Politik: Regulierung von Bankübernahmen in Berlin
Berlin () – Die Bundesregierung erwägt nach dem Dumpingangebot der italienischen Großbank Unicredit für die Commerzbank neue Regeln für Übernahmen in Deutschland. „Das BMF prüft derzeit, ob eine Anpassung des bestehenden Übernahmerechts erforderlich ist“, sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums dem „Handelsblatt“. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.
Unicredit hatte bis Mai 2026 einen Anteil von knapp unter 30 Prozent an der Commerzbank aufgebaut und dann ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt, das keinen nennenswerten Aufschlag auf den Aktienkurs des Frankfurter Instituts beinhaltete. Nach der Umsetzung des Angebots, die bis Jahresende erwartet wird, wird Unicredit die Marke von 30 Prozent überschreiten. Anschließend kann das Mailänder Geldhaus flexibel weitere Anteile kaufen und die Kontrolle bei der Commerzbank übernehmen. Nach diesem Muster sind zuletzt auch der britische Handelskonzern Fraser bei der Übernahme von Hugo Boss sowie das italienische Medienunternehmen MediaForEurope beim Kauf von ProSiebenSat.1 vorgegangen.
Experten und Beteiligte haben die schrittweise Kontrollübernahme mithilfe von Dumpingangeboten („low ball offers“) kritisiert. Unicredit habe mit einem finanziell unattraktiven Angebot eine Mehrheit erreicht, ohne eine angemessene Kontrollprämie zu bezahlen, klagte Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann im August. Das werfe Fragen zum Übernahmerecht in Deutschland auf, das sich der Gesetzgeber vielleicht anschauen sollte. In anderen Ländern sei es restriktiver, etwa in den USA und Großbritannien.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Jens Weidmann
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesregierung, Bundesfinanzministerium, Commerzbank, Unicredit, Handelsblatt, Gesetzgeber, Fraser, Hugo Boss, MediaForEurope, ProSiebenSat.1, Aufsichtsrat, Jens Weidmann
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Deutschland (Bundesfinanzministerium; Bundesregierung).
Worum geht es in einem Satz?
Die Bundesregierung prüft nach dem „Dumpingangebot“ der italienischen Großbank Unicredit für die Commerzbank, ob das deutsche Übernahmerecht angepasst werden muss, weil Unicredit schrittweise die Kontrolle ohne angemessene Kontrollprämie erreichen könnte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Unicredits Dumpingangebot für die Commerzbank, das keinen nennenswerten Aufschlag auf den Aktienkurs beinhaltete
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann kritisierte die schrittweise Kontrollübernahme mithilfe von „low ball offers“ und bezeichnete das Vorgehen als ohne angemessene Kontrollprämie
- Experten und Beteiligte kritisierten die Strategie schrittweise Kontrollübernahme über finanzielle unattraktive Angebote
- Es gab Forderungen, dass der Gesetzgeber das Übernahmerecht überprüfen bzw. anpassen könnte
Welche Konsequenzen werden genannt?
- mögliche Anpassung des Übernahmerechts in Deutschland
- prüfen ob bestehende Regeln für Übernahmen ausreichend sind
- rechtliche und politische Diskussion über die Angemessenheit von Kontrollprämien bei Übernahmen
- Kritik an schrittweisen Kontrollübernahmen durch finanzielle unattraktive Angebote
- Aufkommen von Fragen zur Effektivität der bisherigen Schutzmechanismen im Übernahmerecht
- möglicher Handlungsbedarf durch den Gesetzgeber
- Vergleich und Druck durch strengere Regelungen in anderen Ländern wie den USA und Großbritannien
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja—es wird eine Stellungnahme der Sprecherin des Bundesfinanzministeriums zitiert („Das BMF prüft derzeit, ob eine Anpassung des bestehenden Übernahmerechts erforderlich ist“).
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