Politik – Benachteiligung in der Familienpolitik (Berlin)
Berlin () – Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, befürchtet wegen der Elterngeldpläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) weitere Benachteiligungen von Eltern.
„Die Bundesregierung sollte bei der Elterngeldreform darauf achten, dass Mütter und Väter auch vor Diskriminierung geschützt werden“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Sie verwies auf eine Befragung, der zufolge viele Eltern am Arbeitsplatz Diskriminierung erlebten, wenn sie Elternzeit beantragten. Väter berichteten dabei noch häufiger von negativen Erfahrungen als Mütter.
Ataman warnte, wenn Väter bei der Kinderbetreuung nicht mitzögen, hätten Mütter doppelt das Nachsehen: Neben Nachteilen im Job würden sie nur noch für neun Monate Elterngeld bekommen. Das wäre ungerecht und könnte sie stärker in finanzielle Abhängigkeit bringen. Sie forderte daher Nachbesserungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). „Um Eltern vor Benachteiligung im Job zu schützen, gibt es ein einfaches Mittel: Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz muss ‚familiäre Fürsorge` als Schutzgrund verankert werden.“
Ministerin Prien sieht eine Kürzung des Elterngeldes von 14 Monaten auf 12 Monate vor. Um die Leistung für ein volles Jahr zu bekommen, müssen sich Väter künftig mindestens drei Monate statt zwei Monate einbringen.
Der im Jahr 2022 für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes erstellten Studie „Diskriminierungserfahrungen von fürsorgenden Erwerbstätigen“ zufolge berichten 30 Prozent der Väter und 24 Prozent der Mütter, dass Vorgesetzte auf die Bekanntgabe der Elternzeit abfällig oder negativ reagiert hätten.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Mann mit Kind (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Ferda Ataman, Karin Prien
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Ferda Ataman, Karin Prien, CDU, Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bundesregierung, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Rheinische Post
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman warnt, dass die von Bundesfamilienministerin Karin Prien geplante Elterngeldreform Eltern weiter benachteiligen könnte, und fordert zur besseren Absicherung gegen Diskriminierung eine entsprechende Verankerung im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Elterngeldpläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) zur Elterngeldreform, insbesondere die geplante Kürzung von 14 auf 12 Monate und die künftig notwendige längere Beteiligung von Vätern (mindestens drei statt zwei Monate)
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bundesregierung keine konkrete Reaktion im Artikel beschrieben
- Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman warnt vor weiterer Diskriminierung durch die Elterngeldreform
- Ataman fordert Nachbesserungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) als Schutz vor Benachteiligung im Job
- Laut Studie sollen Vorgesetzte auf Elternzeit bei vielen Eltern abfällig oder negativ reagiert haben
- Väter sollen dabei häufiger negative Erfahrungen berichten als Mütter
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Väter und Mütter könnten am Arbeitsplatz stärker benachteiligt werden, wenn sie Elternzeit beantragen
- Mütter könnten neben Job-Nachteilen eine verkürzte Anspruchsdauer beim Elterngeld erleben
- Eltern könnten stärker in finanzielle Abhängigkeit geraten
- Arbeitgeber oder Vorgesetzte könnten mit abfälligen oder negativen Reaktionen auf die Elternzeit reagieren
- Es könnte verstärkt zu Bedarf an Nachbesserungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz kommen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Ferda Ataman (Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes) wird mit mehreren direkten Zitaten („Die Bundesregierung sollte…“, „Um Eltern vor…“) sowie der Forderung nach Änderungen am AGG zitiert.
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