CDU: Kritik an Dominanz des Wirtschaftsflügels

CDU: Kritik an Dominanz des Wirtschaftsflügels

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CDU-Kritik nach Landtagswahlen in Berlin

Berlin () – In der CDU gibt es nach schweren Niederlagen bei den Landtagswahlen heftige Kritik an der Dominanz des Wirtschaftsflügels.


Mathe Navi 6

Das langjährige CDU-Bundesvorstandsmitglied Elmar Brok sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Wenn wir in das rein wirtschaftsliberale Lager gehen, zerstört das die CDU.“ Der Wirtschaftsflügel spiele in der Bundestagsfraktion eine viel zu starke Rolle. Ordnungspolitik sei für „diese Leute, was den oberen Wirtschaftskreisen nutzt. Für die ist es völlig in Ordnung, dass der kleine Mann das bezahlt. Das merken die .“

Der Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der CDU, Dennis Radtke, forderte in der SZ: „Wir sollten die niederschmetternden Ergebnisse des Septembers als CDU nutzen, unsere Antennen neu auszurichten. Die Defizite beim sozialen Profil sind nicht länger zu leugnen.“ Es reiche eben nicht, „wenn bei der Themensetzung und der Tonlage die Funktionäre vor Begeisterung auf den Bierbänken tanzen, aber der Otto-Normal-Bürger nicht das Gefühl hat, wir haben eine Vorstellung davon, wie er sich in seinem Alltag strecken muss, um über die Runden zu kommen“. So werde die Partei dem Anspruch, Volkspartei zu sein, nicht mehr gerecht.

Brok warnte davor, die schlechte Lage der CDU nur dem Parteivorsitzenden, Bundeskanzler Friedrich Merz, anzulasten. „Natürlich macht Merz auch Fehler und natürlich sind die Umfragen schlecht. Aber da muss man die Nerven behalten. Die Bundestagswahlen sind erst 2029.“ Vielmehr habe die Partei in den vergangenen Jahren einen falschen Kurs eingeschlagen. „Die CDU ist auch eine Arbeitnehmerpartei. Im neuen Grundsatzprogramm ist schon falsch angelegt, dass wir eine konservative Partei sind. Das sind wir nie gewesen. Wir sind eine christlich-soziale, liberale und konservative Partei“, sagte Brok. Die Partei kümmere sich nicht ausreichend um den kleinen Mittelstand und die Facharbeiter. Nun fühle sich „dieser ganze Teil der Bevölkerung, den man Mitte nennt, nicht vertreten. Die wählen jetzt AfD“.

Brok gehörte dem CDU-Bundesvorstand mehr als 15 Jahre lang an. Von 1980 bis 2019 saß er im Europäischen . Radtke ist seit 2017 Europaabgeordneter und immer noch Mitglied des CDU-Bundesvorstands.

Auch der langjährige Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Partei. „Der Substanzverlust der Volksparteien ist tatsächlich gewaltig“, sagte Lammert der SZ. „Es gibt ja nicht nur einen dramatischen Einbruch an Zustimmung durch die Bürger bei Wahlen. Es gibt auch einen spektakulären Rückgang der Bereitschaft der Bürger, sich in wie der CDU und der SPD zu organisieren.“ Seit der Wiedervereinigung habe sich die Mitgliederzahl von CDU und SPD halbiert. Die Parteibindung habe enorm abgenommen. „Außerdem haben sich die Parteien der demokratischen Mitte in einer so starken Weise einander angenähert, dass sie aus Perspektive der allermeisten Wahlberechtigten kaum noch unterscheidbar sind. Wer eine Richtungsentscheidung erzwingen will, findet „Alternativen für “ am ehesten an den politischen Rändern.“ Deshalb müsse „auch die CDU wieder an ihrer Profilbildung arbeiten. ohne erkennbaren Gestaltungsehrgeiz erzeugt keine Identifikation“.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Elmar Brok, Dennis Radtke, Friedrich Merz, Norbert Lammert

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

CDU, Wirtschaftsflügel, Bundestagsfraktion, Arbeitnehmerflügel, Parteivorsitzender, Bundeskanzler, Friedrich Merz, Bundestagswahlen, Grundsatzprogramm, AfD, Europäisches Parlament, Bundesvorstand, Europabgeordneten, Bundestagspräsident, Norbert Lammert, Süddeutsche Zeitung, SPD, Parteien der demokratischen Mitte, dts Nachrichtenagentur

Wann ist das Ereignis passiert?

Der Zeitraum ist nicht eindeutig bzw. nicht direkt genannt.

  • Erwähnt wird lediglich: „die niederschmetternden Ergebnisse des Septembers“ (ohne konkretes Jahr).
  • Außerdem wird gesagt: „Die Bundestagswahlen sind erst 2029.“

Da kein konkretes Datum oder kein konkretes Jahr für das beschriebene Ereignis genannt ist, lautet die Antwort:

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Nach schweren Landtagswahlniederlagen üben namhafte CDU-Politiker wie Elmar Brok und Dennis Radtke scharfe Kritik an der Dominanz des Wirtschaftsflügels sowie an einem zu schwachen sozialen Profil der Partei, warnen vor weiterem Substanzverlust und fordern eine stärkere Neuausrichtung hin zu Arbeitnehmern und einer klareren Profilbildung der CDU.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • schwere Niederlagen bei den Landtagswahlen
  • Dominanz des Wirtschaftsflügels in der CDU
  • rein wirtschaftsliberaler Kurs bzw. zu starkes Rollenprofil des Wirtschaftsflügels in der Bundestagsfraktion
  • Defizite beim sozialen Profil, fehlende Vertretung des „kleinen Mittelstands“ und der Facharbeiter
  • falscher Kurs in den vergangenen Jahren, auch im Hinblick auf das neue Grundsatzprogramm
  • sinkende Bereitschaft, sich in Parteien wie CDU und SPD zu organisieren
  • zu geringe Unterscheidbarkeit der demokratischen Mitte, wodurch sich politische Profile verwischen
  • fehlende Profilbildung und zu geringe Identifikation durch mangelnden Gestaltungsehrgeiz

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • In der CDU gibt es heftige Kritik an der Dominanz des Wirtschaftsflügels nach schweren Niederlagen bei den Landtagswahlen
  • Brok warnt vor einem rein wirtschaftsliberalen Kurs, der die CDU zerstören könne
  • Radtke fordert, die Ergebnisse des Septembers zu nutzen und die Antennen neu auszurichten
  • Brok sagt, Merz sei nicht allein schuld, der falsche Kurs der Partei in den vergangenen Jahren sei entscheidend
  • Lammert sieht einen Substanzverlust der Volksparteien und einen dramatischen Rückgang der Bereitschaft der Bürger, sich in Parteien zu organisieren
  • Lammert fordert, dass die CDU wieder an Profilbildung und Gestaltungsehrgeiz arbeiten müsse

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Starke Kritik an der Dominanz des Wirtschaftsflügels in der CDU
  • Befürchtung, dass ein rein wirtschaftsliberaler Kurs die CDU zerstört
  • Eindruck, dass Ordnungspolitik vor allem den Interessen oberer Wirtschaftskreise dient
  • Wahrnehmung von Defiziten beim sozialen Profil der Partei
  • Verlust des Volkspartei-Anspruchs durch fehlende Nähe zum Alltag der Menschen
  • Forderung nach neuer Ausrichtung der politischen Antennen und Tonlage
  • Unzureichende Vertretung von kleinem Mittelstand und Facharbeitern
  • Teile der Bevölkerung fühlen sich nicht mehr vertreten und wenden sich ab
  • Zunahme von AfD-Wahlentscheidungen als Folge mangelnder Profilbildung und Vertretung
  • Substanzverlust der Volksparteien durch Rückgang von Zustimmung und Mitgliederbindung
  • Dramatischer Rückgang der Bereitschaft, sich in Parteien wie CDU und SPD zu organisieren
  • Kaum noch wahrnehmbare Unterscheidbarkeit der Parteien der politischen Mitte
  • Notwendigkeit, an Profilbildung und Gestaltungsehrgeiz der CDU zu arbeiten
  • Politik ohne erkennbaren Gestaltungsehrgeiz führt zu geringer Identifikation

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Elmar Brok, Dennis Radtke und Norbert Lammert werden im Artikel mit Stellungnahmen/Reaktionen zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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