Gesellschaft in Berlin: Volksbad-Affäre um Kulturkampf
Berlin () – Claudia Roth (Grüne) kritisiert die Berliner CDU und den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner in der Volksbad-Affäre scharf. Es sei bitter, dass diese „sich diesen Kulturkampf zu eigen macht, statt ihm entgegenzutreten“, sagte die ehemalige Kulturstaatsministerin und Bundestagsvizepräsidentin dem Tagesspiegel (Samstagsausgabe).
Wenn Alice Weidel allen Ernstes von „Apartheid“ spreche und damit die Realität ins Gegenteil verkehre, wäre es die Aufgabe einer demokratischen Regierungspartei, dem klar zu widersprechen, so die Grünen-Politikerin.
Wegners bisheriges Schweigen zum Vorgang lasse es zu, so Roth, dass „die Stimmung ungebremst gegen eine gesellschaftliche Gruppe“ laufe, die ohnehin „täglich Anfeindungen ausgesetzt“ sei. Wer im Wahlkampf auf Distanz zu rechter Hetze verzichte, weil sie gerade politisch bequem erscheine, mache sich zum Steigbügelhalter für die Kräfte, die unsere Gesellschaft spalten wollten, sagte Roth.
Das Berliner Theater und der Verein „Each One Teach One“ (Eoto) hatten eine ursprünglich für Freitagnachmittag vorgesehene Veranstaltung aufgrund von Sicherheitsbedenken abgesagt.
Geplant war, das „Volksbad“ – ein temporär vor der Volksbühne aufgebautes Schwimmbecken – einige Stunden lang nur für schwarze Menschen zu öffnen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Als Begründung für die Absage wurden Sicherheitsbedenken genannt.
Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel hatte mit Blick auf die geplante Veranstaltung von „Apartheid“ gesprochen und die Streichung von Fördermitteln gefordert.
Auch eine junge CDU-Kommunalpolitikerin äußerte Unverständnis und sprach von einem diskriminierenden Gefühl, weil sie als Weiße nicht ins Freibad dürfe. Eoto erhielt daraufhin laut eigenen Angaben rassistische Drohmails, Gewaltandrohungen sowie diskriminierende Kommentare in den sozialen Medien.
Roth sieht darin „keinen spontanen Shitstorm, sondern das Ergebnis eines Musters, das wir seit Monaten erleben“, wie sie sagte.
Rechte Medien griffen ein niedrigschwelliges, wohlmeinendes Angebot für Schwarze Kinder und Jugendliche auf, drehten es durch ihre Empörungsmaschinerie und machten einen Verein, der sich gegen Alltagsrassismus engagiere, über Nacht zum Feindbild, kritisierte sie. Aufgrund der Bedrohungen müssten nun Kinder, denen „ein unbeschwerter Ferientag ermöglicht“ werden sollte, zu Hause bleiben.
„Das ist der reale Preis dieses Kulturkampfs, der immer schärfer geführt wird“, so Roth.
Von Wegner erwarte sie, dass er sich vor Eoto und das Team der Berliner Volksbühne stelle und damit „diesem Kulturkampf eine klare Absage erteilt, statt ihn durch Schweigen weiter zu befeuern.“
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Berliner Volksbühne am 14.08.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Claudia Roth, Alice Weidel, Kai Wegner
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Claudia Roth, Grüne, Berliner CDU, Regierender Bürgermeister Kai Wegner, Tagesspiegel, Alice Weidel, AfD, Berliner Theater, Each One Teach One (Eoto), Volksbühne, Berliner Volksbühne, CDU, Volksbad, dts Nachrichtenagentur, soziale Medien, rechte Medien
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am 14.08.2026 statt (genannt im Text als Foto-/Berichtsdatum; die „ursprünglich für Freitagnachmittag vorgesehene Veranstaltung“ bezieht sich auf diesen Kontext).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Berliner Volksbühne (Volksbad / temporäres Schwimmbecken vor der Volksbühne), Berlin (Sitz des Vereins „Each One Teach One“ / Eoto)
Worum geht es in einem Satz?
Claudia Roth (Grüne) kritisiert die Berliner CDU und den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner in der „Volksbad“-Affäre scharf, weil eine geplante zeitweise Öffnung eines Schwimmbeckens vor der Volksbühne für schwarze Kinder und Jugendliche abgesagt wurde und sie darin einen durch rechten Kulturkampf befeuerten und von AfD- sowie Medienempörung geprägten Vorgang sieht.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Geplante Öffnung des temporären Schwimmbeckens „Volksbad“ für schwarze Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche
- Äußerung von AfD-Vorsitzender Alice Weidel über „Apartheid“ und Forderung nach Streichung von Fördermitteln
- Absage der ursprünglich für Freitagnachmittag vorgesehenen Veranstaltung durch das Berliner Theater und den Verein „Each One Teach One“ wegen Sicherheitsbedenken
- Reaktionen und Gegenkampagnen durch rechte Medien, die das Angebot umdeuteten und zum Feindbild machten
- Öffentliche Drohungen und rassistische Angriffe gegen Eoto, die im Zusammenhang mit der Debatte standen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Claudia Roth kritisiert öffentlich, dass Wegner und die CDU den Kulturkampf nicht klar entgegentreten und ihr Schweigen den gegen eine gesellschaftliche Gruppe gerichteten Stimmungsumschwung begünstige
- AfD und Alice Weidel sprechen von „Apartheid“, fordern Streichung von Fördermitteln und werden als Verstärker der Empörung dargestellt
- CDU äußert Unverständnis bzw. beschreibt ein diskriminierendes Gefühl aufgrund des Ausschlusses als Weiße Person
- Rechte Medien greifen das Angebot auf, drehen es laut Roth durch „Empörungsmaschinerie“ zum Feindbild um
- Eoto erhält laut eigenen Angaben rassistische Drohmails, Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare in sozialen Medien
- Aufgrund der Sicherheitsbedenken wird die geplante Veranstaltung abgesagt und Kinder müssen laut Roth zu Hause bleiben
- Roth bewertet das als kein spontaner Shitstorm, sondern als Muster seit Monaten
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kinder und Jugendliche müssen zu Hause bleiben
- Die ursprünglich geplante Veranstaltung kann nicht stattfinden
- Der Verein Each One Teach One sowie Beteiligte sehen sich mit Drohmails und Gewaltandrohungen konfrontiert
- Zusätzlich kommt es zu diskriminierenden Kommentaren in sozialen Medien
- Kinder, denen ein unbeschwerter Ferientag ermöglicht werden sollte, können diesen nicht wahrnehmen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Claudia Roth kritisiert die Berliner CDU und Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und macht dabei eine Stellungnahme zu dem Vorgang.
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