorstehen
- Die Entwicklung der Einschätzung zur Brandmauer zwischen den Parteien
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Union/CDU-CSU fällt laut Umfrage auf ein neues historisches Tief der Wählergunst
- AfD bleibt stärkste Partei und legt zu
- Grüne gewinnen laut Umfrage einen Prozentpunkt
- SPD stabilisiert sich, Linke verliert, FDP bleibt unverändert, BSW gewinnt
- Mehrheit hält AfD für rechtsextrem
- AfD-Wähler beurteilen die Partei überwiegend nicht als rechtsextrem
- Sicht auf Brandmauer verschiebt sich: Mehrheit will grundsätzlich keine Zusammenarbeit ausschließen
- Anhängerschaften von SPD, Grünen und Linken sind mehrheitlich gegen eine grundsätzliche Zusammenarbeit
- Unter CDU-CSU keine Mehrheit für Brandmauer
- AfD-Anhänger lehnen Brandmauer überwiegend ab
Welche Konsequenzen werden genannt?
- CDU CSU verliert bundesweit an Wählergunst und landet bei nur noch 18 Prozent bei einer hypothetischen Bundestagswahl
- AfD bleibt stärkste Partei und gewinnt zusätzlich einen Prozentpunkt
- Grünen gewinnen ebenfalls einen Prozentpunkt und erreichen ein höheres Niveau als zuletzt im Mai 2023
- SPD stabilisiert sich mit leichtem Zugewinn von einem Prozentpunkt
- Linke verliert zwei Prozentpunkte
- Brandmauer wird breiter gefasst abgelehnt 51 Prozent sprechen sich dagegen aus dass andere Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ausschließen
- Bei CDU CSU Wählern gibt es keine Mehrheit für die Brandmauer
- Einschätzung der AfD als rechtsextrem bleibt insgesamt ähnlich wie zuvor
- Mehrheit der Bevölkerung hält die AfD weiterhin für rechtsextrem
- Bei Anhängern von Grünen SPD und Linken überwiegt die Ansicht dass andere Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen sollten
- Unter AfD Wählern wird die rechtsextreme Einordnung überwiegend zurückgewiesen
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