Kommunen halten an Russland-Partnerschaften fest

Kommunen halten an Russland-Partnerschaften fest

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Städtepartnerschaften: Kommunale Beziehungen zu Russland

Berlin () – Trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und zunehmender hybrider Angriffe in halten Deutschlands Städte und Gemeinden an ihren russischen Städtepartnerschaften fest. Das zeigt eine Umfrage des „Redaktionsnetzwerks “ unter rund 100 Kommunen mit russischen Partnerstädten.

Demnach hat seit Beginn des Krieges nur eine Kommune die Städtepartnerschaft offiziell beendet. Alle anderen haben die Verbindungen nach eigenen Angaben ruhend gestellt. Offizielle Reisen, Empfänge und Austauschprogramme finden demnach nicht mehr statt. Formal bestehen die Partnerschaften jedoch fort.

Für den Fall einer Friedenslösung wollen 42 Prozent der befragten Kommunen ihre Partnerschaft wieder aktiv aufnehmen. Darunter Großstädte wie Stuttgart, Dresden, oder Aachen. Nur zwei Kommunen lehnen dies ab; die übrigen äußerten sich unentschlossen. Der Deutsche Städtetag hatte im März 2022 empfohlen, die Städtepartnerschaften nicht aufzukündigen, sondern ruhen zu lassen.

39 Prozent der befragten Kommunen gaben an, dass es seit Kriegsbeginn informelle Kontakte in die russische Partnerstadt gegeben habe, etwa auf Verwaltungsebene, über Vereine oder Kulturinitiativen. In Münster gab es bis Ende 2022 nach Angaben der Stadt noch alle drei Monate Videogespräche mit der Verwaltung in Rjasan; inzwischen gebe es noch etwa zweimal im Jahr Kontakt. Die Hamburg Hafen Marketing GmbH erhielt laut RND bis Mai 2026 seitens des Hamburger Senats für Aktivitäten in Russland, unter anderem für ein Büro in St. Petersburg sowie zur Marktbeobachtung im Ostseeraum.

Auch über russisch-deutsche Partnervereine bestehen Kontakte fort. Ehrenamtliche in fünf deutschen Kommunen empfingen laut Umfrage nach Kriegsbeginn Besuch aus ihren russischen Partnerkommunen. Mitglieder der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen reisten dem RND zufolge im Mai 2024 in die Partnerstadt Gatschina.

Gleichzeitig verurteilten 53 Prozent der Kommunen den russischen Angriffskrieg in Schreiben an ihre Partnerstädte. 17 Prozent erhielten darauf eine Antwort. Diese habe teils Putin-treue Formulierungen enthalten, teilte Dresden mit. Tübingen berichtete, aus der Partnerstadt sei als Bedingung für eine Wiederaufnahme des Kontakts die Beseitigung des Nazismus in Europa genannt worden.

Kritik an den fortbestehenden formalen Verbindungen gibt es unterdessen aus der Opposition in einigen Städten. In Hamburg und scheiterten in diesem Jahr Anträge von CDU und FDP, die jeweiligen Städtepartnerschaften mit russischen Kommunen vollständig zu beenden. Befürworter eines Festhaltens an den Partnerschaften argumentieren dagegen, die Verbindungen zwischen den Bürgern müssten aufrechterhalten werden.

25 Prozent der befragten Kommunen gaben zudem an, seit 2022 eine neue Partnerschaft mit einer ukrainischen Stadt geschlossen oder eine bestehende Verbindung ausgebaut zu haben.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Fahne von Russland (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Stuttgart, Dresden, Essen, Aachen, Münster, Rjasan, Hamburg, St. Petersburg, Ostseeraum, Ettlingen, Gatschina, Dresden, Tübingen, Hamburg, Düsseldorf, CDU, FDP, Hamburg Hafen Marketing GmbH, Redaktionsnetzwerk Deutschland, Deutscher Städtetag, Deutsch-Russische Gesellschaft, Putin, Nazismus

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Deutscher Städtetag, Redaktionsnetzwerk Deutschland, dts Nachrichtenagentur, Deutsche-Russische Gesellschaft Ettlingen, RND (Redaktionsnetzwerk Deutschland), CDU, FDP, Stadt Stuttgart, Stadt Dresden, Stadt Essen, Stadt Aachen, Stadt Münster, Stadt Hamburg, Hamburg Hafen Marketing GmbH, Hamburger Senat, DDR/„Russische Partnerstadt“ (allgemein), Tübingen, Hamburg, Düsseldorf, Putin (Wladimir Putin), St. Petersburg, Rjasan, Gatschina, Ostseeraum, Nazismus (Europa)

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Ereignis wird im Text als seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine bzw. „seit Kriegsbeginn“ beschrieben. Konkrete Daten/Zeiträume im Text:

  • Beginn des Krieges (nicht als konkretes Datum genannt, aber gemeint ist der Zeitpunkt des russischen Angriffs auf die Ukraine): Nicht erwähnt (kein Datum im Text genannt)
  • Bis Ende 2022: In Münster gab es dort noch alle drei Monate Videogespräche mit der Verwaltung in Rjasan.
  • März 2022: Empfehlung des Deutschen Städtetags.
  • Seit 2022: Kommunen schließen/ bauen neue Partnerschaften mit ukrainischen Städten (Zeitraum beginnt 2022).
  • Mai 2026: Hamburg Hafen Marketing GmbH erhielt bis dahin Geld vom Hamburger Senat.
  • Mai 2024: Reise der Deutsch-Russischen Gesellschaft Ettlingen in die Partnerstadt Gatschina.
  • In diesem Jahr (ohne konkretes Jahr im Text): Scheitern von CDU-/FDP-Anträgen in Hamburg und Düsseldorf.

Wenn du eine einzige zusammenfassende Angabe willst: „Seit Kriegsbeginn (mindestens ab 2022) bis Mai 2026“.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin, Stuttgart, Dresden, Essen, Aachen, Münster (mit Rjasan), Hamburg (mit St. Petersburg; zudem Hamburg Hafen Marketing GmbH), Ettlingen (mit Gatschina), Gatschina, Rjasan, Tübingen, Düsseldorf, St. Petersburg.

Worum geht es in einem Satz?

Trotz des russischen Angriffskriegs hält Deutschland laut einer Umfrage vieler Kommunen überwiegend ihre Städtepartnerschaften zu Russland formal aufrecht (meist „ruhend“, nur eine Kommune beendete sie), während 42 % bei einer Friedenslösung eine Wiederaufnahme wollen und ein Teil weiterhin informelle Kontakte pflegt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Fortsetzung und Anknüpfung an russische Städtepartnerschaften trotz russischem Angriffskrieg gegen die Ukraine und zunehmender hybrider Angriffe in Europa
  • Offizielles Beenden nur durch eine Kommune seit Beginn des Krieges; übrige Partnerschaften ruhend gestellt, formell jedoch fortbestehend
  • Informelle Kontakte seit Kriegsbeginn (Verwaltungsebene, Vereine, Kulturinitiativen)
  • Geld- und Aktivitätsflüsse in Richtung Russland trotz Kriegsbeginn (u. a. für Büro in St. Petersburg und Marktbeobachtung im Ostseeraum)
  • Schreiben und Reaktionen auf Verurteilungen des Angriffskriegs (teils mit putin-treuen Formulierungen bzw. Bedingungen für Wiederaufnahme des Kontakts)
  • Empfehlungen des Deutschen Städtetags aus dem März 2022, Partnerschaften nicht aufzukündigen, sondern ruhen zu lassen
  • Regionale Gegensätze durch Vorstöße der Opposition, die in einzelnen Städten scheiterten (z. B. Hamburg und Düsseldorf)

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Opposition fordert teils vollständige Beendigung der Städtepartnerschaften
  • In Hamburg und Düsseldorf scheiterten in diesem Jahr Anträge von CDU und FDP, Städtepartnerschaften mit russischen Kommunen vollständig zu beenden
  • Befürworter halten dagegen, Kontakte zwischen Bürgern müssten aufrechterhalten werden
  • 53 Prozent der Kommunen verurteilten den Angriffskrieg in Schreiben an die Partnerstädte
  • 17 Prozent erhielten darauf Antworten, die teils Putin-treue Formulierungen enthielten
  • Für eine Wiederaufnahme der Kontakte wurden teilweise Bedingungen genannt, etwa Beseitigung des Nazismus in Europa
  • Der Deutsche Städtetag empfahl im März 2022, Städtepartnerschaften nicht aufzukündigen, sondern ruhen zu lassen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Seit Beginn des Krieges nur eine Kommune beendet die Städtepartnerschaft offiziell
  • Alle anderen Verbindungen nach eigenen Angaben ruhend gestellt
  • Keine offiziellen Reisen Empfänge und Austauschprogramme mehr
  • Partnerschaften formal bestehen jedoch fort
  • 42 Prozent der Kommunen wollen bei einer Friedenslösung die Partnerschaft wieder aktiv aufnehmen
  • Nur zwei Kommunen lehnen eine Wiederaufnahme ab
  • Die übrigen äußerten sich unentschlossen
  • 39 Prozent der Kommunen hatten seit Kriegsbeginn informelle Kontakte in die russische Partnerstadt
  • Aktivitäten in der Form etwa auf Verwaltungsebene sowie über Vereine oder Kulturinitiativen
  • In Münster noch etwa zweimal im Jahr Kontakt
  • In Hamburg weiterhin finanzielle Unterstützung für Aktivitäten in Russland bis Mai 2026 einschließlich Büro in St Petersburg und Marktbeobachtung im Ostseeraum
  • Kontakte auch über russisch-deutsche Partnervereine und ehrenamtliche Empfänge fort
  • 53 Prozent der Kommunen verurteilten den Angriffskrieg in Schreiben an ihre Partnerstädte
  • 17 Prozent erhielten darauf eine Antwort
  • In Antworten teils putin-treue Formulierungen sowie als Bedingung für Wiederaufnahme eine Forderung nach Beseitigung des Nazismus in Europa genannt
  • Kritik aus der Opposition an fortbestehenden formalen Verbindungen in einzelnen Städten
  • In Hamburg und Düsseldorf scheiterten Anträge von CDU und FDP auf vollständige Beendigung
  • 25 Prozent der Kommunen schlossen seit 2022 neue Partnerschaften mit ukrainischen Städten oder bauten bestehende aus

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja — es wird u. a. eine Stellungnahme/Empfehlung des Deutschen Städtetags vom März 2022 zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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