Politik und Menschenrechte im Golfraum
Berlin () – Vor seiner am Mittwoch beginnenden Reise in drei Golf-Länder fordert Amnesty International Kanzler Friedrich Merz (CDU) auf, dort die „Achtung universellen Rechts“ einzufordern.
„Die Bundesregierung darf nicht immer wieder denselben Fehler machen und zur Förderung vermeintlicher `Stabilität` ausgerechnet solche Regierungen stärken, die systematisch universelle Menschenrechte verletzen“, sagte Katja Müller-Fahlbusch, Expertin für den Nahen Osten und Nordafrika bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International in Deutschland, dem „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe).
Echte Stabilität beruhe auf dem Respekt der Menschenrechte und des Völkerrechts, davon könne mit Blick auf die Regierungen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten aber nicht die Rede sein, sagte Müller-Fahlbusch. Merz will neben diesen beiden Ländern Katar besuchen.
„In Saudi-Arabien wurden allein in der ersten Jahreshälfte 2025 mehr als 180 Menschen hingerichtet, der Großteil von ihnen wegen Drogendelikten. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht“, sagte die Vertreterin von Amnesty International. Aktivisten, „die sich für Freiheit und Menschenrechte einsetzen, sitzen nach grob unfairen Verfahren oft jahrzehntelang in Haft oder im Hausarrest“. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate unterdrücke nicht nur brutal jegliche Regierungskritik im eigenen Land, sondern trage mit den Waffenlieferungen an die sudanesischen RSF aktiv zu einer der größten humanitären Katastrophen der Welt bei. „Wenn Bundeskanzler Merz echte Stabilität in der Region fördern will, dann muss er diese Punkte ganz offen anprangern und die Achtung universellen Rechts in den Golfstaaten einfordern.“
Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, warb für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den Golf-Staaten. „Wirtschaftliche Interessen und sicherheitspolitische Notwendigkeiten ergänzen sich aus deutscher Sicht nirgends so wie am Golf. Der Kanzler wird offensiv für die Investitionsmöglichkeiten in Deutschland werben“, sagte Hardt dem „Tagesspiegel“.
Ein wichtigstes aktuelles Thema der Merz-Reise werde die Entwicklung im Iran sein, sagte Hardt. Für den Bundeskanzler komme es dabei darauf an, die Position der arabischen Länder persönlich zu erfahren. „Aus deutscher Sicht steht im Mittelpunkt, wie die Aggression des Iran gegenüber anderen Ländern der Region – insbesondere gegenüber Israel – dauerhaft beendet werden kann.“ Ebenso gehe es darum, „wie das fortgesetzte Morden des iranischen Regimes an der eigenen Bevölkerung gestoppt werden kann“, sagte Hardt.
Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sagte dem „Tagesspiegel“, die Golf-Region sei „ein wichtiger strategischer Partner – für regionale Stabilität ebenso wie für Handel und grüne Energie sowie Investitionen und Diplomatie. Gerade die diplomatischen Einflussmöglichkeiten sind mit Blick auf die Konflikte wie in Gaza, Syrien und im Iran von zentraler Bedeutung. Gleiches gilt für die Bemühungen um ein Ende des nun seit mehr als 1.000 Tagen andauernden Krieges im Sudan.“ Mit Blick auf eigene sicherheitspolitische Interessen und europäischen Werte gelte es, „Themen, die uns noch trennen, in den Gesprächen anzusprechen“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Friedrich Merz am 03.02.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Friedrich Merz, Katja Müller-Fahlbusch, Jürgen Hardt, Adis Ahmetovic
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Amnesty International, CDU, Tagesspiegel, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, RSF, SPD.
Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 03.02.2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden in folgenden Orten statt: Berlin, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Iran.
Worum geht es in einem Satz?
Amnesty International fordert Bundeskanzler Friedrich Merz auf, während seiner bevorstehenden Reise in die Golfregion die Einhaltung der Menschenrechte einzufordern und nicht die Regierungen zu stärken, die systematisch gegen diese verstoßen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- bevorstehende Reise von Bundeskanzler Friedrich Merz in die Golf-Staaten
- Forderung von Amnesty International nach Respektierung der Menschenrechte
- kritische Menschenrechtssituation in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten
- hohe Anzahl an Hinrichtungen in Saudi-Arabien
- systematische Unterdrückung von Regierungskritik in den VAE
- wirtschaftliche Interessen Deutschlands in der Region
- geopolitische Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran
- Einfluss der Golf-Staaten auf regionale Stabilität
- diplomatische Bemühungen bezüglich aktueller Konflikte wie im Gaza, Syrien und Sudan
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Amnesty International fordert Kanzler Merz auf, Menschenrechte in Golfstaaten einzufordern
- Kritik an der Unterstützung von Regierungen, die Menschenrechte verletzen
- Merz wird Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Katar besuchen
- Mehr als 180 Hinrichtungen in Saudi-Arabien in der ersten Jahreshälfte 2025
- UAE unterstützen mit Waffenlieferungen humanitäre Katastrophe im Sudan
- CDU/CSU betont wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Golf-Staaten
- Außenpolitische Sprecher der SPD betont strategische Bedeutung der Golf-Region
- Notwendigkeit, sicherheitspolitische Themen in Gesprächen anzusprechen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Förderung der universellen Menschenrechte gefordert
- Stärkung von Regierungen, die Menschenrechte verletzen, kritisiert
- Echte Stabilität wird in Frage gestellt
- Vorwurf von Verletzungen des Völkerrechts
- Aktivisten leiden unter unfairen Verfahren und Haft
- Unterdrückung von Regierungskritik festgestellt
- Waffenlieferungen tragen zur humanitären Katastrophe bei
- Wirtschaftliche Zusammenarbeit als wichtig angesehen
- Investitionsmöglichkeiten in Deutschland betont
- Position arabischer Länder zu Iran soll erfahren werden
- Aggression des Iran muss gestoppt werden
- Diplomatische Einflussmöglichkeiten hervorgehoben
- Gespräche über trennende Themen werden für wichtig erachtet
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Katja Müller-Fahlbusch, Expertin für den Nahen Osten und Nordafrika bei Amnesty International, fordert Bundeskanzler Merz auf, die Achtung universeller Menschenrechte in den Golfstaaten einzufordern.
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