Arbeitskampf im Einzelhandel in Berlin
Berlin () – Kunden von Supermärkten und anderen Geschäften müssen sich bald womöglich auf größer angelegte Streiks einstellen. Die Gewerkschaft Verdi droht damit, den Arbeitskampf im Einzelhandel deutlich auszuweiten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.
Hintergrund ist die seit April laufende Tarifrunde, in der es trotz zahlreicher Verhandlungstreffen noch kein Ergebnis gibt. Wenn sich die Arbeitgeber in den nächsten Wochen nicht bewegen, werde man die Streikmaßnahmen intensivieren, sagte Verdi-Vorständin Silke Zimmer der Zeitung. Mehrtägige Arbeitsniederlegungen seien dann denkbar. Dabei nehme man gezielt diejenigen Unternehmen ins Visier, die die Verhandlungen blockieren.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Geld für die Beschäftigten, sie sollen mindestens 14,90 Euro pro Stunde verdienen. Vom Tarifvertrag direkt betroffen ist nach Angaben der Gewerkschaft etwa ein Viertel der mehr als drei Millionen Verkäufer im Einzelhandel. Verdi begründet die Forderung unter anderem mit den Preissteigerungen der vergangenen Jahre und dem Beginn des Kriegs zwischen den USA und Iran, in dessen Folge sich Benzin und Diesel stark verteuerten. Die Inflation werde in diesem Jahr auf etwa drei Prozent steigen, prognostizieren Ökonomen, im Juli kletterte sie im Vergleich zum Vorjahresmonat bereits auf 2,8 Prozent.
Die Arbeitgeber haben der Gewerkschaft nach Informationen der SZ zuletzt 4,4 Prozent Lohnsteigerungen angeboten. Es gebe kaum Spielraum, sagte der Tarifgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Steven Haarke, vor Verhandlungsbeginn. Diese Verdi-Forderungen gingen in der aktuellen Situation an der Realität von vielen Einzelhandelsunternehmen vorbei.
Ein besonderer Streitpunkt in den Tarifverhandlungen kreist um die Lage jüngerer Verkäufer. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber sei so niedrig, dass ihre Gehälter in einigen Regionen faktisch vom Mindestlohn eingeholt würden, den die Bundesregierung zum 1. Januar 2027 von derzeit 13,90 auf 14,60 Euro pro Stunde erhöhen will. Das sei ein Skandal, sagte Zimmer, schließlich hätten die meisten Beschäftigten im Einzelhandel eine abgeschlossene Berufsausbildung. Sie verdienten mehr Wertschätzung als den Mindestlohn. Der HDE wiederum argumentiert, die Tarifbeschäftigten bekämen „nahezu flächendeckend“ Urlaubs- und Weihnachtsgeld; dies eingerechnet, liege das Einstiegsgehalt schon heute deutlich über dem vom kommenden Jahr an gültigen Mindestlohn von 14,60 Euro pro Stunde.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Silke Zimmer, Steven Haarke
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Verdi, Süddeutsche Zeitung, Silke Zimmer, Bundesregierung, HDE (Handelsverband Deutschland)
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: seit April laufende Tarifrunde; Streik-Erweiterung in den nächsten Wochen (also ohne konkretes Datum, fortlaufend ab April).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Die Gewerkschaft Verdi droht angesichts einer seit April laufenden erfolglosen Tarifrunde im Einzelhandel mit einer deutlichen Ausweitung der Streiks und fordert dabei 7 % mehr Lohn (mindestens 14,90 €/Stunde), während die Arbeitgeber bislang 4,4 % angeboten haben.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Seit April laufende Tarifrunde im Einzelhandel ohne Ergebnis trotz zahlreicher Verhandlungstreffen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Verdi kündigt an, die Streikmaßnahmen zu intensivieren, falls die Arbeitgeber sich in den nächsten Wochen nicht bewegen
- Mehrtägige Arbeitsniederlegungen seien dann denkbar
- Verdi will dabei gezielt Unternehmen ins Visier nehmen, die die Verhandlungen blockieren
- Arbeitgeberseite signalisiert kaum Spielraum und kritisiert die Forderungen als nicht realistisch für viele Einzelhandelsunternehmen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- größer angelegte Streiks im Einzelhandel und in anderen Geschäften
- deutliche Ausweitung des Arbeitskampfs im Einzelhandel
- möglicherweise mehrtägige Arbeitsniederlegungen
- gezielte Streikmaßnahmen gegen Unternehmen, die die Verhandlungen blockieren
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja – Verdi-Vorständin Silke Zimmer und der Tarifgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Steven Haarke, werden mit Stellungnahmen zitiert.
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