Ökonom Werding rät Koalition zu tiefgreifenderen Rentenreformen

Ökonom Werding rät Koalition zu tiefgreifenderen Rentenreformen

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Wirtschaft und Rentenreform in Berlin

Berlin () – Im unionsinternen Streit um das von der Bundesregierung geplante Rentenpaket rät der Wirtschaftsweise Martin Werding der Koalition, direkt in tiefgreifendere Rentenreformen einzusteigen. Sowohl die befristete Haltelinie als auch die Ausweitung der Mütterrente seien mit Blick auf die demografische Alterung rentenpolitische Schritte in die falsche Richtung, sagte Werding den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben).

„Wegen der geplanten Steuerfinanzierung und der Lücken in der Finanzplanung der Bundesregierung sind sie auch finanzpolitisch eigentlich nicht machbar. So gesehen sollte die Koalition am besten beide Vorschläge vom Tisch nehmen und direkt in die Diskussionen zu längerfristig orientierten Reformen der Sozialversicherungen einsteigen, die sie zwischenzeitlich angekündigt hat“, so Werding, der Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum lehrt. Politisch erscheine ihm das im aktuellen Diskussionsklima zwar „äußerst schwierig“, so der Ökonom weiter. „Aber im Grunde wäre es mutig und klug.“

Das Rentenpaket steht im Bundestag derzeit wegen eines unionsinternen Streits auf der Kippe. Hintergrund ist die Drohung der 18 Abgeordneten der sogenannten Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag, die Verabschiedung des Gesetzes zu verhindern. Sollten ihre Stimmen bei dem Votum im Bundestag fehlen, hätte die Koalition alleine keine Mehrheit.

Die jungen Unionsmitglieder stören sich vor allem an der geplanten Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent über das Jahr 2031 hinaus. Dieses gehe zulasten der jungen Menschen. Die SPD pocht auf die Verabschiedung der vom Kabinett beschlossenen Rentenpläne zur Stabilisierung des Rentenniveaus.

Ökonom Hans-Werner Sinn warnt unterdessen eindringlich vor den sozialen und finanziellen Lasten, die auf der jungen Generation in Deutschland lasten. „Die Situation der Jungen ist fatal“, sagt Sinn dem Nachrichtenportal T-Online.

Während die Babyboomer-Generation zu wenige Kinder bekommen habe, um das Rentensystem zu tragen, mache sie nun hohe Schulden, „um für sich die Konsequenzen zu vermeiden – während die Jungen die Schulden an der Backe haben“. So fasst es Sinn zusammen.

Sinn erwartet, dass die demografischen Folgen bald deutlich sichtbar werden: „Wir werden bei den Babyboomern eine schlimme Altersarmut und Pflegebedürftigkeit beobachten.“ Das werde voraussichtlich zu einem gesellschaftlichen Umdenken führen. „Der liebe Gott wird unser demografisches Problem nicht lösen“, mahnt Sinn. „Das müssen wir schon selbst tun.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Martin Werding am 12.11.2025

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Martin Werding, Hans-Werner Sinn

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundesregierung, Funke-Mediengruppe, Ruhr-Universität Bochum, Unionsfraktion im Bundestag, SPD, T-Online

Wann ist das Ereignis passiert?

Das beschriebene Ereignis fand am 12.11.2025 statt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden hauptsächlich in Berlin statt, wo der Bundestag sitzt. Zusätzliche Erwähnungen von Ruhr-Universität Bochum, wo Martin Werding lehrt.

Worum geht es in einem Satz?

Der Wirtschaftsweise Martin Werding rät der Bundesregierung dazu, von geplanten kurzfristigen Rentenmaßnahmen abzulassen und sich stattdessen direkt mit tiefgreifenden Reformen auseinanderzusetzen, da die aktuellen Vorschläge aufgrund der demografischen Entwicklung und finanzieller Unsicherheiten nicht tragfähig seien.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Geplantes Rentenpaket der Bundesregierung
  • Uninterne Streitigkeit innerhalb der Union
  • Drohung von 18 Abgeordneten der Jungen Gruppe, Gesetzesverabschiedung zu verhindern
  • Kritik an Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent über 2031
  • Bedenken der jungen Unionsmitglieder bezüglich der Auswirkungen auf zukünftige Generationen
  • Forderungen der SPD zur Verabschiedung der Rentenpläne
  • Warnungen von Ökonomen über soziale und finanzielle Lasten für die junge Generation
  • Demografische Herausforderungen durch niedrige Geburtenraten der Babyboomer-Generation
  • Erwarten von Altersarmut und Pflegebedürftigkeit bei der Babyboomer-Generation

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Martin Werding rät der Koalition zu tiefgreifenden Rentenreformen
  • Er kritisiert die befristete Haltelinie und die Ausweitung der Mütterrente als falsche Schritte
  • Werding hält geplante Steuerfinanzierung für schlecht umsetzbar
  • Junge Gruppe der Unionsfraktion droht mit Ablehnung des Rentenpakets
  • SPD setzt auf Verabschiedung der Rentenpläne
  • Hans-Werner Sinn warnt vor sozialen und finanziellen Lasten für die junge Generation
  • Sinn prognostiziert Altersarmut und Pflegebedürftigkeit bei Babyboomern
  • Forderung nach gesellschaftlichem Umdenken zur Lösung des demografischen Problems

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Dringender Bedarf an tiefgreifenden Rentenreformen
  • Finanzpolitische Unmachbarkeit der aktuellen Vorschläge
  • Mögliche Verhinderung der Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag
  • Fehlende Mehrheit für die Koalition im Bundestag
  • Soziale und finanzielle Lasten für die junge Generation
  • Beobachtung von Altersarmut und Pflegebedürftigkeit bei Babyboomern
  • Voraussichtliches gesellschaftliches Umdenken erforderlich
  • Notwendigkeit eigenständiger Lösungen für demografische Probleme

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Martin Werding zitiert, der rät, dass die Koalition direkt in tiefgreifendere Rentenreformen einsteigen sollte.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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