Wirtschaft: Energieversorgung in Deutschland gefordert
Frankfurt/Main () – Angesichts historisch niedriger Gasspeicherstände hat ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski vor einer möglichen Gasmangellage in Deutschland gewarnt. Die Speicher seien derzeit nur ungefähr zur Hälfte gefüllt, sagte Brzeski dem Nachrichtenportal T-Online.
Bei einem normalen Winter seien keine Engpässe zu erwarten. „Aber wenn wir mehrere sehr kalte Monate hintereinander erleben, sieht die Situation anders aus. Bei einem außergewöhnlich kalten Winter könnten wir Probleme bekommen – bis hin zu einer Gasmangellage“, so der ING-Chefvolkswirt weiter.
Er fordert deshalb Vorsorge durch die Bundesregierung: „Der Bund sollte sehr gute Meteorologen in den Dienst stellen. Spaß beiseite. Die Regierung sollte definitiv vorbereitet sein“, so Brzeski.
Konkret meint er, der Bund sollte jetzt prüfen, aus welchen Ländern zusätzlich LNG beschafft werden könnte – etwa aus den USA oder aus Norwegen. Wenn man sich frühzeitig darum kümmere, zahle man auch einen niedrigeren Preis, als wenn man plötzlich dringend zusätzliche Mengen brauche. Das sei schlicht Marktwirtschaft, so der ING-Chefvolkswirt. Denkbar seien auch Alternativen, etwa zeitweise wieder stärker Kohle einzusetzen.
Brzeski rechnet zudem mit steigenden Gaspreisen von rund 70 Euro je Megawattstunde. Verglichen mit dem Frühjahr sei das ein Plus von rund 30 Prozent. Er warnte vor einer Pleitewelle bei kleineren Versorgern. Der Wendepunkt, den man langsam erkennen konnte, könnte sich vielleicht um ein halbes Jahr verschieben. Kleine Versorger hätten schon 2022 hohe Marktpreise bezahlen müssen, diese aber nicht sofort an ihre Kunden weitergeben können. Genau dieser Mechanismus könnte im kommenden Herbst und Winter wieder eine Rolle spielen, sagte Brzeski dem Nachrichtenportal T-Online.
Beim Öl geht der ING-Ökonom im dritten Quartal von ungefähr 90 Dollar je Barrel aus. Für Autofahrer hätte das spürbare Folgen: „Dann reden wir beim Sprit schnell über mehr als 2,30 Euro“, so Brzeski. Selbst zum Jahresende würde man noch damit rechnen, dass etwa 15 Prozent weniger Schiffe die Straße passieren als vor dem Krieg. Der Inflationsdruck bleibe dadurch länger bestehen, so der Volkswirt weiter. „Ich gehe davon aus, dass wir in Deutschland bis zum Jahresende eine Inflationsrate von mehr als drei Prozent sehen werden. Die Inflationsrate im August könnte die Drei-Prozent-Marke knacken. Wenn nicht, dann spätestens im September“, sagte Brzeski.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Carsten Brzeski
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
ING, Bundesregierung, Bund, T-Online
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main
Worum geht es in einem Satz?
ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski warnt angesichts historisch niedriger Gasspeicherstände vor einer möglichen Gasmangellage bei ungewöhnlich kaltem Winter und fordert frühzeitige LNG-Zusatzbeschaffung sowie Preissteigerungen von rund 70 €/MWh und dadurch anhaltenden Inflationsdruck.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Historisch niedrige Gasspeicherstände in Deutschland mit nur ungefähr zur Hälfte gefüllten Speichern
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Der Artikel enthält keine Beschreibung, wie Politik Öffentlichkeit oder Medien auf die Warnung reagiert haben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Möglichkeit von Engpässen bei sehr kalten Wintern und einer Gasmangellage
- Bedarf an staatlicher Vorsorge und frühzeitiger Beschaffung von LNG aus zusätzlichen Ländern
- Potenziell höhere Kosten durch steigende Gaspreise, insbesondere im Herbst und Winter
- Risiko einer Pleitewelle bei kleineren Gasversorgern
- Verzögerung des Wendepunkts beim Kostenanstieg um etwa ein halbes Jahr
- Länger anhaltender Inflationsdruck
- Spürbare Verteuerung von Kraftstoffen durch höhere Öl- und Spritpreise
- Verminderter Güter- und Schiffsverkehr, der die Inflationsentwicklung zusätzlich beeinflusst
- Erwartung einer Inflationsrate von über drei Prozent bis zum Jahresende
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Der Artikel zitiert Carsten Brzeski (ING-Chefvolkswirt) mit Stellungnahmen gegenüber dem Nachrichtenportal T-Online, darunter seine Warnung vor einer möglichen Gasmangellage und seine Forderung nach LNG-Zusatzbeschaffung sowie weiteren Vorsorgemaßnahmen.
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