Deutsche Antibiotika-Strategie läuft ins Leere

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Gesundheitspolitik in Deutschland: Antibiotika-Lieferengpässe

Berlin () – Der Versuch der Bundesregierung, mit geänderten Einkaufsregeln für Antibiotika die Abhängigkeit von Importen aus China und Indien zu verringern, verfehlt offenbar sein Ziel.

Seit zweieinhalb Jahren ist ein Gesetz in Kraft, das den Krankenkassen vorschreibt, bei ihren Ausschreibungen Wirkstoffe aus europäischer Fertigung zu bevorzugen. Nach Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ hat das bisher noch keinen Hersteller dazu bewegt, eine Produktionsanlage in der EU aufzubauen oder vorhandene Kapazitäten zu erweitern.

Zudem fällt es den Krankenkassen für viele Antibiotika-Wirkstoffe offenbar schwer, überhaupt einen europäischen Anbieter zu finden. Das ist seit dem Inkrafttreten des Gesetzes nur in knapp der Hälfte der Fälle gelungen; für eine Reihe von besonders häufig verschriebenen Antibiotika gingen die Bestellungen komplett nach Asien.

Das Bundesgesundheitsministerium hat eine Evaluation des vom damaligen Minister Karl Lauterbach (SPD) eingebrachten „Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetzes“ bis zum Ende des Jahres angekündigt.

Den vorliegenden Daten zufolge hat es die Zahl der insgesamt gemeldeten Lieferengpässe bisher nicht merklich gesenkt. Sie liegt nach Auskunft des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte zurzeit bei 553. „Es geht quer durchs Sortiment“, sagte Anke Rüdinger, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, der FAS. „Wenn uns das alles im Winter fehlt, wird es schwierig.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Karl Lauterbach, Anke Rüdinger

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundesregierung, Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Bundesgesundheitsministerium, Karl Lauterbach, SPD, Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte, Deutscher Apothekerverband

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin, Europa, Asien

Worum geht es in einem Satz?

Trotz geänderter Einkaufsregeln für Antibiotika der Bundesregierung zur Reduzierung der Abhängigkeit von Importen aus China und Indien zeigt eine aktuelle Evaluation, dass der gewünschte Effekt ausbleibt und die Zahl der Lieferengpässe nach wie vor hoch bleibt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Versuch der Bundesregierung, Abhängigkeit von Antibiotika-Importen zu verringern
  • Inkrafttreten eines Gesetzes vor zweieinhalb Jahren
  • Vorschrift für Krankenkassen, europäische Wirkstoffe zu bevorzugen
  • Mangelnde Motivation für Hersteller, Produktionsanlagen in der EU zu errichten
  • Schwierigkeiten der Krankenkassen, europäische Anbieter zu finden
  • Hohe Anzahl an Lieferengpässen, die nicht gesenkt wurde
  • Evaluation des Gesetzes bis Jahresende angekündigt

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Bundesregierung versucht, Abhängigkeit von Antibiotika-Importen aus China und Indien zu verringern
  • Geänderte Einkaufsregeln seit zweieinhalb Jahren in Kraft
  • Gesetz schreibt vor, europäische Wirkstoffproduktion zu bevorzugen
  • Keine nennenswerte Gründung neuer Produktionsanlagen in der EU
  • Schwierigkeit, europäische Anbieter für viele Antibiotika-Wirkstoffe zu finden
  • Bestellungen für häufig verschriebene Antibiotika oft nach Asien
  • Bundesgesundheitsministerium plant Evaluation des Gesetzes bis Jahresende
  • Anzahl der Lieferengpässe bleibt bei 553, kaum Verringerung
  • Aussage der stellvertretenden Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbands über Schwierigkeiten im Winter

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Abhängigkeit von Importen aus China und Indien wird nicht verringert
  • Kein Anreiz für Hersteller, Produktionsanlagen in der EU aufzubauen
  • Schwierigkeit für Krankenkassen, europäische Anbieter zu finden
  • Lieferengpässe haben nicht merklich abgenommen
  • Aktuelle Zahl der Lieferengpässe bei 553
  • Probleme bei der Arzneimittelversorgung im Winter zu erwarten

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Anke Rüdinger, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands, äußert sich mit den Worten: "Wenn uns das alles im Winter fehlt, wird es schwierig."

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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