Wirtschaftliche Sicherheitsrisiken in der EU
Berlin () – Europäische Unternehmen sind einer neuen Studie zufolge nur unzureichend auf eine mögliche Eskalation zwischen China und Taiwan vorbereitet. Das berichtet das Magazin Politico unter Berufung auf die European Business Survey der Bertelsmann-Stiftung, des China-Instituts Merics, des niederländischen Instituts Clingendael und des Finnischen Instituts für Außenpolitik (FIIA).
Lediglich zehn Prozent der befragten Firmen verfügen demnach über konkrete Strategien für ein solches Szenario. Sechs von zehn Unternehmen planen nicht, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Für die European Business Survey wurden 228 Unternehmen in Europa befragt. 36 Prozent der Teilnehmer kamen aus Deutschland. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass das Bewusstsein für wirtschaftliche Sicherheitsrisiken zwar wächst, konkrete Vorsorgemaßnahmen aber häufig ausbleiben.
So wird das Thema geopolitische Risiken lediglich bei einem Drittel der befragten Unternehmen regelmäßig auf Managementebene behandelt. Nur 24 Prozent planen Maßnahmen, um ihre Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern zu verringern. Rund ein Drittel erwägt, strategische Vorräte kritischer Rohstoffe anzulegen.
„Den Unternehmen ist inzwischen klar, dass geopolitische Konflikte ihre Geschäfte unmittelbar beeinträchtigen können“, sagte Jacob Gunter vom China-Institut Merics, der die Studie mitverfasst hat, dem Magazin Politico. Viel verändert habe dieses Bewusstsein bislang jedoch nicht. „Dass wir hier nicht mehr Maßnahmen sehen, ist aus meiner Sicht sehr besorgniserregend“, sagte Gunter. Es überrasche ihn, dass Unternehmen ihre Vorräte nicht stärker aufstocken und ihre Zulieferer nicht breiter diversifizieren, obwohl bereits heute absehbar sei, welche Produkte im Zentrum der anhaltenden Handels- und Technologiekonflikte stehen.
Wie stark geopolitische Konflikte die Wirtschaft belasten können, hat nach Einschätzung der Studienautoren der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine gezeigt. 81 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sich der Krieg und die daraus resultierenden Sanktionen negativ auf ihre Geschäftstätigkeit ausgewirkt hätten.
Auch der Konflikt zwischen den USA und China entwickelt sich der Umfrage zufolge zunehmend zum Geschäftsrisiko. Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen spürt bereits negative Folgen der gegenseitigen Handels- und Technologiebeschränkungen. Unter den in China tätigen Firmen liegt der Anteil bei rund 50 Prozent.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Bertelsmann-Stiftung, China-Institut Merics, Jacob Gunter, Clingendael, Finnisches Institut für Außenpolitik (FIIA)
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bertelsmann-Stiftung, Merics, Clingendael, Finnisches Institut für Außenpolitik (FIIA), Politico
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Taiwan, China, USA, Russland, Europa
Worum geht es in einem Satz?
Europäische Unternehmen sind laut einer European Business Survey nur unzureichend auf eine mögliche Eskalation zwischen China und Taiwan vorbereitet: Nur 10 % haben konkrete Strategien, viele behandeln geopolitische Risiken nicht regelmäßig auf Managementebene und zu wenige planen etwa Maßnahmen zur Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern zu verringern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Möglichkeit einer Eskalation zwischen China und Taiwan
- Russische Angriff auf die Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen als Beispiel für wirtschaftliche Belastung
- Anhaltender Handels- und Technologiekonflikt zwischen China und den USA mit sich daraus entwickelnden geschäftlichen Risiken
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Politische oder öffentliche Reaktionen auf eine mögliche Eskalation zwischen China und Taiwan werden im Artikel nicht beschrieben
- Medienreaktionen werden nur indirekt erwähnt, indem Politico unter Berufung auf die European Business Survey über die Ergebnisse berichtet
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Unzureichende Vorbereitung europäischer Unternehmen auf wirtschaftliche Sicherheitsrisiken bei einer Eskalation zwischen China und Taiwan
- Fehlende oder nur selten vorhandene konkrete Strategien für entsprechende Szenarien
- Vorbereitungen werden häufig nicht geplant, wodurch die Reaktionsfähigkeit im Krisenfall eingeschränkt ist
- Geopolitische Risiken werden nur bei einem begrenzten Teil der Unternehmen regelmäßig auf Managementebene behandelt
- Maßnahmen zur Verringerung der Abhängigkeit von chinesischen Zulieferern bleiben zu selten
- Strategische Vorräte kritischer Rohstoffe werden nur von einem Teil der Unternehmen erwogen
- Handels- und Technologiekonflikte können Unternehmensgeschäfte unmittelbar stärker belasten, als durch konkrete Vorsorge abgesichert wäre
- Bereits spürbare negative Auswirkungen gegenseitiger Handels- und Technologiebeschränkungen auf die Geschäftstätigkeit
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Jacob Gunter vom China-Institut Merics wird mit einer Stellungnahme zitiert (“Den Unternehmen ist inzwischen klar…”, sowie zur fehlenden Umsetzung von Maßnahmen).
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