Medienkritik und politische Teilhabe in Berlin
Berlin () – Die ARD weist den Vorwurf des BSW zurück, die Partei werde von politischen Talkshows ausgegrenzt. „Die großen politischen Talkformate der ARD sind keine Ersatzparlamente“, heißt es in einer E-Mail der ARD-Kommunikationsabteilung an die Wagenknecht-Partei, über die die „Welt“ (Donnerstagausgabe) berichtet.
Der Sender lege außerhalb der Wahlkampfzeit viele verschiedene Kriterien bei der Auswahl von Talkshow-Gästen an. „Dabei ist die Parteizugehörigkeit nur eines unter mehreren. Ausschlaggebend ist, ob Parteienvertreter etwas Relevantes zum Thema der jeweiligen Sendung beitragen können“, heißt es im Schreiben. Die BSW-Vorsitzenden Amira Mohamed Ali und Fabio De Masi hatten zuvor in einem am 1. Juni an die ARD- und ZDF-Intendanzen gesendeten Schreiben den Vorwurf erhoben, dass Vertreter ihrer Partei zu selten in TV-Talkshows eingeladen würden.
Die ARD-Sprecherin verwies in ihrer Antwort auf die Rundfunkfreiheit und die vom Bundesverfassungsgericht unterstrichene Programmfreiheit. „Die Redaktionen entscheiden allein und ohne Einfluss von außen, wer zu welchem Thema eingeladen wird“, schrieb die Sprecherin an die BSW-Spitze. „Die Entscheidung, welche Gäste zu welchem Thema eingeladen werden, orientiert sich nicht an der Logik reiner Parteibuch-Arithmetik.“
Die Teilnehmer wähle man nach „rein publizistischen Kriterien“ aus. „Hierbei sind vielfältige Faktoren zu berücksichtigen: Eine diverse Besetzung nach Alter und Geschlecht kann dabei ebenso geboten sein wie zum Beispiel die berufliche Ausrichtung oder Expertenwissen“, führt die Sprecherin aus. „Wir bitten um Verständnis, dass die ARD daher auch weiterhin die Gäste der Talkrunden allein nach publizistischen Kriterien auswählen wird.“
Wagenknecht hält an der Beschwerde ihrer Partei fest. Das BSW werde „nahezu vollständig aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk herausgehalten“, sagte die BSW-Gründerin der Zeitung. „Das ist undemokratisch und eine Ohrfeige für unsere Wähler. Vor den Ostwahlen wird die Medienbrandmauer gegen das BSW noch höher gezogen.“
Die Antwort der ARD bezeichnete Wagenknecht als einen „schlechten Witz“. Die „eklatante Einseitigkeit des Staatsfunks und die Einladung der immer gleichen Kriegspropagandisten als redaktionelle Freiheit zu verkaufen, ist wirklich dreist“, sagte Wagenknecht. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk werde seinem Auftrag nicht gerecht. „Die BSW-Blockade ist nur die Spitze des Eisbergs. Es ist kein Zufall, dass die `Tagesschau` immer mehr Ostdeutsche an die `Aktuelle Kamera` erinnert“, sagte Wagenknecht. Die „Aktuelle Kamera“ war die zentrale Nachrichtensendung im DDR-Fernsehen. „Mit ausgewogener Berichterstattung und Meinungsvielfalt hat der ÖRR nichts mehr zu tun.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | BSW-Logo (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Amira Mohamed Ali, Fabio De Masi, Wagenknecht
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
ARD, BSW, ZDF, Bundesverfassungsgericht
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 1. Juni statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin statt.
Worum geht es in einem Satz?
Die ARD weist die Vorwürfe der BSW zurück, die Partei werde von Talkshows ausgegrenzt, und betont, dass die Auswahl der Gäste nach publizistischen Kriterien sowie Relevanz für die Themen der Sendungen erfolgt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Vorwurf der Ausgrenzung der Partei BSW durch ARD
- Schreiben der BSW an ARD- und ZDF-Intendanzen
- Unzureichende Einladungen von BSW-Vertretern zu Talkshows
- ARD verweist auf Rundfunkfreiheit und Programmfreiheit
- Kritische Äußerungen von BSW-Gründerin Wagenknecht über Medienberichterstattung
- Hinweis auf Kriterien bei der Gästewahl für Talkshows
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- ARD weist Vorwurf des BSW zurück
- Talkformate sind keine Ersatzparlamente
- Auswahlkriterien für Gäste sind vielfältig
- Parteizugehörigkeit ist nur ein Faktor
- Entscheidungen basieren auf publizistischen Kriterien
- Redaktionen entscheiden ohne externen Einfluss
- BSW-Spitze kritisiert mangelnde Einladung zu Talkshows
- Wagenknecht hält an Beschwerde fest
- BSW wird als undemokratisch ausgegrenzt
- Kritik an einseitiger Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Welche Konsequenzen werden genannt?
- BSW bleibt weitgehend aus öffentlich-rechtlichem Rundfunk ausgeschlossen
- Wahrnehmung von undemokratischer Ausgrenzung
- Erhöhung der "Medienbrandmauer" vor Ostwahlen
- Kritik an einseitiger Berichterstattung
- Verlust an Meinungsvielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, der Artikel zitiert eine Stellungnahme von Sahra Wagenknecht, in der sie die ARD-Kritik als "schlechten Witz" bezeichnet und meint, der öffentlich-rechtliche Rundfunk komme seinem Auftrag nicht nach.
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