Wirtschaft: Dax unter Druck in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Am Mittwoch hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.104 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start baute der Dax im Tagesverlauf seine Verluste weiter aus.
„Die Lage an den Anleihemärkten bereitet den Anlegern zunehmend Sorgen“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. „In Großbritannien steigen die Renditen bei Staatsanleihen teilweise wieder über sechs Prozent, in den USA erreichen langlaufende Papiere rund 5,5 Prozent. Zusammen mit den weiterhin hohen Energiepreisen braut sich damit ein gefährlicher Mix zusammen, der zunehmend auch die Aktienmärkte erfassen könnte.“
Besonders anfällig seien finanzschwache und stark zyklische Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf, erklärte der Analyst. „Aber auch der Technologiesektor ist nicht immun. Die Hyperscaler müssen enorme Summen in den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur investieren. Je höher die Finanzierungskosten steigen, desto genauer werden die Anleger deshalb auf die Rentabilität dieser Milliardeninvestitionen schauen. Nicht ein einzelner Risikofaktor wird für die Börsen gefährlich, sondern das gleichzeitige Zusammenspiel von hohen Renditen, Energiepreisen und Kapitalbedarf.“
Entlastung könnten derzeit vor allem sinkende Energiepreise oder glaubwürdige Maßnahmen zur Stabilisierung der hohen Staatsverschuldung bringen, so Lipkow. Beides zeichne sich kurzfristig jedoch nicht ab. „Umso größere Bedeutung bekommt das heute anstehende Sitzungsprotokoll der US-Notenbank. Die Anleger werden genau darauf achten, welche Hinweise sich daraus für den weiteren Zinskurs der Fed ableiten lassen.“
Zusätzliche Unsicherheit bringe der Handelskonflikt zwischen der EU und China. „Mögliche Beschränkungen für chinesische Hybridautos könnten Gegenmaßnahmen Pekings provozieren und damit insbesondere die europäischen Autobauer treffen“, erklärte der Analyst. „Noch reagieren die Anleger gelassen, doch ein weiterer Belastungsfaktor wäre in der aktuellen Gemengelage das Letzte, was die Aktienmärkte gebrauchen können.“
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere der Deutschen Telekom, von Volkswagen und Scout 24 an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von Infineon und Fresenius Medical Care.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 78 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis stieg ebenfalls deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 102,00 US-Dollar, das waren 1,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1195 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8933 Euro zu haben.
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Text-/Bildquelle: |
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutsche Telekom, Volkswagen, Scout 24, Infineon, Fresenius Medical Care, CMC Markets, US-Notenbank (Fed), Europäische Union, China, Peking
Wann ist das Ereignis passiert?
Datum: Mittwoch (kein konkretes Kalenderdatum genannt)
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main, Großbritannien, USA, Deutschland, EU (Europäische Union), China, Beijing/Peking (Peking), USA (für die Fed/US-Notenbank), Großbritannien, Europäische Gemeinschaftswährung (Eurozone)
Worum geht es in einem Satz?
Am Mittwoch fiel der DAX nach einem schwachen Start deutlich um 1,4% auf 25.104 Punkte, vor allem befeuert durch steigende Staatsanleiherenditen, hohe Energiepreise sowie zusätzliche Unsicherheit durch den EU‑China-Handelskonflikt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Die Lage an den Anleihemärkten mit steigenden Renditen bei Staatsanleihen und zunehmender Sorge der Anleger
Hohe Energiepreise als belastender Faktor
Steigende Finanzierungskosten und hoher Kapitalbedarf der Unternehmen
Unsicherheit durch das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank
Handelskonflikt zwischen EU und China mit möglichen Gegenmaßnahmen Pekings
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Anleger zeigten laut Analyst zunehmende Sorgen wegen der Lage an den Anleihemärkten
- Erwartung, dass das US-Notenbank-Sitzungsprotokoll neue Hinweise zum weiteren Zinskurs der Fed liefert
- Anleger reagierten auf den Handelskonflikt EU–China zunächst gelassen
- Befürchtung, dass ein weiterer Belastungsfaktor die Aktienmärkte zunehmend unter Druck setzen könnte
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Anleger werden zunehmend durch steigende Renditen bei Staatsanleihen verunsichert
- Hohe Energiepreise erhöhen das Risiko einer Belastung für die Aktienmärkte
- Finanzschwache und stark zyklische Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf geraten besonders unter Druck
- Der Technologiesektor kann ebenfalls betroffen sein, da hohe Finanzierungskosten Investitionen in KI-Infrastruktur verteuern
- Anleger achten stärker auf die Rentabilität großer Milliardeninvestitionen
- Entlastung ist kurzfristig vor allem durch sinkende Energiepreise oder glaubwürdige Stabilisierung der hohen Staatsverschuldung möglich
- Die veröffentlichten Hinweise der US-Notenbank können die Erwartungen zum weiteren Zinskurs der Fed spürbar beeinflussen
- Der Handelskonflikt zwischen der EU und China kann zusätzliche Belastungen auslösen
- Mögliche Maßnahmen im Automobilsektor könnten Gegenreaktionen Pekings provozieren und europäische Autobauer treffen
- Weitere Belastungsfaktoren erhöhen die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit für die Börsen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Der Chef-Marktanalyst Andreas Lipkow (CMC Markets) wird mit mehreren Aussagen kommentierend zitiert.
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