Wirtschaft: Wohnraummangel in Deutschland
Berlin () – In Deutschland fehlen schätzungsweise rund 1,35 Millionen Wohnungen. Das geht aus dem neuen „Bau-Monitor 2026“ hervor, den das Pestel-Institut im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) erstellt hat und über den die „Rheinische Post“ (Mittwochausgabe) berichtet.
Die meisten Wohnungen fehlen laut „Bau-Monitor“ im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (360.000). In Bayern beträgt das Defizit rund 220.000 Wohnungen. In Berlin fehlen knapp 60.000 Wohnungen.
„Es werden so viele Wohnungen gebraucht wie lange nicht. Und es werden so wenige Wohnungen gebaut wie lange nicht“, sagte der Geschäftsführer des Pestel-Instituts, Matthias Günther, der Zeitung. „Beides kommt zusammen: Das ist toxisch – das ist Marktversagen.“
Die Folge sei der Kollaps auf dem Wohnungsmarkt. Aus seiner Sicht müssten 400.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden, so Günther. Diese Zielmarke wurde zuletzt aber deutlich verfehlt.
Günther warnte, dass die Wohnungsknappheit zu einer Beschäftigungsbremse werden könnte. „Wir brauchen Zuwanderung gegen den Fachkräftemangel, schaffen es aber nicht, genug Wohnungen für die Zuwanderer zu bauen“, sagte Günther. Ohne den Abbau der Wohnungsdefizite werde Deutschland aber „wirtschaftlich nicht wieder großartig auf die Beine kommen“, erklärte er. „Wir arbeiten nicht zu wenig. Wir sind einfach zu wenige, die arbeiten können“, so Günther.
Der BDB forderte angesichts der angespannten Lage mehr Tempo beim Gesetz für den Gebäudetyp E. „Genau darin liegt ein wichtiger Hebel, um Baukosten zu senken und wieder in Bereiche zu kommen, in denen Wohnen bezahlbar bleibt“, sagte BDB-Präsidentin Katharina Metzger. In der Praxis hätten sich Standards etabliert, „die über den gesetzlichen Anforderungen liegen“. Das treibe die Kosten massiv nach oben.
Dass das aktuelle Wohnungsdefizit etwas niedriger ausfällt als der zuletzt ausgewiesene Höchstwert von 1,4 Millionen Wohnungen, ist laut Pestel-Institut mit einer leicht gesunkenen Zuwanderung und der demografischen Entwicklung im Land zu erklären.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Matthias Günther, Katharina Metzger
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Pestel-Institut, Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), Rheinische Post
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Nordrhein-Westfalen, Bayern
Worum geht es in einem Satz?
In Deutschland fehlen laut dem „Bau-Monitor 2026“ etwa 1,35 Millionen Wohnungen, besonders in Nordrhein-Westfalen (360.000) und Bayern (220.000), wodurch ein weiterer Druck auf den Wohnungsmarkt entsteht und laut Pestel-Institut sowie BDB deutlich mehr Tempo beim Wohnungsbau und beim Gesetz für den Gebäudetyp E nötig ist, um Kosten zu senken und die Wohnungsnot abzubauen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Wohnungsknappheit in Deutschland mit einem Defizit von schätzungsweise rund 1,35 Millionen Wohnungen
- Zu wenig gebaute Wohnungen im Vergleich zum Bedarf („so wenige Wohnungen gebaut wie lange nicht“)
- Rückstand beim jährlichen Neubau mit einer zuletzt deutlich verfehlten Zielmarke von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr
- Etablierte Bau- und Wohnstandards, die über den gesetzlichen Anforderungen liegen, wodurch Baukosten steigen
- Fehlende ausreichende Wohnraumversorgung als Bremse für die Zuwanderung wegen Fachkräftemangel
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- In dem Artikel wird keine konkrete Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien auf diese Zahlen und Forderungen beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Wohnungsknappheit und damit ein Marktversagen auf dem Wohnungsmarkt
- Kollaps beziehungsweise starke Zuspitzung des Wohnungsmarkts
- Beschäftigungsbremse durch fehlende Wohnmöglichkeiten
- Schwierigkeit, Zuwanderung in ausreichendem Maß durch Wohnungsbau zu unterstützen
- wirtschaftliche Schwächung, weil sich Deutschland ohne Abbau der Wohnungsdefizite nicht wieder erholen kann
- steigende Baukosten durch Standards oberhalb gesetzlicher Anforderungen
- Verfehlung der benötigten Bauzahlen, was das Defizit weiter verstärken kann
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Der Geschäftsführer des Pestel-Instituts, Matthias Günther, sowie die BDB-Präsidentin Katharina Metzger werden mit Zitaten bzw. Stellungnahmen wiedergegeben.
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