Klimapolitik in Bayern: Söder erwägt Änderungen
München () – Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder erwägt offenbar, das Ziel der Klimaneutralität Deutschlands bis 2045 abzuschwächen. Söder stimmte den Ministerpräsidenten-Kollegen Reiner Haseloff (CDU) von Sachsen-Anhalt und Michael Kretschmer (CDU) von Sachsen zu, die jüngst das deutsche Klimaziel als unrealistisch kritisiert hatten. „Ich befürchte, dass es so ist“, sagte Söder dem TV-Sender „Welt“ am Donnerstag. „Jetzt muss man überlegen, was es bedeutet, solche Ziele zu ändern und welche Auswirkungen das hat.“
Der CSU-Chef rechnet mit der anhaltenden internationalen Nutzung fossiler Energieträger. „Wir finden jeden Tag neue Gasvorkommen und neue Gas- oder Ölfelder werden exploriert“, sagte er. „Glaubt man wirklich, dass dies nicht international genutzt wird?“
Söder plädierte für den Einsatz von CO2-Endlagern. „Wir müssen uns eher einen anderen Weg überlegen. Die Idee, die auch sehr stark von Grün und anderen kam, war: Wir müssen alles dafür tun, dass wir Energie CO2-frei erzeugen“, sagte er und sprach sich dafür aus, die CO2-Belastung stattdessen über CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) „am Ende der Wertschöpfungskette“ zu vermeiden. „Damit könnten wir viel fürs Klima erreichen, würden aber nicht unsere gesamte Industrie kaputtmachen“, so der CSU-Chef.
Die schwarz-rote Koalition hatte 2021 das Ziel der Klimaneutralität von 2050 auf 2045 vorgezogen, um einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nachzukommen. Karlsruhe hatte mit Blick auf die Menge an CO2, die Deutschland zur Begrenzung der Erderhitzung auf 1,75 Grad bleibt, geurteilt, dass ein zu schneller Verbrauch dieses CO2-Budgets die Freiheiten zukünftiger Generationen zu sehr einschränken würden. Deutschland hätte durch diesen Ansatz theoretisch die Möglichkeit, auch später klimaneutral zu werden – wenn im Gegenzug früher mehr CO2 eingespart wird. In einem ähnlichen Urteil hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2024 ebenfalls ein CO2-Budget als Maßstab angelegt, das sich allerdings an der 1,5-Grad-Grenze orientiert und entsprechend kleiner ist.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Markus Söder am 09.10.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Markus Söder, Reiner Haseloff, Michael Kretschmer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
CSU, CDU, Welt, Bundesverfassungsgericht, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte
Wann ist das Ereignis passiert?
09.10.2025
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Karlsruhe
Worum geht es in einem Satz?
Markus Söder, der bayerische Ministerpräsident, zeigt sich offen dafür, das Ziel der Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 abzuschwächen, und kritisiert die aktuellen Klimaziele als unrealistisch, während er alternative Maßnahmen wie CO2-Abscheidung und -Speicherung anregt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Äußere Kritik am deutschen Klimaziel
- Diskussion unter Ministerpräsidenten über Realisierbarkeit
- Erwartung der internationalen Nutzung fossiler Energieträger
- Vorschläge zu Alternativen wie CO2-Abscheidung und -Speicherung
- Anpassung des Klimaziels 2021 wegen Bundesverfassungsgerichtsurteil
- Forderung nach Berücksichtigung künftiger Generationen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Markus Söder erwägt Abschwächung des Ziels der Klimaneutralität bis 2045
- Zustimmung zu Kritik von Reiner Haseloff und Michael Kretschmer bezüglich der Unrealistik der Klimaziele
- Befürchtungen über die Veränderungen und Auswirkungen einer Zieländerung
- Anhaltende internationale Nutzung fossiler Energieträger wird als realistisch eingeschätzt
- Plädoyer für CO2-Endlager und CCS-Technologie statt vollständiger CO2-freier Energieerzeugung
- Ziel der Klimaneutralität wurde 2021 von 2050 auf 2045 vorgezogen aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts
- Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte 2024 bezieht sich ebenfalls auf ein CO2-Budget
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Abschwächung der Klimaneutralitätsziele
- Anhaltende Nutzung fossiler Energieträger
- Erhöhung von CO2-Emissionen
- Nutzung von CO2-Endlagern (CCS)
- Mögliche Belastung der Industrie
- Risiko für zukünftige Generationen
- Anpassung der CO2-Budgets auf EU-Ebene
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Markus Söder zitiert, der sich kritisch zu den Klimazielen äußert und die Notwendigkeit einer Überlegung zur Anpassung dieser Ziele betont.
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