Gesellschaft: Reformen im Krankenstandsschutz Berlin
Berlin () – Deutschland hat nach Einschätzung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall objektiv gesehen ein Problem mit dem hohen Krankenstand.
Es sei deshalb richtig, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen, sagte Präsident Udo Dinglreiter dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Ob hingegen die Krankmeldung ab dem ersten Tag Wirkung entfalte, bleibe abzuwarten. In Unternehmen gebe es häufig andere Regelungen dazu, betonte Dinglreiter. Zuvor hatte die schwarz-rote Koalition ihre Reformpläne vorgestellt, die auch Änderungen bei Krankmeldungen enthalten.
Der Gesamtmetall-Chef lobte an dem Reformpaket, dass der Kündigungsschutz für Höchstverdienende reformiert werden soll. „Wobei uns da eine niedrigere Gehaltsgrenze lieber gewesen wäre“, ergänzte er. Auch die womöglich längere Befristung von Arbeitsverhältnissen begrüßte Dinglreiter, gleichzeitig pochte er auf eine Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung. Auf Kritik stieß bei ihm, dass sich die Koalitionsspitzen beim Arbeitszeitgesetz nicht auf Änderungen einigten. „Wir erwarten, dass das umgesetzt wird, was im Koalitionsvertrag steht“, forderte er.
Grundsätzlich sei es gut, dass sich die Regierungskoalition ohne Streit auf ein umfassendes Reformpaket geeinigt habe, so Dinglreiter. Es enthalte viele sinnvolle Ansätze, die Wirkung entfalten würden. Der größte Wurf seien die Regelungen zum Bürokratieabbau. Auch die Änderungen beim Kündigungsschutz für Hochverdienende seien löblich. Begrüßenswert sei zudem die Möglichkeit zur Befristung von Arbeitsverhältnissen. Es gebe aber auch Punkte, die deutlich hinter den Erwartungen geblieben seien.
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit sei ein Kernanliegen der Arbeitgeber. Mit der wöchentlichen Höchstarbeitszeit ohne Tarifvorbehalt und der Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung seien zwei wesentliche Aspekte aber nicht im Reformpaket enthalten. Man erwarte, dass das umgesetzt werde, was im Koalitionsvertrag stehe.
Auf die Frage, ob die Regierung nicht EU-Recht umsetzen müsse, entgegnete Dinglreiter, man wolle die Vertrauensarbeitszeit erhalten, aber ohne Arbeitszeitaufzeichnung. Das sei nach seiner Interpretation der europäischen Rechtsprechung zulässig und so stehe es auch im Koalitionsvertrag.
Mit Blick auf die Neuregelung bei der Krankschreibung sagte der Gesamtmetall-Chef, man habe objektiv gesehen in Deutschland ein Problem mit dem hohen Krankenstand. Es sei deshalb richtig, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen. Ob eine Krankmeldung ab dem ersten Tag Wirkung entfalte, bleibe abzuwarten. Zumal es in Unternehmen dazu häufig andere Regelungen gebe. Etwas gegen Missbrauch zu tun, sei allerdings mit Sicherheit der richtige Ansatz. Er sei überzeugt, dass man sich dem Thema auch innerbetrieblich stellen müsse.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Udo Dinglreiter
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Gesamtmetall, Arbeitgeberverband, schwarz-rote Koalition, Koalitionsspitzen, Regierungskoalition, EU-Recht, Europäische Rechtsprechung, Arbeitszeitgesetz, Koalitionsvertrag, dts Nachrichtenagentur, Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter hält die geplanten Reformen u. a. bei Kündigungsschutz und Befristungen für sinnvoll, kritisiert jedoch vor allem, dass die gewünschte Flexibilisierung der Arbeitszeit (Vertrauensarbeitszeit ohne Aufzeichnung) nicht verbindlich im Paket enthalten sei, und begrüßt zugleich die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, während der Effekt einer Krankschreibung ab dem ersten Tag noch offen bleibt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
hoher Krankenstand in Deutschland
Abschaffung der telefonischen Krankschreibung im Rahmen der Reformpläne der schwarz-roten Koalition
Bedarf, Missbrauch bei Krankmeldungen zu verhindern
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Gesamtmetall bewertet die Reformpläne insgesamt positiv und nennt sie überwiegend sinnvolle Ansätze
- Gesamtmetall lobt insbesondere den Bürokratieabbau und die Reform des Kündigungsschutzes für Höchstverdienende
- Gesamtmetall kritisiert, dass zentrale Punkte zur Flexibilisierung der Arbeitszeit im Reformpaket fehlen
- Gesamtmetall fordert die Umsetzung dessen, was im Koalitionsvertrag steht
- Gesamtmetall sagt, die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sei richtig, das Wirken einer Krankschreibung ab dem ersten Tag sei jedoch noch abzuwarten
- Gesamtmetall betont, dass es zur Vermeidung von Missbrauch innerbetrieblich Maßnahmen geben müsse
Welche Konsequenzen werden genannt?
- hoher Krankenstand
- Reform der Krankschreibung inklusive Abschaffung der telefonischen Krankschreibung
- mögliche Wirkung einer Krankmeldung bereits ab dem ersten Tag
- innerbetriebliche Regelungen zu Krankmeldungen
- Maßnahmen gegen Missbrauch bei Krankschreibungen
- Reform des Kündigungsschutzes für Höchstverdienende
- niedrigere Gehaltsgrenze als mögliche Alternative zum Reformansatz
- mögliche längere Befristung von Arbeitsverhältnissen
- Forderung nach Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung
- Bürokratieabbau als zentraler Bestandteil des Reformpakets
- Erwartung der Umsetzung von Punkten aus dem Koalitionsvertrag
- Kritik dass Änderungen beim Arbeitszeitgesetz ausbleiben
- Umsetzungsbedarf gemäß Interpretation europäischer Rechtsprechung zur Vertrauensarbeitszeit ohne Arbeitszeitaufzeichnung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Präsident Udo Dinglreiter (Arbeitgeberverband Gesamtmetall) wird mit mehreren Stellungnahmen zur Reform bei Krankmeldungen zitiert.
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