Wirtschaftskritik an AfD-Engagement in Düsseldorf
Düsseldorf () – Führende Ökonomen haben den Verband der Familienunternehmer für seinen geänderten AfD-Kurs scharf kritisiert.
Mit der Öffnung zur AfD degradiere sich der Verband zum „Steigbügelhalter der Rechtspopulisten“, sagte der persönliche Wirtschaftsberater von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), Jens Südekum, dem „Handelsblatt“. Mit AfD-Politikern könne „kein ehrlicher inhaltlicher Diskurs“ stattfinden. Die AfD werde sich in inhaltlichen Fragen „maximal flexibel“ zeigen und allen Wünschen der Familienunternehmer entgegenkommen. „Das tatsächliche inhaltliche Vakuum und die gefährlichen Irrungen in ihrer Wirtschaftspolitik wird sie geschickt zu kaschieren wissen.“
Auch der Wirtschaftsweise Achim Truger bezweifelte den Sinn, sich Gesprächen mit der AfD zu öffnen. „Mir ist absolut schleierhaft, wie die Familienunternehmer so naiv sein können, sich von der AfD ernsthaft etwas Positives für die Wirtschaft zu erhoffen“, sagte Truger dem „Handelsblatt“.
Beide Ökonomen sprachen der AfD Wirtschaftskompetenz ab. Südekum sagte: „Die AfD verspricht in der Wirtschafts- und Finanzpolitik einfach allen alles – von einem Rentenniveau von 70 Prozent über massive Steuersenkungen bis hin zu diversen Förderungen, etwa für Familien.“ Zur Gegenfinanzierung sage sie aber nichts. Dabei würde eine Umsetzung des AfD-Programms „ein Loch im hohen dreistelligen Milliardenbereich in die öffentlichen Haushalte reißen“.
Hinzu kämen andere „gefährliche“ Vorschläge wie ein EU-Austritt Deutschlands. Dieser sogenannte „Dexit“ wäre aus Sicht Südekums für die deutsche Industrie der „Todesstoß“. Auch der Wirtschaftsweise Truger warnte vor den europapolitischen Plänen der AfD. „Eine Partei, die sich nicht zur EU und zum Binnenmarkt bekennt, sondern Dexit-Forderungen aufgestellt hat, ist erkennbar ein großes Standortrisiko für die exportintensive deutsche Wirtschaft“, sagte Truger.
Der Wirtschaftsweise sieht auch den Umgang der AfD mit dem Fachkräftemangel in Deutschland kritisch. Wer Migration und ausländischen Arbeitskräften feindlich gegenüberstehe, habe offensichtlich auch kein Rezept gegen den von den Unternehmen vielbeklagten Fachkräftemangel anzubieten. „Was also sollte daran attraktiv sein?“, fragte der Ökonom. „Das können die Familienunternehmer im eigenen Interesse nicht wollen.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Lars Klingbeil, Jens Südekum, Achim Truger
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AfD, Verband der Familienunternehmer, Lars Klingbeil, Jens Südekum, Handelsblatt, Achim Truger, EU, Dexit
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Düsseldorf
Worum geht es in einem Satz?
Führende Ökonomen kritisieren den Verband der Familienunternehmer scharf für seine Annäherung an die AfD, da sie der Partei Wirtschaftskompetenz absprechen und warnen, dass deren Politik gefährliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben könnte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Geänderter Kurs des Verbands der Familienunternehmer zur AfD
- Kritik führender Ökonomen an der Öffnung zur AfD
- Zweifel an der Wirtschaftskompetenz der AfD
- Versprechen der AfD in der Wirtschafts- und Finanzpolitik
- Mangelnde Transparenz zur Gegenfinanzierung von Versprechen
- Gefahren durch "Dexit" und dessen Auswirkungen auf die deutsche Industrie
- Kritische Haltung der AfD zu Migration und Fachkräftemangel
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Führende Ökonomen kritisieren den geänderten AfD-Kurs des Verbands der Familienunternehmer.
- Jens Südekum bezeichnet die Öffnung als Steigbügelhalter der Rechtspopulisten.
- Gespräche mit AfD-Politikern bringen keinen ehrlichen Diskurs.
- AfD wird wirtschaftliche Flexibilität und falsche Versprechen nachgesagt.
- Achim Truger hält die Hoffnung der Familienunternehmer auf positive Wirtschaftsauswirkungen für naiv.
- Beide Ökonomen zweifeln der AfD Wirtschaftskompetenz ab.
- AfD-Programm würde hohe finanzielle Löcher in den Haushalten verursachen.
- Vorschläge wie ein EU-Austritt (Dexit) werden als gefährlich eingestuft.
- AfD wird als Standortrisiko für die deutsche Wirtschaft betrachtet.
- Kritik am Umgang der AfD mit Fachkräftemangel und Migration.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kritik von führenden Ökonomen an dem geänderten Kurs
- Degradierung des Verbands zum "Steigbügelhalter der Rechtspopulisten"
- Fehlen eines ehrlichen inhaltlichen Diskurses mit der AfD
- AfD zeigt sich in inhaltlichen Fragen "maximal flexibel"
- Absprechen von Wirtschaftskompetenz der AfD
- Umsetzung des AfD-Programms könnte hohe Löcher in öffentliche Haushalte reißen
- Gefährliche Vorschläge wie ein EU-Austritt ("Dexit")
- Dexit als großes Standortrisiko für die deutsche Wirtschaft
- Kritischer Umgang mit Fachkräftemangel durch AfD
- Mangelndes attraktives Angebot der AfD für Familienunternehmer
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert: Jens Südekum kritisierte den Verband der Familienunternehmer scharf und bezeichnete ihn als "Steigbügelhalter der Rechtspopulisten".
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