Gesundheitspolitik in Deutschland: Organspende im Fokus
Berlin () – Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet eine Neuregelung der Organspende noch in diesem Jahr. Die Chance auf eine Einführung der Widerspruchslösung in Deutschland sei gestiegen, sagte er der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Der Fall Mette-Marit kann uns dabei helfen“, sagte der SPD-Politiker. „Ideal wäre es, wenn der Bundestag im Herbst endgültig die Widerspruchslösung beschließen würde.“
Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hatte vergleichsweise kurz auf eine lebensrettende Lungentransplantation warten müssen. Fälle wie der von Mette-Marit könnten bei uns die Regel sein, so Lauterbach. Gerade bei Lungentransplantationen könnte es schneller gehen – aber auch bei Herztransplantationen oder Nierentransplantationen. In Deutschland sterben immer noch viel zu viele Patienten auf der Warteliste. Hätte man eine Widerspruchslösung bei der Organspende wie in Norwegen, wäre das Problem gelöst.
Es sei nicht einzusehen, dass Patienten in Deutschland einen Nachteil hätten, den andere Länder längst überwunden hätten. „Es ist doch nicht zu vermitteln, weshalb wir mit unserem teuren Gesundheitswesen es nicht schaffen, Menschen, die Organe benötigen, das Leben zu retten“, sagte Lauterbach.
Der ehemalige Minister beklagte, dass das Thema Organspende oft ideologisch überhöht werde. Es kämen religiöse Argumente ins Spiel oder es werde mit irrationalen Ängsten argumentiert. „Wenn es diesmal vernünftiger abläuft, dann glaube ich, könnte die Zeit für die Widerspruchslösung jetzt gekommen sein“, so Lauterbach.
Lauterbach wies zudem darauf hin, dass es in der vergangenen Legislaturperiode gelungen sei, ein Organspende-Register digital einzuführen, das sehr zuverlässig funktioniere. Wer nicht spenden möchte, könne sich dort eintragen lassen. „Es ist dann ausgeschlossen, dass jemand versehentlich zum Spender wird“, sagte er.
Am kommenden Mittwoch debattiert der Bundestag über die Einführung einer Widerspruchslösung. Lauterbach ist heute Vorsitzender des Forschungsausschusses im Bundestag.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Karl Lauterbach (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Karl Lauterbach, Mette-Marit
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
SPD, Bundestag, Funke-Mediengruppe, norwegische Kronprinzessin Mette-Marit.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet noch in diesem Jahr eine Neuregelung der Organspende in Deutschland, insbesondere die Einführung einer Widerspruchslösung, die durch positive Beispiele wie den Fall der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit gestärkt werden könnte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Erwartung einer Neuregelung der Organspende in Deutschland
- Anstieg der Chancen auf Einführung der Widerspruchslösung
- Fall Mette-Marit als Beispiel für schnellere Transplantationen
- Hohe Sterblichkeit auf Wartelisten in Deutschland
- Vergleich mit anderen Ländern, insbesondere Norwegen
- Kritik an ideologischen Diskussionen und irrationalen Ängsten
- Einführung eines digitalen Organspende-Registers in der letzten Legislaturperiode
- Bundestagsdebatte über Widerspruchslösung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Neuregelung der Organspende erwartet
- Erhöhung der Chancen auf Einführung der Widerspruchslösung
- Schnellerer Zugang zu Transplantationen
- Reduzierung der Sterberate auf Wartelisten
- Verbesserung der Organverfügbarkeit
- Abbau ideologischer Hürden bei der Organspende
- Einführung eines zuverlässigen Organspende-Registers
- Ausschluss von versehentlichen Spendern
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Karl Lauterbach zitiert. Er äußert sich optimistisch zur Neuregelung der Organspende und zur Einführung der Widerspruchslösung in Deutschland.
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