Sicherheit und Verantwortung in der Technologiebranche
Berlin () – Die Chefin des Messengerdienstes Signal, Meredith Whittaker, hat Fehler im Umgang mit der Phishing-Attacke gegen Nutzer der App eingeräumt. „Rückblickend gibt es eine Reihe von Dingen, die wir anders hätten machen können“, sagte Whittaker dem „Spiegel“.
Zugleich verteidigte sie die grundlegende Sicherheit des Dienstes und betonte, dass dieser nicht gehackt worden sei. Signal sei weiterhin sicher, die Verschlüsselung bleibe „robust“. Der „Spiegel“ hatte zuvor enthüllt, dass über sogenanntes Phishing gezielt Signal-Nutzer angegriffen und deren Konten kompromittiert worden waren, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie die Kabinettsmitglieder Verena Hubertz (SPD) und Karin Prien (CDU). Zugeschrieben wird die noch laufende Kampagne Russland.
Als Konsequenz kündigte Whittaker Neuerungen in der App an. So sollen beim Empfang von Nachrichten unbekannter Absender künftig zusätzliche Warnhinweise erscheinen. Das Annehmen neuer Kontakte soll nicht mehr mit einem einzigen Klick möglich sein. Weitere Änderungen seien in Arbeit.
Whittaker reagierte auch auf Kritik an der Krisenkommunikation des Messengers. Manche hätten eine späte erste öffentliche Stellungnahme im März als Versuch empfunden, die Schuld allein den Betroffenen zuzuweisen. Wenn das so sei, müsse sie sich dafür entschuldigen, das sei „ganz sicher nicht unsere Absicht“ gewesen, so Whittaker. Der Angriff habe ganz klar auf das Verhalten der Nutzer gezielt. Dennoch sei das natürlich kein Versagen einzelner Menschen. Über den Spott, der den betroffenen Politikerinnen in sozialen Netzwerken entgegenschlug, zeigte sie sich enttäuscht, aber nicht überrascht. Sie nehme in Teilen der Tech-Szene durchaus eine „gewisse Arroganz“ wahr, die „nicht nett“ sei.
Die Präsidentin der Non-Profit-Organisation, die Signal betreibt, mahnte zudem eine bessere Finanzierung an. Die App lebt von Spenden. Sie wird von Politikern, Wirtschaftsbossen und Journalisten weltweit für vertrauliche Kommunikation genutzt. Rüstungs-Start-ups wie Helsing bekämen für ihre Versprechungen Milliarden, kritisierte Whittaker. Man betreibe mit Signal eine „schon funktionierende kritische Infrastruktur“ und werde nicht entsprechend unterstützt. Das halte sie für ein krasses Missverhältnis.
Indirekt appellierte sie auch an Deutschlands Verantwortung. Wer Signal so intensiv nutze, wie offenbar Nato-Vertreter oder die Bundesregierung, könne darüber nachdenken, wie er beitragen könne. Zu dem Vorstoß von Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz, ein Verbot von Signal auf Bundesebene zu erwägen, sagte Whittaker, sie verstehe die Verbotsidee nicht. Alle Plattformen dieser Größenordnung seien anfällig. Das Problem werde abwandernden Nutzern auf sämtliche andere Dienste folgen, und viele davon seien „per se erheblich unsicherer“ als Signal.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Meredith Whittaker (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen der Personen im Artikel sind:
Meredith Whittaker, Julia Klöckner, Verena Hubertz, Karin Prien, Andrea Lindholz.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Signal, Spiegel, CDU, SPD, Russland, Helsing, Nato, Bundesregierung, Andrea Lindholz
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Russland
Worum geht es in einem Satz?
Meredith Whittaker, die Chefin von Signal, räumt Fehler im Umgang mit einer Phishing-Attacke auf Nutzer der App ein, verteidigt jedoch die grundsätzliche Sicherheit des Dienstes und kündigt Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes an, während sie auf die Notwendigkeit einer besseren Finanzierung für Signal hinweist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Phishing-Attacke auf Signal-Nutzer
- Angriffe auf prominente Persönlichkeiten (Bundestagspräsidentin, Kabinettsmitglieder)
- Fehlende Maßnahmen zur Prävention und Reaktion
- Ungenügende Krisenkommunikation seitens Signal
- Kritik an mangelnder finanzieller Unterstützung für sichere Kommunikationsdienste
- Gezielte Angriffe zugeschrieben an Russland
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Meredith Whittaker räumt Fehler im Umgang mit Phishing-Attacke ein
- Verteidigung der grundlegenden Sicherheit von Signal
- Ankündigung von Neuerungen in der App zur besseren Sicherheit
- Kritik an der Krisenkommunikation und verspäteter Stellungnahme
- Enttäuschung über Spott gegenüber betroffenen Politikerinnen in sozialen Medien
- Forderung nach besserer Finanzierung von Signal
- Appell an Deutschlands Verantwortung zur Unterstützung von Signal
- Ablehnung des Verbots von Signal auf Bundesebene
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Neuerungen in der App angekündigt
- Zusätzliche Warnhinweise beim Empfang von Nachrichten unbekannter Absender
- Annehmen neuer Kontakte nicht mehr mit einem Klick möglich
- Änderungen in Arbeit
- Entschuldigung für mögliche Missverständnisse in der Krisenkommunikation
- Kritik an unzureichender Finanzierung von Signal
- App lebt von Spenden
- App als kritische Infrastruktur betrachtet
- Indirekter Appell an Deutschlands Verantwortung
- Bedenken gegenüber einem Verbot von Signal geäußert
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Meredith Whittaker, der Chefin von Signal, zitiert. Sie räumt Fehler im Umgang mit der Phishing-Attacke ein und betont, dass der Dienst weiterhin sicher sei.
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