Rentenreform in Deutschland: Zukunftsperspektiven und Herausforderungen
Berlin () – Die Rentenkommission will die Rente mit 70 einführen und das Rentenniveau durch eine neue Kapitalrente auf 50 Prozent anheben. Das berichtet die „Bild-Zeitung“ unter Berufung auf informierte Kreise.
Das Reformpaket, das die Kommission am Dienstag vorstellt, sieht demnach vor, dass künftig ein Teil der Rentenbeiträge am Aktienmarkt angelegt wird. In diese Kapitalsäule fließt zunächst ein Prozent vom Bruttolohn (0,5 Prozent Arbeitnehmeranteil, 0,5 Prozent Arbeitgeberanteil). Später steigt der Beitrag für die Kapitalrente auf zwei Prozent (ein Prozent Arbeitnehmer, ein Prozent Arbeitgeber). Die neue Kapitalrente ist vor allem für Ostdeutsche wichtig, weil dort drei Viertel der Arbeitnehmer neben der gesetzlichen Rente keine zusätzliche Altersvorsorge haben. Eine verpflichtende Betriebsrente kommt erst einmal nicht. Sie wäre laut Expertenmeinung bürokratischer als die Kapitalrente innerhalb der Rentenversicherung.
Die Kommission schlägt außerdem vor, den Nachhaltigkeitsfaktor wieder einzuführen. Dieser passt die jährliche Rentensteigerung an die Entwicklung der Beitragszahler an. Das dämpft die künftigen Beitragssteigerungen, allerdings fallen dadurch auch die jährlichen Rentensteigerungen geringer aus. Das Modell sieht folgendes Verfahren vor: Bei Rentenbeginn gilt auch in Zukunft das Rentenniveau von 48 Prozent. Durch den Nachhaltigkeitsfaktor sinkt das Niveau im Laufe der Rentenbezugsjahre. Dieses Minus soll aber durch die neue Kapitalrente aufgefangen werden. Nach Prognosen der Kommission soll ab 2040 das Gesamtniveau der Rentenversicherung auf 50 Prozent bis 2050 steigen. Davon profitierten die heute jüngeren und mittelalten Arbeitnehmer.
Die Kommission spricht sich auch für längeres Arbeiten aus und führt mit ihrem Vorschlag langfristig die Rente mit 70 ein. Das Renteneintrittsalter soll ab 2032 an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden. Damit wird die Altersgrenze nur langsam verschoben: Ab 2042 steigt das Eintrittsalter alle zehn Jahre um ein halbes Jahr. Gegen Ende dieses Jahrhunderts, in den 2090er-Jahren, gilt dann die Rente mit 70. Damit würden erst Kinder, die jetzt in die Schule kommen, wirklich bis 70 Jahre arbeiten müssen. Frühverrentungen nach 45 Beitragsjahren sollen hingegen abgeschafft werden. Nur wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, soll leichter in Rente gehen können.
Künftig sollen auch Politiker in die Rentenkasse einzahlen müssen. Die Rentenkommission will die Zahl der Versicherten vergrößern: Abgeordnete aus dem Bundestag und den Landtagen, Selbstständige und Vorstandsvorsitzende von Aktiengesellschaften sollen in die Rentenkasse einzahlen. Beamte bleiben vorläufig außen vor. Außerdem spricht sich die Kommission für die Abschaffung der von Rentenbeiträgen befreiten Minijobs aus. Künftig dürfen nur noch Schüler für bis zu 603 Euro Monatsverdienst jobben. Alle anderen müssen eine Stelle mit Renteneinzahlung annehmen. Damit soll vor allem die Altersarmut von Frauen bekämpft werden.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Der Artikel enthält keine vollständigen Namen von Personen.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Rentenkommission, Bild-Zeitung, Bundestag, Landtage, Aktiengesellschaften.
Wann ist das Ereignis passiert?
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Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden hauptsächlich in Berlin statt.
Worum geht es in einem Satz?
Die Rentenkommission will die Rente mit 70 einführen, das Rentenniveau durch eine neue Kapitalrente auf 50 Prozent anheben und zusätzliche Reformen vorschlagen, die unter anderem eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie die Einbeziehung von Politikern in die Rentenkasse vorsehen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Demografischer Wandel und steigende Lebenserwartung
- Ungleichheit der Altersvorsorge in Ost- und Westdeutschland
- Notwendigkeit der Stabilisierung des Rentensystems
- Niedriges Rentenniveau von derzeit 48 Prozent
- Anstieg der Anzahl der Rentenbeitragszahler
- Finanzierungslücke in der gesetzlichen Rente
- Einfluss durch Expertenmeinungen und gesellschaftliche Diskussionen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Einführung der Rente mit 70
- Anhebung des Rentenniveaus auf 50 Prozent durch neue Kapitalrente
- Erhöhung des Beitrags für Kapitalrente auf zwei Prozent
- Wichtige Verbesserung für Ostdeutsche ohne zusätzliche Altersvorsorge
- Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors
- Geringere jährliche Rentensteigerungen
- Ab 2040 Steigerung des Gesamtniveaus der Rentenversicherung auf 50 Prozent
- Langsame Anhebung des Renteneintrittsalters ab 2032
- Abschaffung von Frühverrentungen nach 45 Beitragsjahren
- Pflichtbeiträge für Politiker in die Rentenkasse
- Vergrößerung der Zahl der Versicherten
- Abschaffung von Minijobs ohne Rentenbeiträge
- Bekämpfung der Altersarmut von Frauen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Im Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer Person oder Organisation zitiert.

