Wirtschaft: Finanzbildung in Deutschland
Berlin () – Junge Menschen in Deutschland wollen ihre Finanzen im Griff haben, fühlen sich beim Umgang mit Geld aber häufig unsicher. Das geht aus einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hervor, über welche die Funke-Mediengruppe berichtet.
Demnach ist es zwar für rund 80 Prozent der 18- bis 30-Jährigen wichtig, ihre Finanzen souverän zu verwalten. Doch nur 45 Prozent fühlen sich bei Finanzthemen sicher. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) hat Angst, bei finanziellen Entscheidungen Fehler zu machen. Für die Erhebung wurden den Angaben der Studienmacher zufolge insgesamt 2013 Menschen zwischen 18 und 30 Jahren befragt.
Besonders groß ist die Unsicherheit bei jungen Frauen. Von ihnen fühlen sich 36 Prozent im Umgang mit Finanzthemen sicher, bei den Männern sind es 53 Prozent. Zugleich beschäftigen sich 72 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche mit Finanzfragen. 46 Prozent empfinden diese Themen häufig als kompliziert, 44 Prozent fühlen sich davon oft überfordert.
Finanzfragen gehörten für junge Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag, sagte die Präsidentin des BVR, Marija Kolak, der Funke-Mediengruppe. Gleichzeitig zeigten die Ergebnisse, dass ihnen häufig die Sicherheit fehle, gute finanzielle Entscheidungen zu treffen. Finanzbildung müsse deshalb dort ansetzen, wo konkrete Fragen im Alltag entstünden: verständlich, niedrigschwellig und lebensnah.
Am häufigsten setzen sich die jungen Erwachsenen mit dem Sparen auseinander: 71 Prozent beschäftigen sich aktuell damit. Es folgen der Umgang mit laufenden Ausgaben und dem eigenen Budget (55 Prozent) sowie Geldanlagen wie Aktien oder ETFs (43 Prozent). Die Altersvorsorge haben dagegen nur 23 Prozent im Blick.
Informationen suchen viele junge Menschen im Internet. 42 Prozent informieren sich über Finanzthemen in sozialen Medien wie Instagram oder Tiktok, jeweils 41 Prozent über Youtube beziehungsweise Podcasts und Suchmaschinen. 34 Prozent nutzen bereits KI-Tools wie ChatGPT. Banken und Bankberatung dienen 27 Prozent als Informationsquelle. In Schule, Ausbildung oder Studium holen sich lediglich neun Prozent Finanzwissen.
Beim Vertrauen liegen Banken und Bankberatung sowie Familie, Freunde und Bekannte mit jeweils 62 Prozent vorn. Sozialen Medien vertrauen dagegen nur 30 Prozent. 58 Prozent der Befragten wünschen sich leicht verständliche Unterstützung bei Finanzthemen. Besonders gefragt ist diese beim ersten eigenen Job beziehungsweise Einkommen (37 Prozent), bei der ersten Geldanlage und beim Auszug in die erste eigene Wohnung (jeweils 34 Prozent).
Die Auseinandersetzung mit Finanzbildung scheitere der Umfrage zufolge häufig jedoch schon an ganz praktischen Dingen: 38 Prozent nennen zu wenig Zeit, 37 Prozent zu komplizierte Inhalte. 31 Prozent halten Misstrauen gegenüber dem Anbieter ab, 28 Prozent die Sorge vor versteckter Werbung und Verkaufsdruck.
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Text-/Bildquelle: |
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Marija Kolak
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
dts Nachrichtenagentur, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Funke-Mediengruppe, Instagram, TikTok, YouTube
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Laut einer BVR-Umfrage wollen rund 80 Prozent der 18- bis 30-Jährigen in Deutschland ihre Finanzen souverän verwalten, doch nur 45 Prozent fühlen sich dabei sicher, weshalb viele sich verständliche und alltagsnahe Unterstützung wünschen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Als kompliziert empfundene Finanzthemen und schwer verständliche Inhalte
- Zu wenig Zeit für die Beschäftigung mit Finanzbildung
- Misstrauen gegenüber Anbietern von Finanzinformationen
- Sorge vor versteckter Werbung und Verkaufsdruck
- Geringe Nutzung von Schule, Ausbildung oder Studium als Quellen für Finanzwissen
- Konkreter Orientierungsbedarf beim ersten eigenen Einkommen, bei der ersten Geldanlage und beim Auszug in die erste eigene Wohnung
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein, der Artikel beschreibt keine Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf die Umfrage.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Angst vor Fehlentscheidungen bei finanziellen Fragen bei 54 Prozent der Befragten
- Häufige Überforderung durch Finanzthemen bei 44 Prozent
- Wunsch nach leicht verständlicher Unterstützung bei Finanzthemen bei 58 Prozent
- Erschwerter Zugang zur Finanzbildung durch Zeitmangel, komplizierte Inhalte, Misstrauen gegenüber Anbietern sowie Sorge vor versteckter Werbung und Verkaufsdruck
- Forderung nach verständlicher, niedrigschwelliger und lebensnaher Finanzbildung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, BVR-Präsidentin Marija Kolak betont, dass jungen Menschen bei Finanzentscheidungen häufig Sicherheit fehle und Finanzbildung deshalb verständlich, niedrigschwellig und lebensnah sein müsse.
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