Sozialpolitik in Berlin
Berlin () – Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, hat Forderungen nach einem späteren Renteneintrittsalter zurückgewiesen. Die Lebenserwartung steige derzeit nicht so stark, wie das Renteneintrittsalter erhöht werde, sagte sie am Mittwoch der in Berlin bei der Vorstellung der Empfehlungen der DGB-Rentenkommission. Daher sei es aus ihrer Sicht eher angebracht, das Renteneintrittsalter wieder zu reduzieren.
Fahimi ergänzte, dass die Lebenserwartung in verschiedenen Berufsgruppen aufgrund unterschiedlicher Erwerbsbiografien und Lebensrealitäten stark variiere. Eine „sachgerechte Abbildung der Lebenserwartung im Rentensystem“ sei daher nicht möglich. Unabhängig davon müsse die Finanzierung der Rente „solide gestaltet“ werden, ohne die Herausforderungen durch Leistungskürzungen zu bewältigen.
Sie kritisierte zudem das Modell der kapitalgedeckten Rente, das von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge vorgeschlagen wurde, da es keinen zusätzlichen Schutz für Erwerbsminderung oder Hinterbliebene biete und die Zinserwartungen „sehr ambitioniert“ seien. Fahimi warnte, dass dieses Modell zu einer stärkeren Privatisierung führen und das Rentenniveau senken könnte.
Im Zentrum der Vorschläge der eigenen Rentenkommission stehen laut DGB die Sicherung des Lebensstandards im Alter, eine umfassende betriebliche Altersversorgung und bessere Übergänge für Beschäftigte, die nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Die Kommission bekräftigte, dass das Rentenalter „gesund erreicht werden“ müsse und eine Netto-Versorgung von 70 Prozent des Durchschnittsverdiensts angestrebt werden sollte.
Zur Finanzierung einer nachhaltigen Altersversorgung schlägt die Kommission vor, hohe Einkommen, große Vermögen und Kapitalerträge stärker heranzuziehen. Ein Demografiezuschuss des Bundes aus Steuermitteln solle die demografischen Folgekosten abfedern. Die Kommission lehnt eine Finanzierung über Kürzungen bei Sozialleistungen oder höhere Verbrauchssteuern ab. Zudem forderte sie eine Pflicht für alle Arbeitgeber, ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge auf tariflicher Basis zu bieten.
Ein weiterer zentraler Punkt war die Ablehnung einer Anhebung des Rentenalters. Stattdessen empfiehlt die Kommission Brückenlösungen wie die Öffnung der Altersrente für Schwerbehinderte ab dem 62. Lebensjahr und eine abschlagsfreie Teilrente für gesundheitlich eingeschränkte Beschäftigte. Weitere Vorschläge umfassten die „Stärkung der Solidarität durch einen Grundrentenzuschlag ohne Einkommensanrechnung“ und die Weiterentwicklung der Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung.
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Vorstellung Empfehlungen der DGB-Rentenkommission am 28.10.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Yasmin Fahimi
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
dts Nachrichtenagentur, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), DGB-Rentenkommission, Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge, Bund
Wann ist das Ereignis passiert?
28.10.2026
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
DGB-Chefin Yasmin Fahimi lehnt ein höheres Renteneintrittsalter ab und fordert mit der DGB-Rentenkommission eine lebensstandardsichernde Altersversorgung ohne Leistungskürzungen, finanziert durch stärkere Beiträge hoher Einkommen, großer Vermögen und Kapitalerträge sowie Steuermittel und ergänzt durch verpflichtende Betriebsrenten und flexiblere Übergänge in den Ruhestand.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Vorstellung der Empfehlungen der DGB-Rentenkommission in Berlin
- Forderungen nach einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters
- Nach Einschätzung Fahimis geringerer Anstieg der Lebenserwartung im Verhältnis zur Anhebung des Rentenalters
- Große Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen Berufsgruppen aufgrund unterschiedlicher Erwerbsbiografien und Lebensbedingungen
- Debatte über die langfristige Finanzierung der Altersversorgung
- Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge für ein kapitalgedecktes Rentenmodell
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel werden keine Reaktionen aus Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Mögliche stärkere Privatisierung der Altersvorsorge durch das vorgeschlagene kapitalgedeckte Rentenmodell
- Mögliche Senkung des Rentenniveaus durch dieses Modell
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi weist Forderungen nach einem höheren Renteneintrittsalter zurück und kritisiert das vorgeschlagene Modell einer kapitalgedeckten Rente.
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