Internationale Ordnung im Wandel: Frieden und Konflikt
Berlin () – Mehrere deutsche Friedens- und Konfliktforschungsinstitute warnen vor einem Zerfall der internationalen Ordnung. Staaten missachteten zunehmend das Völkerrecht und wendeten Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen an, heißt es im „Friedensgutachten 2026“, welches am Montag in Berlin vorgestellt wurde.
Die Forscher stellten fest, dass militärische Gewalt sich als reguläres Mittel internationaler Politik etabliert habe und Regierungen wie staatliche „Warlords“ agierten. Besonders die Interventionen der USA, Russlands und Israels sowie die regionalen Machtprojektionen von Pakistan, der Türkei, Äthiopien und den Golfmonarchien werden dabei hervorgehoben.
Um die aktuellen Gewaltdynamiken einzudämmen, solle Deutschland sich „konsequent am Völkerrecht orientieren“ und seine Rolle in Europa nutzen, um multilaterale Institutionen zu stärken. Das Friedensgutachten empfiehlt zudem, „resiliente Wertschöpfungsketten“ aufzubauen und digitale Souveränität anzustreben.
Die Vereinten Nationen befänden sich in einer tiefen strukturellen Krise, da Großmachtrivalitäten zentrale Entscheidungsprozesse blockierten, heißt es in dem Gutachten weiter. Dennoch gebe es keine tragfähige Alternative zur Organisation. Die Bundesregierung solle sich für eine stabile Finanzierung und Reformen einsetzen. Auch die Entwicklungszusammenarbeit stehe unter Druck, da Kürzungen die Instabilität fragiler Staaten begünstigten. Die Forscher empfehlen, sich auf europäischer und internationaler Ebene für eine bessere Koordination und Wirksamkeit von Entwicklungsprogrammen einzusetzen.
Mit Blick auf Lösungen gegen den Verfall der internationalen Ordnung sagte Conrad Schetter vom Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC), dass „klare einheitliche Regeln für Sanktionen“ nötig seien. Es gehe in dem Gutachten darum, „zu zeigen, dass wir in einer Zeit leben, in der das Völkerrecht zu einer Randnotiz wird, nicht mehr richtig berücksichtigt wird und gleichzeitig eben auch Sanktionsregime als solche an Bedeutung verlieren“, sagte er der .
Tobias Debiel vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen ergänzte, dass man sich für eine Beibehaltung der Sanktionen, zum Beispiel gegenüber Russland, ausspreche. „Aber es muss klar sein, unter welchen Bedingungen man Sanktionen auch zurückfährt“, sagte er der . Das sei der zentrale Streitpunkt in der Vergangenheit bei Sanktionen gewesen. „Sanktionen haben den Zweck, Druck auszuüben. Sie haben eine symbolische Bedeutung, die Einigkeit gegen Völkerrechtsverletzungen, gegen Menschenrechtsverletzungen deutlich zu machen. Aber einen Effekt wird man nur erzielen können, wenn man auch deutlich macht, unter welchen Bedingungen sie zurückgefahren werden“, so Debiel.
Das Friedensgutachten ist ein gemeinsames Gutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute BICC, IFSH, INEF und PRIF. Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten untersuchen darin internationale Konflikte aus einer friedensstrategischen Perspektive und geben Empfehlungen für die Politik.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vorstellung Friedensgutachten 2026 am 08.06.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Conrad Schetter, Tobias Debiel
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
BICC, IFSH, INEF, PRIF, die Vereinten Nationen, die Bundesregierung, die Universität Duisburg-Essen.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 08.06.2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Das Friedensgutachten 2026 warnt vor einem Zerfall der internationalen Ordnung, da Staaten zunehmend das Völkerrecht missachten und Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen nutzen, und empfiehlt Deutschland, sich am Völkerrecht zu orientieren und multilaterale Institutionen zu stärken, um die Gewaltdynamiken einzudämmen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zunehmende Missachtung des Völkerrechts durch Staaten
- Etablierung militärischer Gewalt als reguläres Mittel in der internationalen Politik
- Interventionen der USA, Russlands und Israels sowie regionale Machtprojektionen
- Tiefe strukturelle Krise der Vereinten Nationen durch Großmachtrivalitäten
- Druck auf Entwicklungszusammenarbeit durch Kürzungen
- Verlust an Bedeutung der Sanktionsregime
- Bedarf an klaren Regeln für Sanktionen und deren Rückführung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Warnung vor Zerfall der internationalen Ordnung
- Staaten missachten zunehmend das Völkerrecht
- Militärische Gewalt etabliert sich in der internationalen Politik
- Kritik an Interventionen der USA, Russlands, Israels und regionaler Machtprojektionen
- Empfehlung für Deutschland, sich am Völkerrecht zu orientieren
- Stärkung multilateraler Institutionen gefordert
- Resiliente Wertschöpfungsketten und digitale Souveränität empfohlen
- Vereinte Nationen in struktureller Krise
- Handlungsempfehlungen für stabile Finanzierung und Reformen der UN
- Dringlichkeit besserer Koordination in der Entwicklungszusammenarbeit
- Notwendigkeit klarer Regeln für Sanktionen betont
- Unterstützung für Beibehaltung von Sanktionen, aber Bedingungen für Rückführung gefordert
- Symbolik der Sanktionen zur Bekämpfung von Völkerrechtsverletzungen hervorgehoben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Zerfall der internationalen Ordnung
- Missachtung des Völkerrechts
- Etablierung militärischer Gewalt in der internationalen Politik
- Handeln von Regierungen wie staatlichen "Warlords"
- Notwendigkeit, sich am Völkerrecht zu orientieren
- Stärkung multilateraler Institutionen
- Aufbau resilienter Wertschöpfungsketten
- Streben nach digitaler Souveränität
- Strukturkrise der Vereinten Nationen
- Unterstützung stabiler Finanzierung und Reformen
- Druck auf Entwicklungszusammenarbeit
- Bedarf an besserer Koordination und Wirksamkeit von Entwicklungsprogrammen
- Notwendigkeit klarer Regeln für Sanktionen
- Bedeutung der Symbolik von Sanktionen
- Bedingungen für die Rückführung von Sanktionen明确
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel werden Stellungnahmen von Conrad Schetter und Tobias Debiel zitiert, die beide die Notwendigkeit von klaren Regeln für Sanktionen und die Bedingungen für deren Rückführung betonen.
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