Verkehrspolitik in Berlin: Herausforderungen der Bahn
Berlin () – Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will am kommenden Montag eine Strategie vorlegen, wie es bei der kriselnden Bahn weitergehen soll. Sie dürfte unverbindlicher werden als erhofft, berichtet der „Spiegel“.
Nach Informationen des Magazins handelt es sich um ein Konzept des Verkehrsministeriums, nicht der gesamten Bundesregierung. Schnieder hatte ein Papier dazu angekündigt, „wie wir als Eigentümer überhaupt mit dieser Bahn umgehen“. Für eine Umsetzung wäre jedoch ein Kabinettsbeschluss der gesamten Bundesregierung notwendig. Das Ministerium wollte sich dazu nicht äußern.
In der Bahnbranche wächst die Sorge, dass sich das strategische Vakuum der Vergangenheit weiter fortsetzt. Ein Konzept ohne Kabinettsbeschluss bedeute „ein enormes Defizit an Verbindlichkeit“, sagte etwa Dirk Flege, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene. Schon in der letzten Bundesregierung sei eine Eigentümerstrategie an mangelnder Einigkeit gescheitert.
Derweil spitzt sich die Krise der Bahn weiter zu, besonders in der Gütersparte. Die Wirtschaftsprüfer sollen DB Cargo ein uneingeschränktes Testat verweigert haben. Sie sehen den Fortbestand des Unternehmens in Gefahr. Dieses Jahr soll die Transportmenge noch einmal um ein Viertel zurückgegangen sein und bis zu 15 Prozent unter dem Plan liegen.
Das Hauptproblem ist der sogenannte Einzelwagenverkehr, bei dem für Konzerne einzelne Güterwaggons abgeholt und transportiert werden. Ein Gutachten, das Vorständin Sigrid Nikutta bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman bestellt hatte, kam zu der drastischen Empfehlung, das Geschäft weitgehend einzustellen. Das liefe jedoch der Klimapolitik der Bundesregierung zuwider, die künftig mehr Güter auf die Schiene holen will.
Auf Druck der Politik hat Nikutta bei den Beratern ein neues Papier bestellt. Eigentlich wollte sich der Aufsichtsrat von DB Cargo vergangene Woche damit beschäftigen. Weil der Bericht sich verzögert, soll es nun eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung am 31. Oktober geben.
DB Cargo will zehn Werkstattaußenstellen schließen. Doch ohne ein Gesamtkonzept hält dies die Eisenbahnergewerkschaft EVG für kaum vertretbar. „Der Vorstand verfährt hier nach einer Salamitaktik und verlangt immer neue Einschnitte, ohne zu wissen, wo er eigentlich hinwill“, sagte Cosima Ingenschay, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft. Die EVG hatte bei der Restrukturierung ein Entgegenkommen versprochen. So könnte der Dienst der Mitarbeiter am Zug beginnen und enden, die Anfahrt würde nicht mehr als Arbeitszeit berechnet. „Doch das Management lässt die Spielräume zur Effizienzsteigerung einfach liegen.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Deutsche Bahn (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Patrick Schnieder, Dirk Flege, Sigrid Nikutta, Cosima Ingenschay
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesverkehrsministerium, CDU, Bundesregierung, Allianz pro Schiene, DB Cargo, Oliver Wyman, EVG
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Datum oder der Zeitraum des beschriebenen Ereignisses ist der 31. Oktober für die außerordentliche Aufsichtsratssitzung von DB Cargo. Ein weiteres relevantes Datum ist der kommende Montag, der im Text erwähnt wird, ohne jedoch ein konkretes Datum zu nennen. Daher sind genauere Angaben zu diesem Montag nicht möglich.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, DB Cargo
Worum geht es in einem Satz?
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder präsentiert am Montag eine unverbindliche Strategie zur Zukunft der kriselnden Deutschen Bahn, während die Branche besorgt über ein fehlendes Gesamtkonzept ist, wodurch die Situation, insbesondere in der Gütersparte, sich weiter verschärfen könnte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Krisensituation der Deutschen Bahn
- Mangelnde Einigkeit in der Bundesregierung
- Fehlendes Gesamtkonzept
- Probleme im Gütertransport, insbesondere beim Einzelwagenverkehr
- Rückgang der Transportmenge
- Wirtschaftsprüfer verweigern uneingeschränktes Testat für DB Cargo
- Politischer Druck auf die Bahnführung
- Notwendigkeit eines Kabinettsbeschlusses für die Umsetzung von Strategien
- Ankündigung eines unverbindlichen Konzeptes durch das Verkehrsministerium
- Vorwürfe an das Vorstandsteam der DB Cargo bezüglich mangelnder Planung und Strategie
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wird Strategie zur Bahn vorlegen
- Konzept stammt vom Verkehrsministerium, nicht der gesamten Bundesregierung
- Umsetzung erfordert Kabinettsbeschluss
- Sorge in der Bahnbranche über fehlende Verbindlichkeit
- DB Cargo hat uneingeschränktes Testat verweigert bekommen
- Fortbestand von DB Cargo gilt als gefährdet
- Rückgang der Transportmenge um ein Viertel erwartet
- Empfehlung, Einzelwagenverkehr weitgehend einzustellen
- Politischer Druck führt zu neuem Gutachten
- Außerordentliche Aufsichtsratssitzung für DB Cargo geplant
- DB Cargo plant Schließung von zehn Werkstattaußenstellen
- Gewerkschaft EVG kritisiert Mangel an Gesamtkonzept
- EVG bietet Entgegenkommen an, Management ignoriert Effizienzsteigerung
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Strategie wird unverbindlicher als erwartet
- Fortbestand von DB Cargo in Gefahr
- Transportmenge voraussichtlich um ein Viertel zurückgegangen
- Mangelnde Einigkeit führt zu strategischem Vakuum
- Defizit an Verbindlichkeit im Konzept
- Drastische Empfehlung zur Einstellung des Einzelwagenverkehrs
- Verzögerung des Berichts führt zu außerordentlicher Aufsichtsratssitzung
- Schließung von zehn Werkstattaußenstellen geplant
- Mangelndes Gesamtkonzept führt zu Bedenken der Gewerkschaft
- Spielräume zur Effizienzsteigerung nicht genutzt
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert, und zwar von Cosima Ingenschay, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft EVG: "Der Vorstand verfährt hier nach einer Salamitaktik und verlangt immer neue Einschnitte, ohne zu wissen, wo er eigentlich hinwill."
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