Wirtschaft: Saarland und der Industriestrompreis
Saarbrücken () – Vor dem Stahlgipfel bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) einen Industriestrompreis von fünf Cent. „Wir brauchen einen klaren Fahrplan für den Industriestrompreis und international wettbewerbsfähige Energiepreise von um die fünf Cent pro Kilowattstunde“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstagausgabe).
Zudem müsse der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur und grüner Leitmärkte für grünen Stahl dringend beschleunigt werden.
„Etwa durch `buy european`-Regelungen und eine Bevorzugung grünen Stahls aus Deutschland bei staatlichen Vergaben beim Hochbau oder der Bahn“, so Rehlinger. Als drittes pochte die stellvertretende SPD-Vorsitzende auf „wirksame handelspolitische Schutzmechanismen gegen Dumpingpreise und staatlich subventionierte Überkapazitäten auf europäischer Ebene“.
Allein im Saarland hängen 12.000 Arbeitsplätze direkt an der Stahlindustrie und etwa 20.000 weitere indirekt.
Die schwarz-rote Koalition will die Vergünstigung nach den bisherigen Plänen für 50 Prozent des benötigten Stroms gewähren. Sie soll im Januar 2026 in Kraft treten.
Noch weiter wollen die Grünen gehen: Sie fordern einen Industriestrompreis von fünf Cent für zwei Drittel des Verbrauchs.
So heißt es in einem Papier des stellvertretenden Fraktionschefs Andreas Audretsch, der wirtschaftspolitischen Sprecherin Sandra Detzer und des ehemaligen Wirtschaftsstaatssekretärs Michael Kellner, über das die SZ berichtet. Im Gegenzug sollen die Firmen Standortgarantien abgeben und sich zum klimafreundlichen Umbau verpflichten.
Bei den Grünen hatte es in der Vergangenheit Befürworter sowie Gegner eines Industriestrompreises gegeben.
Die Gegner argumentieren, dass die Energiewende behindert und der CO2-Ausstoß wieder steigen könnte, wenn Unternehmen deutlich weniger als zuletzt für Strom zahlen und so auch weniger Anreiz haben, effizienter zu arbeiten. Dass innerhalb der Bundestagsfraktion nun die Wirtschaftspolitiker vorpreschen, dürfte auch dem Wunsch geschuldet sein, der vielfältigen öffentlichen Kritik an den Grünen, der Energiewende und den hohen Strompreisen die Spitze zu nehmen.
Hinzu kommen sicherheitspolitische und wirtschaftsstrategische Erwägungen.
„Niemand will dauerhafte Subventionen“, sagte Detzer der Zeitung. „Gleichzeitig will aber auch niemand ein Land, das bei Stahlimporten zu 100 Prozent abhängig ist vom Ausland.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Strommast (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Friedrich Merz, Anke Rehlinger, Andreas Audretsch, Sandra Detzer, Michael Kellner
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Friedrich Merz, CDU, Anke Rehlinger, SPD, Süddeutsche Zeitung, buy european, SPD, Grüne, Andreas Audretsch, Sandra Detzer, Michael Kellner
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Saarbrücken, Deutschland.
Worum geht es in einem Satz?
Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger fordert vor dem Stahlgipfel einen Industriestrompreis von fünf Cent pro Kilowattstunde sowie Maßnahmen zur Beschleunigung der Wasserstoffinfrastruktur und zum Schutz der heimischen Stahlindustrie, während die Grünen einen noch weitergehenden Ansatz für zwei Drittel des Stromverbrauchs wünschen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Anforderung eines wettbewerbsfähigen Industriestrompreises
- Bedeutung der Stahlindustrie für Beschäftigung im Saarland
- Notwendigkeit des Aufbaus einer Wasserstoffinfrastruktur
- Schutzmaßnahmen gegen Dumpingpreise und Überkapazitäten
- Interne Debatten innerhalb der Grünen über den Industriestrompreis
- Öffentliche Kritik an der Energiewende und hohen Strompreisen
- Sicherheits- und wirtschaftsstrategische Überlegungen zur Abhängigkeit von Stahlimporten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Anke Rehlinger fordert Industriestrompreis von fünf Cent
- Notwendigkeit eines klaren Fahrplans für Energiepreise
- Beschleunigung des Aufbaus der Wasserstoffinfrastruktur gefordert
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- 12.000 Arbeitsplätze im Saarland direkt von der Stahlindustrie betroffen
- Koalition plant Vergünstigung für 50% des Strombedarfs ab Januar 2026
- Grüne fordern Industriestrompreis von fünf Cent für zwei Drittel des Verbrauchs
- Kontroversen innerhalb der Grünen bezüglich des Industriestrompreises
- Befürchtungen über negative Auswirkungen auf die Energiewende durch subventionierten Strom
- Wirtschaftspolitiker der Grünen reagieren auf öffentliche Kritik und strategische Erwägungen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Forderung nach einem Industriestrompreis von fünf Cent
- Beschleunigung des Aufbaus der Wasserstoffinfrastruktur
- Bevorzugung grünen Stahls aus Deutschland bei staatlichen Vergaben
- Wirksame handelspolitische Schutzmechanismen gegen Dumpingpreise
- Abhängigkeit von der Stahlindustrie in Saarland betrifft 12.000 direkte und 20.000 indirekte Arbeitsplätze
- Vergünstigung des Strompreises für 50 Prozent des Bedarfs ab Januar 2026
- Standortgarantien und Verpflichtung zum klimafreundlichen Umbau für Firmen
- Bedenken bezüglich der Energiewende und CO2-Ausstoß
- Sicherheits- und wirtschaftsstrategische Überlegungen zu Stahlimporten
- Ablehnung dauerhafter Subventionen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zitiert, die einen Industriestrompreis von fünf Cent fordert und betont, dass ein klarer Fahrplan für die Energiepreise notwendig ist.
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