Internationale Klimapolitik in Antalya
Potsdam () – Der Klimaökonom Ottmar Edenhofer geht mit gedämpften Erwartungen in die anstehende Weltklimakonferenz im türkischen Antalya.
„Da muss man einen gewissen Realismus an den Tag legen“, sagte er im Deutschlandfunk. Die Klimakonferenzen seien nicht das Forum, wo die ganz großen Durchbrüche verkündet würden. Man müsse sich jetzt darauf besinnen und die Frage stellen, wie man tatsächlich einen sinnvollen Beitrag zur Umsetzung der Klimaziele leisten könne. „Und die Vorstellung, dass dort in Antalya oder wo immer diese Weltklimakonferenzen stattfinden, dass sich dort die Mehrheit der Staaten dann auf Umsetzungspläne einigt, das glaube ich, wird nicht funktionieren.“
Was man eigentlich benötige, sei „so eine Art Minilateralismus“, wo man versuche, „gangbare Wege zu eruieren“, fügte Edenhofer hinzu. „Und zwar zwischen Staaten, die die gleichen Interessen haben und die eben dann auch in der Lage sind, diese Interessen dann gemeinsam umzusetzen.“ Internationale Abkommen müssten immer im wohlverstandenen Interesse, im aufgeklärten Eigeninteresse der Staaten sein. „Und da glaube ich, da könnten wir einen richtigen Schritt gehen.“
Der Ökonom verwies darauf, dass in Antalya ein Elektrifizierungsziel vereinbart werden soll. „Warum? Weil natürlich Elektrifizierung ein wichtiger Schritt ist zur Dekarbonisierung, weil wir dann wichtige Bereiche elektrifizieren müssen“, so Edenhofer. „Aber wie immer bei solchen Zielvorgaben droht die Gefahr, dass die völlig unverbindlich sind und dass sie am Ende des Tages nur auf dem Papier stehen und dass es auch dann keine vernünftige Finanzierung gibt.“
Stattdessen müssten zum Beispiel die Europäische Union und China schauen, ob es Bereiche gebe, in denen man kooperieren könne. „Die Europäische Union und China sind die größten Nettoimporteure von Öl und Gas. Und wenn die beiden Wirtschaftsräume ihre Öl- und Gasimporte reduzieren, dann hat das auch Wirkungen auf den Weltmarktpreis. Der wird nämlich dann dadurch billiger. Und das verbunden mit einem Elektrifizierungsziel, das würde jede Menge Sinn machen.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Ottmar Edenhofer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
dts Nachrichtenagentur, Deutschlandfunk, Europäische Union
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Antalya
Worum geht es in einem Satz?
Klimaökonom Ottmar Edenhofer erwartet von der Weltklimakonferenz in Antalya keine großen Durchbrüche und plädiert stattdessen für konkrete Kooperationen zwischen Staaten mit gemeinsamen Interessen, etwa zwischen EU und China zur Elektrifizierung und Verringerung ihrer Öl- und Gasimporte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Bevorstehende Weltklimakonferenz im türkischen Antalya
- Edenhofers Skepsis gegenüber einer Einigung der Staaten auf konkrete Umsetzungspläne für die Klimaziele
- Unterschiedliche Interessen der Staaten als Hindernis für gemeinsame Vereinbarungen
- Geplantes Elektrifizierungsziel, dessen Verbindlichkeit und Finanzierung aus Edenhofers Sicht fraglich sind
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein, der Artikel beschreibt keine Reaktionen aus Politik, Öffentlichkeit oder Medien, sondern ausschließlich Einschätzungen und Vorschläge des Klimaökonomen Ottmar Edenhofer.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Elektrifizierung trägt zur Dekarbonisierung wichtiger Bereiche bei.
- Zielvorgaben könnten unverbindlich bleiben, nur auf dem Papier stehen und ohne angemessene Finanzierung bleiben.
- Geringere Öl- und Gasimporte der EU und Chinas würden die Weltmarktpreise für Öl und Gas senken.
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, Klimaökonom Ottmar Edenhofer äußert im Deutschlandfunk gedämpfte Erwartungen an die Weltklimakonferenz und plädiert für konkrete Kooperationen zwischen Staaten mit gemeinsamen Interessen.
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