Schnitzer widerspricht Regierung bei Commerzbank

Wirtschaft: Commerzbank-Übernahme und europäische Fusionen

() – Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrats , stellt sich bei der möglichen Commerzbank-Übernahme durch die italienische Unicredit gegen die Position der .

„Es spricht ökonomisch viel dafür, grenzüberschreitende Konsolidierungen ernsthaft zu prüfen, statt sie reflexhaft politisch abzuwehren“, sagte Schnitzer der FAZ. Der europäische Finanzmarkt sei nach wie vor zu wenig integriert, und gerade Banken seien weniger produktiv und damit weniger wettbewerbsfähig als manche ihrer internationalen Konkurrenten.

Der Sachverständigenrat gilt als das wichtigste wirtschaftspolitische Beratergremium der Bundesregierung. Schnitzer widerspricht damit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Klingbeil hatte der FAZ. Ende Februar gesagt: „Die Strategie der Bundesregierung ist unverändert: Wir setzen auf die Eigenständigkeit der Commerzbank und stärken ihr dabei den Rücken. Was wir von Unicredit gegenüber der Commerzbank erlebt haben, war unfreundlich. Es geht um die Art und Weise. Die vorherige Bundesregierung und die jetzige haben das immer abgelehnt. Da bin ich mir mit dem Kanzler einig.“

Regierungsberaterin Schnitzer führte nun aus, dass große Bankenfusionen auch aus Sicht der Finanzstabilität positiver zu beurteilen seien als noch vor der Finanzkrise. Ebenso seien lokale Standortfragen gesamtwirtschaftlich nachrangig. „Die Sorge um Filialschließungen oder einzelne Arbeitsplätze greift zu kurz. Gerade darum geht es bei Strukturwandel: die Produktivität zu erhöhen und den Bankensektor effizienter zu machen“, sagte die „Wirtschaftsweise“. Politökonomisch könne eine europäische Bankenfusion Vorteile haben, weil sie die enge Verbindung zwischen nationaler Politik und „ihren“ Banken lockere und damit den impliziten staatlichen Rettungsreflex schwäche. „Eine nüchterne Bewertung sollte sich daher weniger an nationalen Reflexen orientieren, sondern an der Frage, ob dadurch ein stärkerer und wirklich europäischer Bankenmarkt entsteht.“

4,6/5 (27 Bewertungen)

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Monika Schnitzer (Archiv)

💬 Zu den Kommentaren

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Sachverständigenrat Wirtschaft, Bundesregierung, Commerzbank, Unicredit, Lars Klingbeil, SPD, Bundesfinanzminister, Kanzler, Wirtschaftsweise

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.

Worum geht es in einem Satz?

Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft, plädiert für eine ernsthafte Prüfung der möglichen Commerzbank-Übernahme durch Unicredit, da sie die Notwendigkeit einer stärkeren Integration des europäischen Finanzmarktes und die Erhöhung der Produktivität deutscher Banken betont, im Gegensatz zur ablehnenden Haltung der Bundesregierung.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Position von Monika Schnitzer als Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft
  • Diskussion über mögliche Commerzbank-Übernahme durch Unicredit
  • Kritischer Standpunkt gegenüber der Bundesregierung
  • Argumente für grenzüberschreitende Bankenfusionen
  • Integration des europäischen Finanzmarkts
  • Wettbewerbsfähigkeit deutscher Banken
  • Widerspruch zu Bundesfinanzminister Lars Klingbeil
  • Auswirkungen der Finanzkrise auf Fusionen
  • Bedeutung von Produktivität und Effizienz im Bankensektor
  • Politökonomische Vorteile europäischer Bankenfusionen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Monika Schnitzer spricht sich gegen die Bundesregierung aus bezüglich der Commerzbank-Übernahme durch Unicredit
  • Sie betont, dass grenzüberschreitende Konsolidierungen ökonomisch sinnvoll seien
  • Schnitzer widerspricht Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, der für die Eigenständigkeit der Commerzbank plädiert
  • Sie weist darauf hin, dass große Bankenfusionen heute positiver zu beurteilen seien als vor der Finanzkrise
  • Argumentiert, dass Standortfragen gesamtwirtschaftlich nachrangig sind
  • Befürwortet eine europäische Integration im Bankenmarkt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
  • Kritisiert den nationalen Rettungsreflex und plädiert für eine nüchterne Bewertung der Bankenfusionen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Unterstützung von grenzüberschreitenden Konsolidierungen
  • Verbesserung der Integration im europäischen Finanzmarkt
  • Erhöhung der Produktivität deutscher Banken
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich
  • Positive Beurteilung großer Bankenfusionen aus Sicht der Finanzstabilität
  • Nachrangigkeit lokaler Standortfragen für die Gesamtwirtschaft
  • Fokussierung auf Strukturwandel im Bankensektor
  • Minderung des staatlichen Rettungsreflexes durch europäische Fusionen
  • Förderung eines stärkeren und europäischen Bankenmarkts

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Monika Schnitzer zitiert, die sich gegen die Position der Bundesregierung zur Commerzbank-Übernahme durch Unicredit äußert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
Letzte Artikel von Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH (Alle anzeigen)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert