Steuerzahlerbund kritisiert "verkorkstes Steuersystem"

Steuerzahlerbund kritisiert "verkorkstes Steuersystem"

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Steuerreform und Rente in Berlin

Berlin () – Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, hat seine angekündigte Klage gegen die Aktivrente verteidigt. „Dass man Menschen motivieren will, länger zu arbeiten, ist grundsätzlich nachvollziehbar“, sagte er dem Nachrichtenportal T-Online. „Wir Deutsche gehen im internationalen Vergleich früh in Rente, dadurch geht viel Know-how verloren.“ Das Problem sei aber die konkrete Ausgestaltung. „Bei der Aktivrente wird der Gleichbehandlungsgrundsatz nicht eingehalten, weil Selbstständige und Freiberufler ausgeschlossen sind“, kritisierte er.

Holznagel fordert daher gleiche Regeln für alle Erwerbstätigen. Zwar könne man „generell bezweifeln, ob die Aktivrente das richtige Instrument ist“, doch müsse sie, wenn eingeführt, auch flächendeckend gelten. Gerade Unternehmer im ländlichen Raum könnten profitieren, da viele vor der Aufgabe stünden und Nachfolger fehlten.

Holznagel sieht zudem grundsätzliche Probleme im Steuersystem. „Wir Deutsche haben es geschafft, mit unserer Einkommensbesteuerung Mehrarbeit zu bestrafen“, sagte er. Die „sehr steile Progression“ führe dazu, dass sich zusätzliche Arbeit oft nicht lohne. Viele entschieden sich daher, zusätzliche Arbeit gegen Freizeit zu tauschen. „Das ist keine Böswilligkeit. Das ist eine logische Reaktion auf das verkorkste Steuersystem.“

„Wir müssen alles dafür tun, dass sich der letzte Euro genauso lohnt wie der erste“, so Holznagel. Er verwies darauf, dass der aktuell diskutierte Vorschlag, den Spitzensteuersatz später greifen zu lassen, vor allem Durchschnittsverdiener entlaste. Aus Sicht des Steuerzahlerbunds sollte die Reform noch weiter gehen: Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent sollte erst ab 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen greifen. Die Union hatte eine Grenze von etwa 80.000 Euro vorgeschlagen. Zugleich sollte der Höchststeuersatz von 45 auf 48 Prozent und erst gelten, wenn jemand eine Million Euro und mehr zu versteuern hat.

Eine komplette Gegenfinanzierung für die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen über höhere Steuersätze für Reiche sei jedoch unrealistisch. „Dafür bräuchte es Steuersätze von 70 Prozent oder mehr“, so Holznagel. Grundsätzlich gelte: „Wenn man echte Steuerentlastungen möchte, muss man akzeptieren, dass der Staat auch weniger einnimmt.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Reiner Holznagel (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Reiner Holznagel

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundes der Steuerzahler, T-Online, Union

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden in Berlin statt.

Worum geht es in einem Satz?

Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, kritisiert die Aktivrente wegen der Ungleichbehandlung von Selbstständigen und fordert eine Reform des Steuersystems, um zusätzliche Arbeit zu belohnen und die Steuerlast gerechter zu verteilen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Ankündigung der Klage gegen die Aktivrente
  • Ziel, Menschen zu längerer Arbeitszeit zu motivieren
  • Frühzeitiger Renteneintritt in Deutschland im internationalen Vergleich
  • Verlust von Know-how durch Frühverrentung
  • Ausgestaltung der Aktivrente kritisiert
  • Ausschluss von Selbstständigen und Freiberuflern
  • Forderung nach gleichen Regeln für alle Erwerbstätigen
  • Bedenken bezüglich der Wirksamkeit der Aktivrente
  • Probleme im Steuersystem
  • Bestrafung von Mehrarbeit durch Einkommensbesteuerung
  • Hohe Progression führt zu Unanreizen für Zusatzarbeit
  • Vorschlag zur Anpassung des Spitzensteuersatzes

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Reiner Holznagel verteidigt Klage gegen Aktivrente
  • Grundsatz, Menschen zur längeren Arbeit zu motivieren, wird als nachvollziehbar bezeichnet
  • Kritik am Ausschluss von Selbstständigen und Freiberuflern
  • Forderung nach gleichen Regeln für alle Erwerbstätigen
  • Zweifel an der Eignung der Aktivrente als Instrument
  • Hinweis auf Probleme im Steuersystem
  • Kritik an der Einkommensbesteuerung, die Mehrarbeit bestraft
  • Forderung nach einer Reform des Spitzensteuersatzes
  • Vorschlag, Spitzensteuersatz von 42% erst ab 100.000 Euro zu erheben
  • Forderung nach realistischerer Finanzierung der Steuerentlastungen
  • Hinweis, dass echte Steuerentlastungen weniger Staatseinnahmen zur Folge haben müssen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Motivation für längere Berufstätigkeit
  • Verlust von Know-how durch frühe Rente
  • Ungleichbehandlung bei der Aktivrente für Selbstständige und Freiberufler
  • Forderung nach gleichen Regeln für alle Erwerbstätigen
  • Möglichkeit von Unternehmern im ländlichen Raum, von der Aktivrente zu profitieren
  • Probleme im Steuersystem, die Mehrarbeit bestrafen
  • Entscheidung für Freizeit statt zusätzlicher Arbeit aufgrund der Steuerprogression
  • Notwendigkeit, dass sich jede Verdiensteinheit lohnt
  • Entlastung für Durchschnittsverdiener durch spätere Anwendung des Spitzensteuersatzes
  • Vorschlag zur Anhebung des Spitzensteuersatzes und Höchststeuersatzes
  • Unrealistische Gegenfinanzierung für Steuerentlastungen über hohe Steuersätze für Reiche
  • Akzeptanz geringerer Staatseinnahmen für echte Steuerentlastungen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, zitiert. Er kritisiert die Aktivrente und fordert gleiche Regeln für alle Erwerbstätigen, um den Gleichbehandlungsgrundsatz einzuhalten.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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