EU-Klimapolitik unter wissenschaftlicher Kritik (München)
München () – Die Technische Universität München (TUM) sieht eine substanzielle Fehlsteuerung der Europäischen Politik in ihrer Klimastrategie. Das berichtet die „Bild-Zeitung“ unter Berufung auf eine TUM-Studie, die am Dienstag in München vorgestellt werden soll.
Die Wissenschaftler kritisierten, dass E-Autos im Gegensatz zur Annahme in der EU-Klimaverordnung nicht CO2-frei und damit auch nicht klimaneutral seien. Eine systematische Auswertung von 19 Studien und 47 Szenarien zeige, dass batterieelektrische Fahrzeuge im Vergleich zum Verbrenner die CO2-Belastung zwar reduzierten, aber im Durchschnitt nur um 41 Prozent. Das sei weit entfernt von der Klimaneutralität, die die EU der Elektromobilität zuspreche, heißt es in der TUM-Studie, über die die Zeitung berichtet.
Die TUM-Professoren verwürfen den bisherigen Ansatz der EU-Regulatorik, die CO2-Emissionen ausschließlich in den Abgasen zu messen, als wissenschaftlich nicht haltbar. Denn sie berücksichtige nicht die CO2-Emissionen, die bei der Beschaffung von Rohstoffen, der Produktion, im Betrieb und beim Recycling von E-Autos entstünden. Dabei gehe es vor allem um CO2, das in Stahl oder Aluminium eingelagert ist, und um die Frage, wie viel grüner oder fossiler Strom bei der Herstellung und im Betrieb eines E-Autos zum Einsatz kommt, heißt es in der TUM-Studie, über die die „Bild-Zeitung“ berichtet.
Die EU-Regulatorik erfasse im Gegensatz zu dieser Betrachtung über den kompletten Lebenszyklus eines Autos erhebliche potenzielle Beiträge zur Dekarbonisierung überhaupt nicht. Dies habe gravierende industriepolitische Konsequenzen.
Sollte die EU weiterhin allein auf den Hebel einer Reduktion von CO2 in Abgasen setzen, werde sie ihre eigenen Klimaziele massiv verfehlen. Denn die Gesamtflotte werde auch in vier Jahren voraussichtlich noch zu 78 Prozent aus Verbrennern bestehen. Im November stehe das „Automobil-Paket“ im Europaparlament und im EU-Rat zur Abstimmung. Deshalb schlage TUM-Präsident Professor Thomas Hofmann jetzt Alarm. Die Erkenntnisse der Studie müssten vor den Beratungen in Brüssel Eingang in die politische Debatte finden. Anderenfalls drohten ökonomische und ökologische Fehlsteuerungen erheblichen Ausmaßes. Es gehe um den industriellen Kern Deutschlands und Europas, heißt es in der TUM-Studie, über die die „Bild-Zeitung“ berichtet.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Thomas Hofmann
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Technische Universität München (TUM), Bild-Zeitung, Europaparlament, EU-Rat, Europäische Politik, EU-Klimaverordnung, EU-Regulatorik
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am Dienstag in München statt (die TUM-Studie soll am Dienstag in München vorgestellt werden).
Konkretes Datum: Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München
Worum geht es in einem Satz?
Die Technische Universität München kritisiert laut „Bild“-Bericht auf Basis einer Studie, dass die EU-Klimapolitik bei Elektromobilität die CO₂-Bilanz über den Lebenszyklus hinweg falsch bzw. unvollständig bewertet und E-Autos deshalb im Durchschnitt weit weniger zur Klimaneutralität beitragen als regulatorisch angenommen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- substanzielle Fehlsteuerung der EU-Klimapolitik in der Klimastrategie wegen Regulatorik, die CO2-Emissionen nur in den Abgasen misst
- Kritik an der Annahme, dass E-Autos CO2-frei und damit klimaneutral seien
- Nichtberücksichtigung der CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus (Beschaffung von Rohstoffen, Produktion, Betrieb, Recycling)
- fehlende Einbeziehung von CO2, das in Stahl oder Aluminium eingelagert ist
- unzureichende Berücksichtigung, wie viel grüner oder fossiler Strom bei Herstellung und Betrieb eines E-Autos genutzt wird
- systematische Auswertung von Studien und Szenarien, die batterieelektrische Fahrzeuge im Durchschnitt nur um 41 Prozent gegenüber Verbrennern reduzieren zeigt
- bevorstehende Abstimmungen zum „Automobil-Paket“ im Europaparlament und EU-Rat im November
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bild-Zeitung berichtet über die Kritik der TUM an der EU-Klimapolitik
- TUM warnt vor politischen Fehlentscheidungen, falls die Studie nicht in die Debatte vor der Abstimmung über das Automobil-Paket eingeht
- TUM-Präsident Thomas Hofmann fordert, dass die Erkenntnisse vor den Beratungen in Brüssel berücksichtigt werden
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verfehlen der eigenen Klimaziele
- Größere ökologische Fehlsteuerungen erheblichen Ausmaßes
- Größere ökonomische Fehlsteuerungen erheblichen Ausmaßes
- Schlechte industriepolitische Auswirkungen
- Industriepolitische Dekarbonisierungsbeiträge werden nicht ausreichend erfasst
- Hohe Verfehlungsgefahr weiterer politischer Beratungen im EU-Umfeld
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. TUM-Präsident Professor Thomas Hofmann warnt in einer Reaktion vor Fehlsteuerungen und fordert, die Erkenntnisse der Studie müssten vor den Beratungen in Brüssel in die politische Debatte eingehen.
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